Zeitzeuginnen werden im historischen Rathaus Lingen empfangen
Zeitzeuginnen, Betreuerinnen und 1. Bürgermeister der Stadt Lingen vor dem historischen Rathaus (v.l.: Agnes Kläsener, Maria Stroinska, Krystyna Budnicka, Heinz Tellmann, Józefa Posch-Kotyrba, Urszula Koperska, Irena Szczurek, Marianne Drechsel-Gillner.) (Foto: Jan Jaskulski)

Zeitzeuginnen werden im historischen Rathaus Lingen empfangen

18. Juni 2018 0 Von Redaktion Ems-Vechte-News

Polnische KZ-Überlebende erzählen ihre Geschichte

Von Jan Jaskuslski. Lingen. Fünf polnische Bürgerinnen, die während des Zweiten Weltkrieges in Konzentrationslagern und Ghettos gefangen gehalten wurden, besuchen seit dem 10. Juni das Ludwig-Windthorst-Haus (LWH) in Lingen. Bei Gesprächen in Schulen der Region berichten die Zeitzeuginnen von ihren Erfahrungen. Das Maximilian-Kolbe-Werk (MKW) hat diesen Austausch, der noch bis zum 23. Juni andauert, in Zusammenarbeit mit dem LWH organisiert. Am 18. Juni begrüßte Lingens Erster Bürgermeister Heinz Tellmann die Zeitzeuginnen aus Polen im Historischen Rathaus der Stadt Lingen und bedankte sich für ihr Kommen.

Bis auf eine Teilnehmerin haben alle zum ersten Mal an der Veranstaltung teilgenommen. „Wir wurden herzlich empfangen und würden gerne wiederkommen“ sagte Zeitzeugin Krystyna Budnicka im Gespräch mit Tellmann. Nachdem man sich über die ersten Eindrücke ausgetauscht hatte, durften sich die Besucherinnen dann noch in das Gästebuch der Stadt Lingen eintragen. Begleitet wurde die Gruppe von der seit 12 Jahren für das Projekt zuständigen Übersetzerin Marianne Drechsler-Gillner (MKW) und der Studienleiterin des LWH Agnes Kläsener.

Maria Stroinska unterschreibt im Gästebuch der Stadt Lingen.
(Foto: Jan Jaskulski)

Seit nunmehr fast 20 Jahren kommen Überlebende der Ghettos und Konzentrationslager aus Polen in Kooperation mit dem Maximilian-Kolbe-Werk ins LWH. Intention dieser Besuche war damals eine Art „Erholungsurlaub“ für die polnischen Gäste sowie das Kennenlernen Deutschlands nach dem Krieg.

Seit dem Jahr 2013 ist das Projekt zu einem Zeitzeugenprojekt umgewandelt worden. Die Zeitzeugen kommen für zwei Wochen nach Lingen und gehen zu unterschiedlichen Schulen in Lingen und Umgebung zu Zeitzeugengesprächen. Nebenbei gibt es ein Erholungsprogramm, bei dem die Gäste das Emsland sowie Münster und Osnabrück als Orte des Westfälischen Friedens kennenlernen.