Warum ich immer unterwegs bin
London - Annas erste richtige Städtereise. Foto: Anna Franzen

Warum ich immer unterwegs bin

23. Juni 2015 0 Von slindschulte

Anna plaudert aus dem Nähkästchen

Anna Franzen. Vor zwei Wochen noch in Polen, vergangenes Wochenende in Rostock und die letzten Trips gingen an die Mosel und nach Österreich. Ich bin irgendwie immer unterwegs. Kein Wunder, dass ich folgenden Satz höre, wenn ich nach Hause komme: „Ist die Weltenbummlerin auch mal wieder zu Hause?!“

Ich weiß eigentlich gar nicht so genau, wie das alles anfing. Es begann alles mit meinem Studium in Emden. Unter der Woche studierte ich fleißig und hatte mein Leben und Freunde in Emden, am Wochenende fuhr ich heim zur Family, den „alten“ Freunden und zum Volleyball. Irgendwann hatte ich dann eine Fernbeziehung und fuhr entweder am Wochenende nach Hause, in die schöne Grafschaft Bentheim oder Richtung Bremen. In den Semesterferien wurden Freunde besucht, die ihr zu Hause in den verschiedensten deutschen Städte hatten oder man fuhr zusammen auf Reisen.

London - Annas erste richtige Städtereise. Foto: Anna Franzen

London – Annas erste richtige Städtereise. Foto: Anna Franzen

Dann kamen meine Auslandsaufenthalte in den USA und Polen (alles in einem Jahr). Zwischendurch war ich dann mal wieder zu Hause oder eben bei meiner besseren Hälfte. Dann kam mein Praktikum in Hannover, die Fernbeziehung bestand natürlich auch noch und Freunde (die mittlerweile gut verstreut waren) wollten auch besucht werden. So fing ich 2013 an Deutschland ein wenig mehr kennenzulernen, als nur zwischen Grafschaft, Emden und Bremer Raum zu pendeln.

Ende 2013 kam ich ganz zurück in die Grafschaft, aber mir fehlte hier oft etwas. Deswegen freute ich mich, wenn Freunde mich zu sich einluden. Abwechselnd fuhr ich ja auch immer noch der Liebe wegen in den Bremer Raum. Manchmal muss ich einfach weg hier, dann wird mir alles zu klein, zu flach, zu unaufgeregt. Ich brauche dann den kleinen Reisestress und das Vergnügen einen für mich neuen Ort zu entdecken. Manchmal reicht es auch in die zweite Heimat zu fahren oder in eine größere Stadt, um mit Freunden ganz flach „einen drauf“ zu machen. Das ist keinesfalls böse gemeint und es ist auch nicht so, dass mir die Grafschaft nicht gefällt. Ich habe schlichtweg immer Sehnsucht nach etwas anderem und wenn diese zu groß wird, dann muss ich raus.

Freunde besuchen in Hamburg - hier ein Teil der Hafencity. Foto: Anna Franzen

Freunde besuchen in Hamburg – hier ein Teil der Hafencity. Foto: Anna Franzen

Letztes Jahr startete ich dann in das Berufsleben, als – welch Wunder – Pendler. Ich fahre jeden Tag 45 min zur Arbeit und wieder zurück, bin also wieder unterwegs und das jeden Tag. Wer meinen Lebensstil ein bisschen besser kennt, fragt nicht, wann bist du weg, sondern wann bist du da? Ich muss immer lachen, wenn von einem Onkel oder einer Tante die Frage bekomme: „du bist auch nie zu Hause oder?“, „bist du denn da?“ Manchmal kommt auch der Ausruf „ach du bist doch immer unterwegs (bzw. „auf patt“, wie man auf Plattdeutsch so schön sagt). Obwohl meine Auslandszeit in 2012 war, höre ich auch immer noch die Frage: „bist du denn wieder in Deutschland?“

Irgendwie ist es schon witzig, dass nicht nur mir vorkommt, dass ich immer unterwegs zu sein scheine, es fällt auch tatsächlich anderen auf. Aber was man bei all dem auch nicht vergessen darf, es strengt an. Reisen ist meine Leidenschaft, aber wenn dann noch Weiterbildungen oder eben andere Verpflichtungen am Wochenende anstehen, kann die Kombination sehr ermüdend werden. Gerade als Pendler braucht man auch einmal seine auto-freie Zeit.

Ich habe das alles ja selbst gewollt, aber ich ziehe auch meine Lehren daraus: Immer-unterwegs-sein kostet dich verdammt viel Kraft!

  • Freundschaften können zerbrechen, weil der andere einfach ein anderes Leben lebt.
  • Du musst alles planen.
  • Das Putzen kommt zu kurz.
  • Wenn du bei der Arbeit und im Auto viel sitzt, bekommst du Rückenprobleme.
  • Auch beim geringsten Budget kostet Reisen trotzdem Geld.

Immer-unterwegs-sein kostet dich also verdammt viel Kraft!

Deswegen meine Tipps:

  • Reisen gut über das Jahr verteilen, vor allem, wenn man Urlaub nehmen muss.
  • Auch mal nein sagen.
  • Stets bedenken, dass alles noch bezahlbar bleiben muss.
  • Mindestens ein Wochenende im Monat gar nichts planen.

Wenn ich selbst meine Tipps einhalte, dann merke ich auch, dass ich wieder mehr Kraft habe. Aber auch in der stressigsten Zeit, reicht ein Klick auf Instagram und ein anderer Travelblogger hat wieder ein super Bild gepostet, dessen Ort oder Land sofort in meine gedankliche bucket list hinein lege.

Ich habe hier ganz bewusst „immer“ und „unterwegs” oder in Kombination besonders markiert. Denn aus meinem Immer-unterwegs-sein möchte ich etwas machen. Da ich mit meinem Blog von Blogger zu WordPress als Anbieter wechsele, habe ich mir auch gleich die Domain www.immer-unterwegs.com gesichert. In Kürze werdet ihr dort meine Blogbeiträge finden. Denn in meinem Blog erhaltet ihr noch mehr Reisetipps von mir. Schaut vorbei. 🙂

Eure

Anna