Warum nicht einmal ins Ausland gehen?
ERASMUS in Polen - stark! Foto: Anna Franzen

Warum nicht einmal ins Ausland gehen?

6. August 2015 1 Von slindschulte

Die Arten eines Auslandsaufenthalts

Anna Franzen. Du hast deinen Schulabschluss, aber weißt nicht, wie es weitergehen soll, du bist fast fertig mit dem Abi oder suchst nach etwas, was dir wirklich gefällt? Warum dann nicht einige Zeit ins Ausland gehen?

Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass es dich im Leben weiterbringt, einmal einige Zeit im Ausland gewohnt zu haben. Und dabei ist es egal in welche Richtung es dich im Leben zieht. Meine beiden Auslandsaufenthalte waren auf mein Studium bezogen. Da ich schon immer einmal in die USA wollte, erfüllte ich mir diesen Traum durch ein freiwilliges Praktikum. Zu meinem Studium (International Business Administration) gehörte ein Pflichtsemester im Ausland. Dieses absolvierte ich in Polen. Ich lebte in zwei völlig unterschiedlichen Ländern mit anderen Lebensweisen und Kulturen. Und ich werde es niemals bereuen.

ERASMUS in Polen - stark! Foto: Anna Franzen

ERASMUS in Polen – stark! Foto: Anna Franzen

Ich wusste ganz genau, was ich will und wofür ich einen Auslandsaufenthalt benötigen kann. Wenn du aber noch nicht so recht weißt, wie deine Zukunft aussehen soll, dann nimm dir deine Zeit und versuche es mit einem Aufenthalt im Ausland. Mach eine Pause von den Zukunftsplänen und gib dir selbst Zeit dich zu entwickeln und deine Bestimmung im Leben zu finden.

Heutzutage ist es wesentlich einfacher ins Ausland zu gehen, als früher einmal. Agenturen haben sich auf verschiedene Arten von Auslandsaufenthalten spezialisiert und bieten eigentlich für jeden die passende Lösung an:

Bist du ein Kinderfreund, dann wäre vielleicht ein Au pair oder Demi pair etwas für dich. Beim Demi pair läuft es eigentlich genauso ab wie beim Au pair, nur das du zum Teil etwas weniger die Kinder der Gastfamilie betreuen musst und dafür einen Sprachkurs besuchst. Du kannst in der Zeit auch international anerkannte Zertifikate machen. Das Demi pair ist also eine ganz schöne Sache, wenn man sich in einer Fremdsprache verbessern will, aber auch etwas Geld dazuverdienen möchte.

Bist du noch SchülerIn und überlegst, ob eher das Abi oder eine Ausbildung folgen soll? Dann versuche es doch einmal mit einem Austausch und gehe für ein Jahr in einem anderen Land zur Schule. Du lebst in einer Familie und hast eventuell sogar Gastgeschwister, die mit dir zur Schule gehen. Es gibt so viele interessante Länder mit ganz anderen Schulsystemen. Denk einmal an die USA (wo du dir deinen Unterrichtsplan zum Teil selbst erstellst) oder an die skandinavischen Länder.

In den USA hat Anna sogar Jason Momoa aus "Game of Thrones" getroffen. Foto: Anna Franzen

In den USA hat Anna sogar Jason Momoa aus “Game of Thrones” getroffen. Foto: Anna Franzen

Willst du dir während deines Studiums in den Semesterferien eine schöne Zeit machen, könnte ein Summerjob etwas für dich sein. Diese werden auch in verschiedenen Ländern angeboten. Es geht hier um nichts anderes als Ferienjobs, z.B.in einer Surfschule, als Animateur in einem Camp, in einem Hotel oder einer Arbeit auf einer Ranch. Ganz besonders beliebt dafür sind die USA. Diese Summerjobs heißen „Work Travel in den USA“, aber auch Kanada, Australien und Neuseeland sind dafür beliebt.

Aus der Grafschaft hört man ja auch immer wieder, dass sich junge Erwachsene auf den Weg nach Australien machen. Dieses Land ist besonders beliebt für „Work and Travel“. Dies ist aber von den Summer Jobs zu unterscheiden. Meistens ist man ca. ein Jahr dort. Ich habe von Leuten gehört, die mehrere Monate nur gearbeitet haben und hinterher auf Reisen gingen, einige hatten ihre Reiseziele und haben sich dementsprechend Jobs gesucht. Es kommt also darauf an, was für ein Typ du bist. Mein Eindruck: du wirst beim „Work and Travel“ ganz schön viel Luxus abgeben und nicht so viel Sicherheit haben, was den Job angeht.

Eine andere Alternative wäre noch eine Sprachreise. Diese kannst du als Schüler auch für nur zwei Wochen in deinen Ferien machen. Du lebst meistens in Familien und gehst tagsüber zur Schule und hast Unterricht in Englisch, Spanisch oder Chinesisch. Es kommt darauf an, wo du bist oder was du gewählt hast. Ich hatte eine solche Sprachreise auch für mich in Betracht gezogen, aber wenn du länger in einem Land sein willst, dann wird eine solche Reise ganz schön teuer.

Dann wäre da ja auch noch die Möglichkeit ein Praktikum im Ausland zu absolvieren. Das war auch die Art und Weise meines ersten Auslandsaufenthaltes, den ich in Los Angeles verbrachte. Ich wollte gerne während meines BWL basierenden Studiums praktische Erfahrungen im Marketing sammeln und mein Englisch verbessern. Außerdem war es schon immer mein Traum die USA zu bereisen. Dafür beantragte ich also ein Urlaubssemester und suchte mir eine Agentur. Welche Schritte zu gehen sind und was ich dir für ein Feedback mit auf den Weg geben möchte, liest du dann nächste Woche.

Ein Blick aus luftiger Höhe - Annas Büro in Los Angeles. Foto: Anna Franzen

Ein Blick aus luftiger Höhe – Annas Büro in Los Angeles. Foto: Anna Franzen

Schließlich kannst du als Student auch ein Auslandssemester absolvieren. Bei mir gehörte es zum Studium, andere gehen freiwillig. Mir wäre aber stets wichtig, dass auch Credits aus dem Ausland anerkannt werden, wenn du schon in deiner Studienrichtung bleibst. Besonders beliebt sind Auslandssemester innerhalb der EU über das ERASMUS- Programm (European Community Action Scheme for the Mobility of University Students). Hier musst du im Gastland mit einem ERASMUS-Platz keine Studiengebühren zahlen und wirst ein wenig von EU-Fördergeldern unterstützt. Das Auslandssemester in Polen hat mich vielleicht nicht allzu sehr gefordert, aber meine interkulturelle Kompetenz erweitert und mich geduldiger werden lassen. Mehr dazu gibt es ebenfalls im nächsten Beitrag zu lesen.

Zuletzt möchte ich dir noch ein paar Fragen stellen, über die du vor der Entscheidung eines Auslandsaufenthalts, nachdenken solltest:

  • Welches Land interessiert mich und benötige ich ein Visum?
  • Wie viel Zeit habe/plane ich ein?
  • Kann ich in meinem Alter schon ein Au pair Jahr machen?
  • Komme ich auch ohne Agentur an einen Job?
  • Wie viel Geld sollte veranschlagt werden?
  • Spreche ich die Landessprache?
  • Schaffe ich mehrere Hundert Kilometer weit weg von meiner Familie und meinen Freunden zu sein?
  • Will ich in einer Gastfamilie oder alleine wohnen?
  • Welche Referenzen oder Qualifikationen benötige ich?

Dies sind ein paar Fragen, über die du dir im Vorhinein schon einmal Gedanken gemacht haben solltest. Wenn du noch Fragen hast, dann schreib sie in den Facebook Beitrag oder an die Redaktion. Ich will dir gerne helfen, damit du dich für den richtigen Auslandsaufenthalt entscheidest. In meinem nächsten Kolumnenbeitrag erzähle ich was genau mir mein Leben in den USA und in Polen gebracht hat und gebe dir ein paar Tipps zu Agenturen, die dir bei der Planung helfen. Ansonsten schaue auch gerne in meinem Blog vorbei. Ich würde mich freuen.

Bis nächste Woche,

Anna