Ratgeber Reisen: Tipps für einen gelungenen Urlaub
(Symbolbild, Quelle: pixabay.com)

Ratgeber Reisen: Tipps für einen gelungenen Urlaub

23. Juni 2017 0 Von Redaktion Ems-Vechte-News

Buchen, Versicherungsschutz, Bargeld – Was Sie bei der Reiseplanung beachten sollten

Hannover. In Niedersachsen sind die Sommerferien gestartet. Dann heißt es für viele wieder: ab in den Urlaub. Doch von der Reiseplanung bis zur Rückkehr kann vieles schief gehen. Was ist etwa bei der Online-Buchung zu beachten? Welcher Versicherungsschutz ist sinnvoll? Und welche Rechte haben Verbraucher bei Flugverspätungen oder wenn zugesagte Leistungen nicht eingehalten werden? Die Verbraucherzentrale Niedersachsen zeigt, worauf Urlauber achten sollten und was bei Verspätungen und Reisemängeln zu tun ist.

Buchung im Internet: Reisen online zu buchen, ist einfach und bequem. Was viele jedoch nicht wissen: Bei Reise- und Beförderungsverträgen besteht grundsätzlich kein Widerrufsrecht – auch nicht bei Online-Buchungen! Kunden sollten Preise und Leistungen daher sorgfältig vergleichen und auf mögliche Zusatzkosten achten. Denn: Vermeintlich günstige Angebote sind oft keine Schnäppchen. Bewertungen können bei der Auswahl des Hotels helfen, sind aber mit Vorsicht zu genießen. Da sie mitunter gefälscht sind, sollten immer verschiedene Portale zu Rate gezogen werden.

Versicherungsschutz: Bei Reisen ins Ausland ist eine Auslandsreisekrankenversicherung für gesetzlich Krankenversicherte unverzichtbar. Sie deckt auch Kosten für Kranken- oder Rücktransporte ab. Privatversicherte sollten überprüfen, ob ein Rücktransport mitversichert ist und gegebenenfalls eine Zusatzpolice abschließen. Für lange im Voraus gebuchte, teure Reisen sowie bei Reisen mit Kindern oder Senioren kann zudem eine Reiserücktritts- und Reiseabbruchkostenversicherung sinnvoll sein. Die Basisleistungen beinhalten die Stornokosten vor Reiseantritt, wohingegen die Reiseabbruchkosten nicht bei allen Verträgen übernommen werden. Hier ist es wichtig, die Tarife und Konditionen zu vergleichen: Werden etwa Mehrkosten einer veränderten Rückreise abgedeckt und nicht in Anspruch genommener Reiseleistungen erstattet? Nicht empfehlenswert sind hingegen Reisegepäckversicherungen, denn hier gilt in der Regel die eigene Sorgfaltspflicht: Wer sein Gepäck nicht stets im Blick behält, verliert den Versicherungsschutz. Auch eine Reisehaftpflichtversicherung oder Reiseunfallversicherung ist meist unnötig.

Zahlungsmittel auf Reisen: Wer ins Ausland reist, sollte mehrere Zahlungsmöglichkeiten zur Verfügung haben. Bargeld gehört jedoch zur Grundausstattung dazu. Wie viel, ist abhängig vom Bedarf, dem Verlustrisiko sowie den Geldbeschaffungs- oder Bezahlmöglichkeiten. In jedem Fall sollten sich Kunden vor Reiseantritt bei ihrer Hausbank über die Gebühren und den Verfügungsrahmen bei der Geldautomatennutzung im Ausland informieren: Wie viel Geld täglich abgehoben werden darf, ist im In- und Ausland unterschiedlich. Auch bei Kreditkarten sollte vorab geklärt werden, wie hoch der Kredit- beziehungsweise Verfügungsrahmen ist.

Handynutzung im Ausland: Seit dem 15. Juni 2017 entstehen bei Reisen in EU-Mitgliedstaaten keine Extra-Kosten mehr: Telefonieren, SMS und mobile Datennutzung kosten grundsätzlich genauso viel wie zu Hause. Wer also eine Telefonie-Flatrate in alle deutschen Netze hat, nimmt diese auch mit in den Urlaub. Allerdings sollten sich Smartphonenutzer vorab informieren, ob ihr Tarif überhaupt im Ausland nutzbar ist. Und: Über den Wolken, auf hoher See und im außereuropäischen Ausland gilt die EU Roaming-Verordnung nicht. Preise sollten hier vorab bei der Fluggesellschaft, der Reederei beziehungsweise dem Mobilfunkanbieter angefragt werden.

Fluggastrechte: Wer kennt es nicht: Endlich soll es losgehen, doch das Flugzeug hebt nicht oder verspätet ab. Je nach Ausmaß der Verzögerung, stehen Fluggästen Ausgleichszahlungen, Unterstützungsleistungen nach Wahl (Erstattung des Ticketpreises, Rückflug zum ersten Abflugort der Reise oder anderweitige Beförderung zum Reiseziel) und/oder Betreuungsleistungen (etwa Mahlzeiten und Getränke, Telefonate o-der Hotelunterkunft) zu. Diese Ansprüche aus der Fluggastrechteverordnung der EU müssen gegenüber der Fluggesellschaft geltend gemacht werden. Pauschalreisende können sie gleichzeitig beim Reiseveranstalter anmelden.

Flugverschiebungen und Mängel bei Pauschalreisen: Gerade Pauschalurlauber gehen meist davon aus, einen Direktflug gebucht zu haben. Um Überraschungen zu vermeiden, sollten sie genau nachfragen: Handelt es sich wirklich um einen ‘Non-Stop-Flug’ oder um einen ‘Direktflug mit Zwischenlandung’? Gut zu wissen: Flugverschiebungen sind zwar ärgerlich, rechtfertigen in der Regel jedoch keine Minderung des Reisepreises. Denn Fluggesellschaften behalten sich gemäß ihrer Allgemeinen Geschäftsbedingungen meist Änderungen der Flugzeiten vor. Anders ist es, wenn etwa das Hotel nicht hält, was der Reiseveranstalter im Katalog oder im Internet verspricht. Betroffene sollten alle Mängel unverzüglich bei der Reiseleitung des Veranstalters (nicht beim Hotelier) anzeigen und Abhilfe fordern. Zudem sollten sie sich ein schriftliches Mängelprotokoll aushändigen und unterschreiben lassen. Wichtig: Reisepreisminderungs- oder Erstattungsansprüche müssen innerhalb eines Monats nach Reiseende beim Reiseveranstalter angemeldet werden.

Kostenlose Musterbriefe für die Minderung/Erstattung der Reisekosten bei Reisemängeln sowie weitere Tipps und Erklärungen – auch zur Reise mit der Bahn, dem Fernbus oder per Schiff – sind auf der Webseite der Verbraucherzentrale Niedersachsen zu finden: www.verbraucherzentrale-niedersachsen.de/reise-urlaub.