Wie Amsterdam total ins Wasser fiel
Grundsätzlich hat Amsterdam eine ganze Menge zu bieten. Foto: Anna Franzen

Wie Amsterdam total ins Wasser fiel

6. April 2015 0 Von slindschulte

Ein Feedback zu einem total verregneten Citytrip

Anna Franzen. Ich hätte nicht gedacht, dass ich einmal sagen würde: „Dieser Citytrip war total blöd.“ Warum? Ganz einfach: Weil ich mir auch mit wenig Geld und wechselhaftem Wetter immer etwas Schönes daraus gemacht habe. Aber Amsterdam letzte Woche fiel total ins Wasser – und das im wahrsten Sinne des Wortes. Ich war mit meinen Mädels für zwei Tage dort und wir waren erstmalig zu dritt endlich einmal so richtig im Urlaub, wenn auch nur mit einer Übernachtung und es hat nur geregnet.

Die Hotelboote in Amsterdam sind immer einen Aufenthalt wert. Foto: Anna Franzen

Die Hotelboote in Amsterdam sind immer einen Aufenthalt wert. Foto: Anna Franzen

Auf dem Hinweg war noch alles gut, teilweise kam sogar die Sonne heraus, aber es war wirklich kalt und wir hatten noch gehofft, als wir buchten, dass es Ende März ja vielleicht schon ein bisschen wärmer wäre. Denkste!

Als wir ankamen und beim Osterdok geparkt haben (24 Stunden für 10€) mussten wir uns bei Vapiano erst einmal kurz orientieren und das WLAN nutzen. Denn wir hatten eine Nacht auf einem Hotelboot gebucht und mussten noch einmal schauen, wo das Dock liegt. Nach einer Tasse Tee und Kaffee zur Stärkung ging es zügig los.

Wir dachten gleich bei den ersten Docks, die wir fanden, dass wir richtig sind und hielten beim dritten Dock zielstrebig auf ein recht großes Boot zu, das aber so gar nicht wie ein Hotelboot aussah. Zumal Dampf aufstieg und es irgendwie nach Gras roch. Furchtentschlossen klopfte ich an die Tür und ein netter junger Mann kam heraus. Wir waren natürlich falsch, aber er erklärte auf perfektem Englisch, wo wir hin müssen. Endlich angekommen waren wir trotzdem durch ein Missverständnis auf dem falschen Boot und haben echt Zeit verloren. Nachdem dann aber alles geregelt war, gingen wir voll motiviert in die Stadt und wollten ein wenig shoppen.

Es zog sich immer mehr zu, der Wind war super kalt und es tropfte schon ein wenig aus den Wolken. Eine wärmende Mütze für meine Ohren habe ich schmerzlich vermisst. Auf dem Weg zur Shoppingmeile kamen wir am Rembrandt-Platz vorbei. Dort wurde erst einmal Halt gemacht und fotografiert. Es gab einige Cafés und Restaurants und so langsam knurrte uns der Magen. Nachdem dann geäußert wurde, es müsse unbedingt Pommes sein und wir anderen zwei sofort zustimmten, fanden wir auch eine Pommesbude mit super leckeren Pommes und holländischer Mayonnaise. Es fing so langsam an zu regnen und wir stellten uns sicherheitshalber zum Essen kurz unter. Mit den Kapuzen tief ins Gesicht gezogen, ging es weiter zur Shoppingmeile. Wir hofften noch auf Besserung, weil wir wirklich froren. Deshalb ging es erst einmal in die kleine Shoppingmall und rein in die Geschäfte, dann weiter auf die Shoppingmeile, aber so richtig in Kauflaune kamen wir nicht. Obwohl es so viele tolle Shops gab, die in Deutschland nur spärlich zu finden sind. Es regnete immer doller. Wir kamen zum Königspalast und ich stand im Regen und musste erst einmal die Gebäude fotografieren, sahen immerhin nicht schlecht aus.

Grundsätzlich hat Amsterdam eine ganze Menge zu bieten. Foto: Anna Franzen

Grundsätzlich hat Amsterdam eine ganze Menge zu bieten. Foto: Anna Franzen

Da der Regen nicht so recht aufhören wollte, entschieden wir uns zu schauen, wie lang die Schlange beim Anne Frank Huis ist. Wir hatten nicht vorbestellt, denn wir hofften mit WLAN vor Ort noch Tickets buchen zu können. Aber da lagen wir auch falsch, schlechtes WLAN und riesen Schlange. Wir fragten uns durch und die Leute sagten, dass sie schon eine Stunde warteten. Darauf hatten wir im Regen nun wirklich keine Lust und wollten dann vom Boot aus noch einmal schauen für den nächsten Tag Tickets zu bekommen. Nach einem kurzen Aufenthalt in einer Kneipe auf einen Tee, gingen wir zurück zum Boot, kauften uns eine Flasche Wein und wärmten uns erst einmal auf, auch weil wir pitschnass waren. Die Laune stieg mit höherem Alkoholpegel und immer wärmer werdenden Gliedern.

Abends sollte es ins Rotlichtviertel gehen, besser gesagt in den Teil, wo die ganzen Restaurants und Bars sind. Wir entschieden uns für einen Italiener, genossen Pasta, Pizza und natürlich Absacker. Wir freuten uns, denn während wir aßen wurde es draußen zunehmend trockener. Doch als wir den Italiener verließen, um noch eine nette Bar zu finden, fing es wieder an zu regnen. Den Alkoholpegel hatten wir leider nicht gehalten, also waren wir merklich genervt. Beim Essen hatten wir uns über die Frauen unterhalten, die im tiefsten Rotlichtviertel halbnackt im Fenster stehen um ihre Dienste anzubieten. Das wollte ich nicht so recht glauben. Also mussten wir einmal kurz dort vorbei und ich war echt geschockt, dass es das tatsächlich gibt. Das gibt es auch nur in Amsterdam habe ich mir gedacht. Bei dieser kleinen Tour waren wir wieder so nass geworden, dass die Drinks recht schnell getrunken waren und wir uns eigentlich warmen Tee gewünscht hätten. Schnell ins Bett!

Am nächsten Tag genossen wir das leckere internationale Frühstück auf dem Boot und lachten, weil fast nur Deutsche beim Frühstück waren. Die Iren, die früh morgens vom feiern zurückkamen, mussten natürlich noch schlafen. Wie man dann um halb sieben noch laut reden und Musik hören kann, wir mir wirklich ein Rätsel. Naja, Frühstück und Talk mit dem Captain waren sehr schön. Da es in Strömen regnete, ließen wir uns das Essen besonders lange schmecken. Wir entschieden uns eine Grachtentour zu machen, denn die Boote hatten ja ein Dach und wir würden endlich ein bisschen mehr von der Stadt sehen und zum Nachmittag sollte das Wetter besser werden. Wir wollten nur kurz unser Gepäck zum Auto bringen und dann los. Leider nahmen wir den längeren Weg und wurden klitschnass. Meine Jacke hat einfach keinen Regen mehr abgehalten. Am Auto angekommen war klar, wir hatten schlicht keine Lust mehr und wollten nur noch nach Hause. So fiel unser Amsterdam-Trip total ins Wasser.

Grundsätzlich hat Amsterdam eine ganze Menge zu bieten. Foto: Anna Franzen

Grundsätzlich hat Amsterdam eine ganze Menge zu bieten. Foto: Anna Franzen

Was ich daraus lernte?

  • Tickets für das Anne Frank Huis unbedingt vorher buchen und alles darum herum planen
  • Besser informieren, um bei schlechtem Wetter zu wissen, welche Museen man besuchen kann
  • Öfter die Straßenbahn benutzen, denn alle Wege führen, nicht nach Rom aber zum Bahnhof (sehr nah zum Dock des Boots)
  • Im März eine Mütze und Handschuhe mit nach Amsterdam nehmen
  • Eine richtige Regenjacke im Gepäck haben
  • Mehr Alkohol trinken um im Falle von nassen Klamotten trotzdem noch gute Laune zu haben J

In diesem Sinne, prost und haltet euch an meine Erkenntnisse.

Demnächst werde ich euch erzählen, wie die Stadt der Engel oder auch Los Angeles zu meinem zu Hause wurde. Wer sich schon einmal einen Vorgeschmack machen möchte, kann ja einmal auf meinem Blog vorbeischauen. Viel Spaß beim Lesen.