Rom, die ewige Stadt
Anna ist überzeugt: Hier gibt es die weltbeste Pizza. Foto: Anna Franzen

Rom, die ewige Stadt

28. März 2015 0 Von slindschulte

Geschichte gepaart mit mediterranem Flair

Anna Franzen. In diesen Tagen fällt es schwer freudig über Reisen zu schreiben, wenn zwei Menschen aus unserer Mitte so jäh aus dem Leben gerissen wurden. Wollten Sie sich doch eine schöne Zeit in Barcelona machen und mit tollen Geschichten nach Hause kommen, um Ihren Lieben davon zu berichten. Wir Grafschafter sind alle betroffen und fühlen mit Familie und Freunden.

Wie also nun von Reisen erzählen, zu denen man mit dem Flugzeug aufbrach? Nun, ich denke an eine Stadt, die genau solches Leid, wie wir es in diesen Tagen fühlen, erlebt hat. Die abbrannte und wieder aufgebaut wurde, in der Tausende zum Spaß umkamen oder durch Krieg, eine Stadt, die durch Ewigkeit geprägt ist: Rom.

Das Colosseum in Rom. Foto: Anna Franzen

Das Colosseum in Rom. Foto: Anna Franzen

Ich bin letztes Jahr zwar mit dem Flieger aus von Bremen dorthin geflogen, aber warum nicht mit dem Auto reisen? In Südtirol einfach zunächst die Berge genießen und dann am Gardasee im Wasser planschen, bevor es aufgeht in die wunderschöne Hauptstadt Italiens. Ist doch machbar, wenn man ein wenig mehr Zeit einplant, um nicht zu weite Strecken vor sich zu haben.

Letztes Jahr konnte man noch von Bremen nach Rom (Ciampino) fliegen. Dies ist jetzt bei Ryanair wohl nicht mehr der Fall. Mich hat schon der Weg von diesem weiter von der Stadt entferntem Flughafen in die Innenstadt fasziniert. Mediterrane Häuser, hier und da Aquädukte und Sonnenschein. Es war mein erster Besuch in Italien.

Eine Stadt der Ruinen

Wir (genau, ich war mit Freunden dort) hatten uns vorab mithilfe meines italienischen Freundes Gedanken gemacht, welche der Sight Seeing-Stellen miteinander kombiniert werden können. Denn Achtung: Rom hat nur zwei U-Bahn-Linien. Der Rest muss zu Fuß, Bus oder Taxi bewältigt werden. Ich habe Rom weiter oben die ewige Stadt genannt, dieser Titel ist schon fast offiziell. Viele Travel Blogger nennen Rom „the eternal city“, was auch genau das bedeutet. Die Ewigkeit der Stadt ist schuld, dass es nicht mehr U-Bahn-Linien gibt, denn immer wenn gebaut wird, werden gleichzeitig Ruinen freigelegt und der Schutz verbietet sie zu zerstören. Also kann nicht weitergebaut werden.

Allerdings werden diese Ruinen nicht besonders gehegt und gepflegt, wie beispielweise das Forum Romanum. Die Ruinen liegen brach und bieten Platz für die vielen wilden Katzen in der Stadt, die friedlich in der Sonne liegen. Sieht eigentlich ganz niedlich aus.

So kombinierst du die Sehenswürdigkeiten

Um sich erst einmal zu orientieren, fährt man am besten zum Colosseum und spaziert die Straße Richtung Forum Romanum oder Königspalast entlang. Auf dem Weg werden euch schon einige schöne Gebäude auffallen, wie zum Beispiel Kirchen. Leider habe ich mir die ganzen Namen nicht gemerkt. Aber es gibt hunderte Kirchen, Basilisken und Brunnen in Rom. Es ist wirklich faszinierend: Du kommst auf einen Platz und schon wieder ist da ein Brunnen und ein Basilisk.

Wollt ihr das Colosseum auch besichtigen, dann seid am besten schon früh morgens dort und macht euch bereit, dass ihr eine Weile anstehen müsst. Ihr könnt natürlich auch Tickets vorbestellen, aber dann seid ihr nicht mehr ganz so spontan. Wir sind nachmittags angekommen und haben genau das gemacht, was ich eben beschrieben habe und sind dann beim weltbesten Pizzabäcker zum Essen gewesen.

Anna ist überzeugt: Hier gibt es die weltbeste Pizza. Foto: Anna Franzen

Anna ist überzeugt: Hier gibt es die weltbeste Pizza. Foto: Anna Franzen

Am ersten vollen Tag den ihr in Rom seid, könntet ihr mit dem Petersplatz anfangen. Das macht vor allem Sinn, wenn ihr in der Nähe des Vatikans euer Hostel oder Hotel habt. Der Petersplatz mit dem Petersdom ist wirklich sehr beeindruckend. Im Dom selbst bin ich sehr ehrfürchtig gewesen, diese hohen massiven Wände, das viele Gold. Ich habe fast geweint vor Ehrfurcht. Kirchen haben oft diese Wirkung auf mich…

Anschließend passt es ja perfekt zur Engelsburg zu pilgern. Zwischen Papstresidenz und der Burg gibt es einen unterirdischen Gang, um den Papst in Sicherheit zu bringen. Den haben wir natürlich nicht genutzt, wir sind die paar hundert Meter auf der Straße gelaufen. Der Name Engelsburg kommt von den vielen Engelsstatuen um und auf der Burg.

Wie gesagt, alle Sehenswürdigkeiten sind nicht mit der U-Bahn zu erreichen, deswegen muss man in Rom viel laufen. Von der Engelsburg war der Trevi-Brunnen am nächsten dran. Dieser ist zurzeit in Restauration. Von dort aus passt es sehr gut, zur Spanischen Treppe zu laufen. Diese beiden Standorte sind nicht weit voneinander entfernt. Kurz vor Sonnenuntergang ist der Piazza del Popolo absolute Pflicht. Dort gibt es Zwillingskirchen, die direkt nebeneinander liegen. Oberhalb des Platzes liegt die Villa Borghese. Der Ausblick von dort und über die Stadt ist wahnsinnig schön und Panoramafotos ein Muss. Von der Piazza del Popolo fährt eine U-Bahn zum Circus Maximus. Hier wurden zu Caesers Zeiten die berühmten Wagenrennen mit Pferden veranstaltet. Der Platz wird frei und sauber gehalten. Die Gebäude haben wir nicht besichtigt. Letztes Jahr gab es noch einen Ausgrabungsort, vielleicht wurde mittlerweile ja schon wesentlich mehr freigelegt?!

Wie schon gesagt, um das Colosseum von innen zu besichtigen, braucht es schon ein bisschen mehr Zeit, deshalb sind wir am zweiten vollen Tag dorthin. Das Collosseum hatte so viel Platz, wie ein Stadion. Kaum vorzustellen, dass an die 60.000 Menschen darin Platz fanden und den blutigen Gladiatoren-Kämpfen zugeschaut haben.

Anschließend gönnten wir uns einen kleinen Snack in der Sonne, die Ende März schon wunderbar warm ihre Sonnenstrahlen ausgesandt hat. Überall bei den Sehenswürdigkeiten, die leicht zugänglich sind, finden sich Essensstände für einen kleinen Snack. Von dort aus sind wir dann weiter zum Pantheon. Hier handelt es sich um ein antikes Bauwerk, in dem Römer vor der Christenzeit ihre Heiligen geehrt haben.

Bestens bekannt: Der Petersdom. Foto: Anna Franzen

Bestens bekannt: Der Petersdom. Foto: Anna Franzen

Auf dem Weg Richtung Vatikan zurück trafen wir auf einen Markt und ließen uns ein wenig für Mitbringsel inspirieren. Ein großes Eis war dann natürlich erst einmal Pflicht. Es gibt kein besseres Eis als das echte aus Italien. Da das Wetter noch so schön war, haben wir den Blick auf den Petersdom und die Engelsburg noch einmal genossen. In der Sixtinischen Kapelle und in den vatikanischen Museen waren wir nicht mehr, weil es nicht ganz in den Plan passte und das Wetter am zweiten Tag einfach zu schön war. Aber man will ja auch noch etwas besichtigen können, wenn man die ewige Stadt noch einmal besucht.

Ich habe die ewige Stadt, in der so viel Geschichte steckt wirklich in mein Herz geschlossen. Die Stadt ist sympathisch, die Leute sind sympathisch und das Wetter ist sympathisch. Das macht dann auch das viele zu Fuß gehen wieder wett.

Warum ich Rom auch die Stadt der Sinne nenne, könnt ihr in meinem Blog nachlesen.