SPD besorgt: Altersarmut nimmt zu

SPD besorgt: Altersarmut nimmt zu

19. Oktober 2015 0 Von Rainer Kwant

Rd. zwei Drittel, 61%  der Bezieher von Leistungen des Jobcenters wohnen im Stadtgebiet von Nordhorn

Nordhorn. Die SPD-Ratsfraktion Nordhorn setzte sich kürzlich intensiv mit den vorgelegten Informationen des Job-Centers zur Entwicklung der Leistungsbezieher nach SGB II – sog. Hartz IV – Empfänger auseinander. Leichte Zunahmen gab es (Stand: Ende 2014) im Landkreis bei der Grundsicherung für Arbeitssuchende. Aber trotz erheblicher Mittelkürzungen konnten  auch erfolgreiche Integrationsvermittlungen von Arbeitslosen in den ersten Arbeitsmarkt erreicht werden; so das Fazit des Jobcenters. Problematisch bleibt die niedersachsenweit sehr hohe Quote der Aufstocker: Personen, die neben eigenem Einkommen aus Erwerbstätigkeit Leistungen zur Grundsicherung im Jobcenter  beantragen müssen, weil ihr Einkommen zu niedrig ist. Die aktuellen Zahlen zeigen aber bereits für 2015 die positiven Auswirkungen des Mindestlohns, was voraussichtlich  zu einer Reduzierung der Aufstockerquote führen wird. Die SPD-Fraktion wird dies genau weiter verfolgen. Rd. zwei Drittel, 61%  der Bezieher von Leistungen des Jobcenters wohnen im Stadtgebiet von Nordhorn. Mit Sorge sieht die SPD-Fraktion die kontinuierliche Zunahme der arbeitslosen Älteren, insbesondere der Altersgruppe 55 Jahre und älter. Vielfach werden sie nach Erreichen des Rentenalters von der Grundsicherung für Arbeitssuchende in die Grundsicherung im Alter nach SGB XII (Basis Sozialhilfe) überwechseln müssen, da die erworbene Rente für den Lebensunterhalt nicht ausreicht. Die vom Nordhorner Sozialamt bearbeiteten  Anträge stiegen von 2010 bis Ende 2014 um 37,9%, Tendenz weiter steigend. Die SPD sieht in dieser Entwicklung große Herausforderungen  für die Zukunft. „Die Integrierte Stadtentwicklungsplanung  hat sich auch dieses Problems einer wachsenden Altersarmut anzunehmen“, betont die sozialpoltische Sprecherin, Wiebke Buchholz-Will. „Notwendig sind neben erschwinglichen Mieten, ÖPNV-Verbindungen, gut erreichbare Lebensmittelgeschäfte, nahe gesundheitliche und andere Dienstleistungen etc.“. Die Stadt sollte sich nicht nur an gut verdienende Senioren orientieren, betonen auch Rita Raaz und Werner Heiduczek, ebenfalls sozialpoltisch aktiv: “Die Angebote im ehemaligen Rawe Gebiet sind gut durchdacht, nur die neu erstellten Wohnungen sind für viele zu  teuer“.  Die Quartiersentwicklung muss entsprechend dem Leitbild der Stadt Nordhorn den unterschiedlichen Bedürfnissen älterer  Bewohnerinnen und Bewohner Rechnung tragen, fasst Petra Alferink, Fraktionsvorsitzende, die Diskussion zusammen, und sieht dies als wichtige Aufgabe des Stadtentwicklungsausschusses an.