Ratgeber Recht: Vorsicht vor „maps-routenplaner.pro“ bei der Reiseplanung!
Routenplaner-Abzocke: Lassen Sie sich nicht in die Irre führen. (Symbolbild, Quelle: pixabay.com)

Ratgeber Recht: Vorsicht vor „maps-routenplaner.pro“ bei der Reiseplanung!

27. Juni 2017 0 Von Redaktion Ems-Vechte-News

Abo-Falle: Zahlungsaufforderungen mit erfundenen Gerichtsurteilen

Hannover. Neuer Anbieter, alte Masche: Pünktlich zur Reisezeit lockt die Digital Development GmbH Verbraucher mit einem Online-Routenplaner in die Kostenfalle. Wer sich auf maps-routenplaner.pro eine Route berechnen oder an einem Gewinnspiel teilnehmen möchte, muss zunächst seine E-Mail-Adresse eingeben – und schließt so angeblich eine 24-monatige Mitgliedschaft für 500 Euro ab. Jetzt sollen erfundene Gerichtsurteile die Gültigkeit des Vertrags belegen und Nutzer unter Druck setzen. Die Verbraucherzentrale Niedersachsen rät Betroffenen, auf keinen Fall zu zahlen: Die Urteile gibt es nicht, Zahlungsaufforderungen sollten Verbraucher ignorieren.

Sommerzeit ist Reisezeit. Wer mit dem Auto unterwegs ist, nutzt vorab gerne kostenlose Routenplaner. Doch Vorsicht: Unseriöse Anbieter versuchen immer wieder, Nutzern per Gewinnspiel oder Gutschein kostenpflichtige Verträge unterzuschieben. Besonders dreist geht die Digital Development GmbH aus Berlin vor: Wer auf der neuen Seite maps-routenplaner.pro seine E-Mail-Adresse eingegeben hat, erhält nicht nur eine Zahlungsaufforderung, sondern wird mit angeblich rechtskräftigen Urteilen unter Druck gesetzt. So heißt es in einem Blogbeitrag, sowohl das Amtsgericht Mainz (AZ: 44 C 276/17) als auch das Oberlandesgericht Frankfurt (AZ: 7 C 328/17) habe „die Zahlungspflicht bestätigt“ und die „säumigen Kunden des Portals zur Zahlung des offenen Betrages sowie zur Übernahme der Anwalts- und Gerichtskosten verurteilt”. Die Rechnung der Digital Development GmbH sei daher unbedingt zu begleichen, um nicht zur Zahlung verurteilt zu werden.

„Wir haben bei den Gerichten nachgefragt“, erklärt Kathrin Körber, Rechtsexpertin der Verbraucherzentrale Niedersachsen. „Beide haben uns bestätigt, dass es die genannten Aktenzeichen nicht gibt und auch keine Verfahren anhängig gewesen sind.“ Verbraucher sollten sich daher nicht einschüchtern lassen und auf gar keinen Fall zahlen. „Auch wenn bei dieser Version des uns schon bekannten Routenplaners der Bestellbutton richtig beschriftet ist, einer Zahlungsaufforderung sollten Verbraucher gelassen entgegensehen“, sagt Körber. Es ist und bleibt Abzocke und eine Abofalle.

Weitere Informationen unter erhalten Sie auch unter https://www.verbraucherzentrale-niedersachsen.de/maps-routenplaner-pro