Stadt arbeitet an mehr Betreuungsplätzen für Kinder in Nordhorn
(Symbolbild, Quelle: pixabay.com)

Stadt arbeitet an mehr Betreuungsplätzen für Kinder in Nordhorn

5. April 2018 0 Von Redaktion Ems-Vechte-News

Bürgermeister Thomas Berling stellt neben mittel- und langfristigen Projekten auch kurzfristige Teillösungen in Aussicht

Nordhorn. Nordhorns Bürgermeister Thomas Berling und die Stadtverwaltung wollen der Politik zeitnah verschiedene Möglichkeiten vorstellen, die Zahl der Betreuungsplätze für Kinder in Nordhorn deutlich zu erhöhen. Zu den denkbaren mittelfristigen Lösungen zählen Umbauten und Erweiterungen bestehender Einrichtungen. Langfristig sollen zusätzliche neue Kindertagesstätten gebaut werden. Auch kurzfristige Lösungsansätze sollen im Fachausschuss zur Diskussion gestellt werden.

Im Rahmen der Anmeldetage an den Nordhorner Kindertagesstätten war vor wenigen Wochen der deutlich gestiegene Bedarf an Betreuungsplätzen deutlich geworden. Es fehlen in diesem Jahr rund 300 Krippen- sowie über 100 Regelplätze. Doch nicht erst seit Bekanntwerden dieser aktuellen Zahlen arbeiten Rat und Verwaltung der Stadt Nordhorn am stetigen Ausbau der Kindertagesbetreuung. Noch vor wenigen Monaten hat der Rat der Erweiterung einer bestehenden Einrichtung um eine Krippengruppe zugestimmt. Außerdem wurde beschlossen, eine große Kita mit 45 Krippen- und 50 Kindergartenplätzen im Bereich Deegfeld neu zu errichten. Mit dem Bau soll im Januar 2019 begonnen werden.

Die Beschlüsse waren das Ergebnis intensiver Diskussionen im städtischen Ausschuss für Soziales, Jugend und Integration seit mehr als einem Jahr. Dabei wurde auch deutlich, dass kleinteilige Anbaulösungen bei bestehenden Einrichtungen allein letztlich nicht zielführend sind. In den vergangenen fünf Jahren reichte es aus, durchschnittlich 36 Krippenplätze beziehungsweise zwei bis drei Gruppen pro Jahr neu zu schaffen. Diese durchaus beachtliche Zahl ist nun aber offensichtlich nicht mehr ausreichend.

Die Warteliste für das Kindergartenjahr 2018/2019 weist eine Größenordnung auf, die die erwarteten Bedarfsmeldungen um ein Vielfaches übersteigt. Zu den Gründen zählen aus Sicht der Stadtverwaltung unter anderem die von der Landesregierung geplante Beitragsfreiheit für das erste und zweite Kindergartenjahr, die vom Rat beschlossene Beitragssenkung in Nordhorn, die aktuell sehr gute Beschäftigungslage sowie die steigende gesellschaftliche Akzeptanz der außerfamiliären frühkindlichen Bildung, Erziehung und Betreuung.

Bürgermeister Thomas Berling hat deshalb mit den Fachleuten seiner Verwaltung in den vergangenen Tagen die ganze Konzentration darauf gerichtet, Möglichkeiten und gegebenenfalls bereits vorhandene Räumlichkeiten zu identifizieren und unter Beachtung der gesetzlichen Vorgaben zu überprüfen. Im Zentrum steht dabei die Frage, ob sich daraus auch Betreuungsangebote entwickeln lassen, die kurzfristig bis zum neuen Kindergartenjahr oder zumindest bis Anfang 2019 zur Verfügung stehen könnten. Dabei werden auch Ideen erneut beleuchtet, die bislang nicht weiter verfolgt wurden. Entweder, weil sie zu kleinteilig erschienen, oder weil sie bei sehr hohem Arbeits- und Kostenaufwand nur wenige neue Plätze geboten hätten.

„Mir ist klar, dass wir mit diesen Lösungsansätzen keine 400 Plätze auf einen Schlag generieren können“, so Berling. „Aber 30 bis 40 Betreuungsplätze müssten kurzfristig bis Ende des Jahres realisierbar sein.“ Als erster kleiner Baustein könnten diese Plätze dann in die mittel- und langfristige Planung zur Bedarfsdeckung einfließen. Die über die Kurzfristigkeit hinausgehende Planung werde dann unter Einbindung der Träger schon bestehender Einrichtungen, aber auch anderer Partner vorangetrieben und soll mehrere Maßnahmen für eine Platzzahlerweiterung in beträchtlicher Größenordnung umfassen.

Diese Vorschläge zum Ausbauprogramm an konkreten Standorten will die Verwaltung der Politik in der nächsten Sitzung des Fachausschusses für Soziales, Jugend und Integration vorstellen und beraten. Bis dahin sind weitere Prüfungen, detaillierte Planungen und der Austausch mit anderen Beteiligten nötig. Unter anderem ist die Stadtverwaltung in konstruktiven und zielorientierten Gesprächen mit der Kreisverwaltung, der jüngst gebildeten Elterninitiative KiTa und Einrichtungsträgern.

Letztere stehen durch den Fachkräftemangel im Bereich Erziehung vor zusätzlichen Herausforderungen. Bürgermeister Berling macht keinen Hehl daraus, dass die Schaffung von mehr Räumlichkeiten allein noch nicht alle Probleme löst: „Auch in Nordhorn müssen wir uns inzwischen zusätzlich mit der Frage auseinandersetzen, ob für den Betrieb der Kindertageseinrichtungen genügend Fachkräfte zur Verfügung stehen.“

Mit Blick darauf, aber auch auf die notwendigen erheblichen Investitionen wünscht Berling sich eine deutliche Unterstützung vom Land Niedersachsen: „Nordhorn darf nicht für schnelles Handeln bestraft werden, indem die Landesregierung womöglich nur eine begrenzte Anzahl von Maßnahmen finanziell unterstützt.“, so der Bürgermeister. Man werde nach wie vor Fördermittel für die auf Dauer angelegten Maßnahmen und Objekte brauchen, aber auch bei der Schaffung von Provisorien und Übergangslösungen brauche die Stadt die Unterstützung des Landes und seiner Genehmigungsbehörden.