Ratgeber Recht: Transparenzverordnung bei Telekommunikationsanbietern – Regelungen unzureichend
(Symbolbild, Quelle: pixabay.com)

Ratgeber Recht: Transparenzverordnung bei Telekommunikationsanbietern – Regelungen unzureichend

29. Dezember 2017 0 Von Redaktion Ems-Vechte-News

Kunden fühlen sich bei Problemen im Stich gelassen

Hannover. Seit Mai 2017 ist die Transparenzverordnung in Kraft. Sie ermöglicht es, Tarife zu vergleichen und vertragliche Leistungen zu überprüfen. Ein großes Manko ist jedoch, dass Verbraucher im Falle eines Vertragsbruchs keine Rechtssicherheit erhalten. In einer Online-Umfrage wollte die Verbraucherzentrale Niedersachsen wissen, welche Erfahrungen Kunden bei Problemen mit ihrem Telekommunikationsanbieter gemacht haben. Das Ergebnis: Das Ungleichgewicht zwischen Anbieter und Verbraucher ist nach wie vor spürbar, die Mehrheit der Befragten fühlt sich bei Problemen allein gelassen. Die Verbraucherzentrale fordert weitere Regelungen, um die Rechte der Verbraucher zu stärken.

Nur knapp ein Drittel der befragten Verbraucher gab an, ihr Recht durchgesetzt zu haben. Weitere 14 Prozent konnten immerhin eine Einigung auf Kulanz erzielen. Umgekehrt bedeutet das: Knapp jeder zweite Befragte unterlag seinem Anbieter – 35 Prozent haben sich erfolglos für ihr Recht eingesetzt, 17 Prozent haben es gar nicht erst versucht. Fast 70 Prozent der Befragten sind der Meinung, auf professionelle Hilfe angewiesen zu sein, um ihr Recht durchzusetzen. „Hier zeigt sich deutlich die Überlegenheit der Anbieter“, erklärt Kathrin Körber, Rechtsexpertin der Verbraucherzentrale Niedersachsen. „Um eine Anschlusssperre oder ein Mahnverfahren zu umgehen, bleibt Kunden oft nichts Anderes übrig, als Forderungen nachzukommen – berechtigt oder nicht.“

So überrascht es nicht, dass sich mit rund 80 Prozent die deutliche Mehrheit der Befragten mit ihren Problemen allein gelassen fühlt. 84 Prozent befürworten weitere gesetzliche Vorgaben. „Ein großes Problem ist die Erreichbarkeit der Anbieter. Es muss klar geregelt werden, welche Wartezeiten zumutbar sind, um Beschwerden loszuwerden“, fordert Körber. Nur so erhalten Verbraucher die Chance, ihre Rechte zu formulieren und einzufordern. Zudem sollten Kunden ein Recht auf Sonderkündigung oder Vertragsanpassung erhalten, wenn festgelegte Leistungen nicht erfüllt werden. Entsprechende Nachweise über das Messtool der Bundesnetzagentur müssen als Beweis anerkannt werden. „Die Transparenzverordnung ist ein guter erster Schritt, jetzt sollten weitere gesetzliche Regelungen folgen, um die Rechte der Verbraucher zu stärken“, so Körber.

Insgesamt hatten sich 200 Verbraucher an der nicht repräsentativen Umfrage beteiligt. Ergebnisse und Forderungen sowie weitere Informationen rund um Mobilfunk und Internet unter: www.verbraucherzentrale-niedersachsen.de/telefonanbieterumfrage.