SPD Nordhorn sorgt sich um die Schwimmfähigkeit von Kindern
Das grosse Schwimmerbecken im delfiNOH. (Foto: Marion Bußler-Schüler)

SPD Nordhorn sorgt sich um die Schwimmfähigkeit von Kindern

28. Juli 2017 0 Von Redaktion Ems-Vechte-News

Studie und Ertrinkungsfälle geben Anlass zur Sorge

Nordhorn. Zu Beginn des neuen Schuljahres greift die Nordhorner SPD ein Thema auf, das vor einigen Wochen ganz aktuell wurde durch den Tod eines Flüchtlings im Vechtesee und später eines weiteren Flüchtlings im Lohner See. „Diese tragischen Einzelfälle sind schon schlimm genug, aber werden unsere Kinder in Nordhorn auch sichere Schwimmer?“ fragt Harald Krebs, der Fraktionsvorsitzende der SPD im Rat der Stadt Nordhorn. So berichtet eine bundesweite Studie der DLRG eine rückläufige Schwimmfähigkeit der Kinder in Deutschland. Danach erreichen erreichen bis zum Abschluss der vierten Klasse nur die Hälfte der Kinder das Jugendschwimmabzeichen in Bronze. Ende der 80er-Jahre waren es mehr als 90 Prozent. Dieser sogenannte Freischwimmer gilt als Mindestvoraussetzung für sicheres Schwimmen. Die SPD hat deshalb einen umfangreichen Fragenkatalog an die Stadtverwaltung gerichtet – zu Zahlen über sichere Schwimmer und Nichtschwimmer, die Schwimmangebote und inwieweit die Schulen tatsächlich Schwimmzeiten wahrnehmen.

Ratsmitglied Gisela Snieders stellt klar, dass das vielfältige ehrenamtliche Engagement von DLRG und Waspo für den Schwimmunterricht unverändert wichtig ist. Die Frage sei, ob das ausreicht, ob und wo es Engpässe gibt, denn es soll Wartezeiten bzw. Wartelisten geben. Vor allem aber bleibe das ein freiwilliges Angebot auf Initiative der Eltern. Ratsmitglied Alfred Koelman fragt: „Wie aber lernen die Kinder schwimmen, deren Eltern sich nicht kümmern oder vielleicht gar keine Gedanken daran verwenden, dass Sport gesund ist und Baden ohne Schwimmfähigkeit lebensgefährlich sein kann?“ Dabei will die SPD genau wissen, welche Schulen in welchem Umfang die Schwimmbäder nutzen.„Beim Bau des Delfinoh war wichtig, dass genug Kapazität für Schul- und Vereinsschwimmen entsteht“, so Harald Krebs. „Wir wünschen uns, dass Schwimmunterricht und Schwimmsport einen hohen Stellenwert für die Schulen haben sollte, und wir wollen dazu Zahlen und Fakten haben.“

Aus Sicht der SPD müsse erreicht werden, dass alle Kinder spätestens in der Grundschule zu sicheren Schwimmern werden. Wenn das nicht der Fall sei, sollten Schulen, Vereine, Stadt und der Badbetreiber „bnn“ an einen Tisch kommen, um zu überlegen, wie das Ziel erreicht werden kann. Die Antworten auf die Fragen der SPD will die Stadtverwaltung in den Fachausschüssen für Schule und Sport geben.