Sonderausstellung in Esterwegen: Widerstand gegen den Nationalsozialismus
Die Gedenkstätte Esterwegen. (Foto: wikimedia: Gerardus / CCO 1.0)

Sonderausstellung in Esterwegen: Widerstand gegen den Nationalsozialismus

17. Januar 2018 0 Von Redaktion Ems-Vechte-News

Eröffnung in der Gedenkstätte Esterwegen am Sonntag

Esterwegen. „Was konnten sie tun? – Widerstand gegen den Nationalsozialismus 1939 – 1945“ lautet der Titel der Wanderausstellung, die am Sonntag, 21. Januar, um 15 Uhr eröffnet wird und mit der die Gedenkstätte Esterwegen, Hinterm Busch 1, die Winterpause beendet.

1933 übernahmen Hitler und die Nationalsozialisten die politische Macht in Deutschland. Sie errichteten eine Diktatur. Die meisten Deutschen folgten dem neuen Regime begeistert oder passten sich an, weil sie sich davon Vorteile erhofften. Manche blieben passiv. Aber nur wenige Menschen stellten sich den Verletzungen der Menschenrechte und den Verbrechen der neuen Machthaber entgegen. Sie nutzten jene Möglichkeiten, die es auch unter den Bedingungen der Diktatur noch für politisches Handeln gab. Jeder Einzelne musste sich entscheiden, ob er sich den Nationalsozialisten anschloss, untätig abwartete oder Widerstand leistete.

Die Ausstellung, in die Prof. Dr. Bernd Faulenbach, Historiker der Ruhr-Universität Bochum und u. a. Vorsitzender des Stiftungsrates der Stiftung Gedenkstätte Esterwegen, nach der Begrüßung durch Landrat Reinhard Winter, Vorstandsvorsitzender Stiftung Gedenkstätte Esterwegen, einführen wird, zeigt, wie vielfältig die Formen des Widerstands gegen den Nationalsozialismus waren. Manche Menschen verbreiteten Informationen ausländischer Rundfunksender, druckten Flugblätter und verteilten sie. Andere halfen verfolgten Juden, Kriegsgefangenen oder Zwangsarbeitern. Und einige versuchten, Hitler zu stürzen, um seine verbrecherische Herrschaft und den Krieg zu beenden. Sie bezahlten ihren Widerstand mit einem gewaltsamen Tod.

Zwei von ihnen, der Sozialdemokrat Julius Leber (1891 bis 1945) und der Gewerkschafter Wilhelm Leuschner (1890 bis 1944), hatten zuvor schon eine lange Verfolgungsgeschichte erlitten. Beide waren u. a. zwischen 1933 und 1936 im Konzentrationslager Esterwegen inhaftiert. Auf 25 Tafeln (Rollups) wird auch an den Hitler-Attentäter Georg Elser, an Hermann Stöhr, der den Kriegsdienst verweigerte, oder an die Geschwister Scholl erinnert.

Die Wanderausstellung der Stiftung 20. Juli 1944 ist in Zusammenarbeit mit der Gedenkstätte Deutscher Widerstand entstanden. Sie wird bis zum 22. April 2018 zu den Öffnungszeiten der Gedenkstätte (dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr) in Esterwegen zu sehen sein.