Zahl der Rattensichtungen in Nordhorn hat zugenommen
Wanderratten können Krankheiten übertragen. (Symboldbild, Quelle: pixabay.com)

Zahl der Rattensichtungen in Nordhorn hat zugenommen

25. November 2016 1 Von Redaktion Ems-Vechte-News

In die Bekämpfung von Ratten in Nordhorn wurde bereits erfolgreich intensiviert

Nordhorn. Die Zahl der Rattensichtungen hat zugenommen – aber nicht nur in Nordhorn, sondern in ganz Deutschland. So lautet eine erste Antwort der Nordhorner Stadtverwaltung auf eine entsprechende Anfrage und Pressemitteilung der Jungen Union Nordhorn. Die Stadtverwaltung hat in diesem Jahr bereits erfolgreich zusätzliche Bekämpfungsmaßnahmen durchgeführt.

Die Junge Union hatte mehrere Fragen zu einer möglichen Zunahme von Ratten im Stadtgebiet sowie zur Bekämpfung von Ratten durch die Stadtverwaltung gestellt. Tatsächlich ist die Zahl von Rattenbefallsmeldungen gestiegen. Erfolgten in den letzten Jahren etwa 150 bis 170 Meldungen pro Jahr, sind 2016 bereits 223 Meldungen beim städtischen Ordnungsamt eingegangen. Nach Aussage des von der Stadt beauftragten Schädlingsbekämpfers wird allerdings bundesweit ein erhöhter Befall von Ratten und anderen Nagern festgestellt. „Das wird nicht zuletzt auf die milden Winter der vergangenen Jahre zurückgeführt, und die hatten wir auch in Nordhorn,“ erläutert Stephan Semper, Leiter des Ordnungsamtes.

Die Stadt Nordhorn bekämpft Ratten konsequent. Seit vielen Jahren hat sie entsprechende Verträge mit Schädlingsbekämpfern. Im derzeit geltenden Vertrag verpflichtet sich die beauftragte Firma, ständig und flächendeckend auf Grundstücken und in der kommunalen Kanalisation erfolgreich zu tilgen, zu bekämpfen und die Stadt „befallsarm“ zu halten. Jede Meldung, die die Stadt erhält, wird an den Vertragspartner weitergeleitet. Der Schädlingsbekämpfer nimmt Kontakt mit der meldenden Person auf und leitet gezielt Bekämpfungsmaßnahmen ein. Die Zunahme der Meldungen führt somit automatisch zu einer Zunahme der Bekämpfungsmaßnahmen. Obwohl Grundstückseigentümer nach der geltenden Rattenverordnung selbst zur Rattenbekämpfung auf ihren Grundstücken verpflichtet sind, werden die Schädlingsbekämpfer im Rahmen des Vertrags mit der Stadt auch dort in den meisten Fällen unterstützend tätig, zumindest außerhalb von Gebäuden.

Über jede Meldung erhält die Stadt eine Rückmeldung vom Schädlingsbekämpfer über die von ihm veranlassten Maßnahmen. Sofern ein besonderes Rattenaufkommen festgestellt wird, erfolgen durch das Ordnungsamt weitergehende Maßnahmen. So wurde in diesem Jahr in einem Bereich der Innenstadt und der Blumensiedlung festgestellt, dass einige Anwohner die Vorsorge- und Verhaltensregeln nicht beachtet und somit die Ausbreitung von Ratten begünstigt haben. In Absprache mit der Abfallbehörde beim Landkreis Grafschaft Bentheim werden in solchen Fällen Maßnahmen zur Entrümpelung von Grundstücken veranlasst oder Auflagen zur sachgemäßen Lagerung von zum Beispiel Tierfutter erteilt.

Ein besonderes Augenmerk des Ordnungsamtes und der Schädlingsbekämpfer liegt auf der Kanalisation. Das Nordhorner Kanalisationssystem besteht zu einem großen Anteil aus Mischwasserkanälen, insbesondere in den älteren Wohngebieten von Nordhorn. Das erleichtert es Ratten, Unterschlupf in der Kanalisation zu finden, denn gegenüber den neueren Kanälen mit Trennsystem können sie die Mischkanäle über die Regeneinläufe erreichen. Daher fand neben den Einzelbekämpfungsmaßnahmen zuletzt im Frühjahr dieses Jahres eine großflächige Belegung des Kanalnetzes mit Rattengift statt. Dort, wo ein verstärkter Befall festgestellt wurde, erfolgten im Sommer Nachbekämpfungsmaßnahmen.

Nach aktueller Einschätzung des Schädlingsbekämpfers waren die Bekämpfungsmaßnahmen in der Kanalisation sowie die Maßnahmen in der Innenstadt und der Blumensiedlung erfolgreich. An beiden Stellen wurde ein Befallsrückgang festgestellt, sodass in Nordhorn derzeit keine besonderen Befallsgebiete bekannt sind.

Die Bürgerinnen und Bürger sind weiterhin aufgefordert, jeden Rattenbefall direkt an die Stadt Nordhorn zu melden, damit entsprechende Bekämpfungsmaßnahmen erfolgen können. Das städtische Ordnungsamt ist dazu unter der Telefonnummer 05921 878-105 erreichbar. Auch sind Vorsorge- und Verhaltensregeln zu beherzigen, um die Ausbreitung von Ratten am eigenen Grundstück zu vermeiden. So sollten Ratten keine Gelegenheit haben, an Essensreste zu gelangen. Diese haben daher auf dem Kompost, im gelben Sack oder in der Toilette nichts verloren. Vogelfutter ist immer auch Rattenfutter. Wer Vögel in seinem Garten füttern will, sollte immer dafür sorgen, dass Ratten nicht an das Futter gelangen können. Enten und andere Wasservögel auf den Flüssen, Kanälen und anderen Wasserflächen sollten gar nicht gefüttert werden, insbesondere nicht mit Brot. Dies lockt nicht nur Ratten an, sondern schadet den Gewässern und den Vögeln mehr, als es nützt.