+++ Zugefrorene Hydrantendeckel hatten keinen Einfluss auf Einsatzverlauf an niedergebranntem Gebäude in Bad Bentheim +++
Das Haus in Bad Bentheim war nicht zu retten. (Foto: EVN)

+++ Zugefrorene Hydrantendeckel hatten keinen Einfluss auf Einsatzverlauf an niedergebranntem Gebäude in Bad Bentheim +++

13. Februar 2017 0 Von Redaktion Ems-Vechte-News

Interview mit Ortsbrandmeister Martin Nyenhuis: „Haus war unter keinen Umständen zu retten.“

Bad Bentheim. In einer Polizeimeldung zum Brand eines Wohnhauses am Samstag in Bad Bentheim entstand der Eindruck, die Feuerwehr habe das Haus niederbrennen lassen müssen, weil die Wasserhydranten im Umkreis witterungsbedingt zugefroren waren. Die Meldung zog weite Kreise. So berichteten u.a. die NOZ und die BILD-Zeitung von dem Brand. Auch dort wurde in den Vordergrund gestellt, dass der Wassermangel am Niederbrennen des Gebäudes die Schuld trage.

Ortsbrandmeister der Feuerwehr Bad Bentheim Martin Nyenhuis im Interview.
(Foto: EVN)

Das dies auf keinen Fall so gewesen ist, stellt Martin Nyenhuis, Ortsbrandmeister der Feuerwehr Bad Bentheim, im Interview mit den EMS-VECHTE-NEWS klar. „Als wir am Ort des Geschehens eintrafen, stand bereits das gesamte Erdgeschoss in Brand. Flammen schlugen aus den Fenstern und Eingangstüren. Eine Brandbekämpfung im Inneren des Gebäudes wäre auf keinen Fall mehr möglich gewesen.“ Die Einsatzkräfte vor Ort hätten sich demnach auf eine Abriegelung konzentriert, damit umliegende Gebäude nicht ebenfalls Feuer fingen. An das brennende Haus grenzen u.a. eine Halle, Anbauten und Garagen an, in denen sich zum Teil auch noch Fahrzeuge befunden haben. „Das Haus war älterer Bauart. Es war darin viel Holz verbaut, die Zwischendecken wahrscheinlich mit Torf und Stroh gedämmt“, berichtet Nyenhuis.

Schwierigkeiten gab es dann tatsächlich mit den Hydranten in der Umgebung. Nicht die Leitungen seien eingefroren gewesen, sondern die Metalldeckel, die die Zugänge abdeckten. „Das kommt schon einmal vor, aber dass es bei allen Deckeln im Umkreis der Fall war, war schon ungewöhnlich“, sagt Nyenhuis. Man habe mit einem mitgeführten Bunsenbrenner einen Deckel erwärmt, habe allerdings natürlich nicht gleichzeitig weitere Zugänge enteisen können. Da seien ihnen Anwohner mit heißem Wasser zur Hilfe gekommen. „Die zugefrorenen Deckel haben für den Einsatzverlauf aber keine Rolle gespielt. Das Haus war so oder so nicht mehr zu retten. Es war ein unglücklicher Umstand.“

Die verbreitete Meldung der Polizei, die Feuerwehr habe das Haus niederbrennen lassen, weil aufgrund der zugefrorenen Hydrantendeckel kein Wasser zur Verfügung gestanden habe, sei nicht richtig. „Man lässt kein Haus abbrennen, schon gar nicht in einem Wohngebiet“, stellt Nyenhuis klar. Viele Medien hätten es leider versäumt, den tatsächlichen Hergang bei der Feuerwehr nachzufragen.

Bedanken möchten sich die Kameraden bei den Anwohnern, die ihnen nicht nur bei den Hydranten geholfen haben, sondern sie zusätzlich mit Kalt- und Heißgetränken versorgten und bei den Arbeiten nicht behinderten. „Eine tolle und nicht selbstverständliche Sache!“, freut sich Nyenhaus.

Eine der helfenden Anwohnerinnen war Frau Minneker, die etwa 100 Meter vom Brand entfernt wohnt. Auf ihrer Auffahrt fand einer der Rettungswagen Platz, der die verletzten Jugendlichen versorgte, und sie eilte den Einsatzkräften mit einem Wasserkocher zur Hilfe. Von den Vorwürfen gegen die Feuerwehr hält sie nichts. „Die Einsatzkräfte haben tolle Arbeit geleistet. Sie waren sehr schnell vor Ort und haben mit allen toll zusammenarbeitet.“ (cs & sv)

Das Haus in Bad Bentheim war nicht zu retten.
(Foto: EVN)