Ratgeber Finanzen: 2016 war ein gutes Jahr für Anleger
Symbolbild, (Quelle: Pixabay.com)

Ratgeber Finanzen: 2016 war ein gutes Jahr für Anleger

19. Januar 2017 0 Von Redaktion Ems-Vechte-News

Der Quartalsbericht Finanzen – präsentiert in Zusammenarbeit mit CONFIRMA

Nach anfänglich starken Turbulenzen beruhigte sich das Jahr 2016 und sorgte am Ende sogar für freudige Stimmung bei Anlegern. Der DAX legte um über 6% zu. In den USA zeigt die Börse Dank Leitzinserhöhung und Trump mit einem zweistelligen Plus ein noch besseres Bild.

USA: Erwartete Zinserhöhung

Mitte Dezember blickte die gesamte Finanzwelt mit Spannung Richtung USA: Fed-Chefin Janett Yellen verkündete eine Zinserhöhung. Dieser Schritt kam nicht überraschend. Im Allgemeinen hatten ihn die Märkte bereits erwartet und eingepreist. Interessant war eher die Begründung, denn die Fed offenbart ihre positive Einschätzung der gesamten wirtschaftlichen Lage. Entsprechend legten die Aktienkurse deutlich zu. Aber auch die US-Währung verteuerte sich und lag zeitweise auf dem höchsten Stand seit 14 Jahren. Yellen bekräftigte auch, dass sie im kommenden Jahr die Zinspolitik fortführen wird. Bis zu drei Zinsschritte seien möglich.

Im Gegensatz dazu wiederholte EZB-Chef Mario Draghi, seine lockere Geldpolitik fortführen zu wollen. Die Zinsen im Euro-Raum bleiben bis auf weiteres bei null Prozent und Banken müssen für das Bunkern von Geld bei der EZB Strafzinsen zahlen.

Trump Wahl beflügelt die Aktien

Seit der Wahl von Donald Trump zum neuen Präsidenten sind die amerikanischen Börsen im Aufwind. So ist der Dow Jones nur noch wenige Punkte von der magischen Grenze von 20.000 entfernt. Ob Trump die milliardenschweren Investitionsprogramme tatsächlich wie geplant in die Tat umsetzen wird, bleibt abzuwarten, die Wahrscheinlichkeit hierfür ist aber hoch. Tatsächlich spielen diese Aspekte in den Überlegungen der Fed bereits jetzt eine Rolle.

Deutschland: DAX positiv

+6,5%: Das ist die Rendite die der Deutsche Leitindex in diesem Jahr erzielt hat. Für Anleger ist das besonders erfreulich, begann das Jahr 2016 doch mit starken Verlusten, die zeitweise bei knapp 20 % lagen. Das vierte Quartal war hierbei besonders erfreulich. Allein im November und Dezember konnte der DAX um über 8% zulegen. Gründe für die gute Jahresendrallye gibt es einige. Einer von ihnen liegt in den guten Unternehmenszahlen, die für Q3 veröffentlicht wurden.

Wie gut die Wirtschaftslage eingeschätzt wird, zeigt mal wieder der ifo-Geschäftsklimaindex. Er stieg im Dezember auf 111 Punkte und somit auf den höchsten Stand seit Februar 2012.

Erdölpreis steigt erneut

Auch im vierten Quartal setzte sich der Aufschwung des Rohöls fort. Grund dafür ist die Einigung der OPEC, die viele Experten nicht für möglich gehalten haben. Im Gegensatz zu vorherigen Einigungsversuchen haben dieses Mal auch Länder zugestimmt, die der OPEC nicht angehören. Russland z.B. hat sich bereit erklärt, seine Förderung im Jahr 2017 um bis zu 300.000 Barrel pro Tag zu kappen.

Ein Blick auf die Preisentwicklung zeigt, dass der Aufwärtstrend nicht nur im vierten Quartal (+16%) andauerte. Auch das Gesamtjahr war mit einem Plus von rund 33% sehr überzeugend. Damit gehört Erdöl aus Anlegersicht zu den erfolgreichsten Anlageklassen in 2016.

FAZIT

Wahlen in den USA, Referendum in Italien, Zinserhöhung in den USA, Brexit (oder was davon übrig bleibt) – das sind nur einige Beispiele die zeigen, wie turbulent das Jahr 2016 war. Wer allerdings Durchhaltevermögen zeigte und insbesondere zu Beginn des Jahres Nerven behielt, wurde durch die insgesamt positive Entwicklung an den Märkten belohnt.

Und das Jahr hat mehr als nur ein Happy End: Viel wichtiger als die insgesamt positiven Zahlen ist die Erkenntnis, dass sich Märkte von politischen Ereignissen nicht beeinflussen lassen. Die Finanzwelt dreht sich weiter und das ist gut so. Denn damit zeigt sie, dass sie sich auf das Wesentliche konzentriert – gute Voraussetzungen für das Jahr 2017.

Anleihen unter Druck

Anleihen standen im dritten Quartal unter Druck. Insbesondere die (erwartete) Zinserhöhung durch die Fed sorgte für höhere Rendite. Der Renditeanstieg war faktisch weltweit zu beobachten. In den USA beispielsweise stiegen die Renditen der zahnjährigen Treasuries auf über 2,5% an und erreichten so Höchststände seit 2014. Auch in Deutschland stiegen die Renditen im Vergleich zum Vorquartal an.

Ein weiterer Grund liegt in der vom Markt sogenannten „Reflationierung“. Durch die von der OPEC beschlossene Förderbegrenzung, an der sich auch Nicht-OPEC-Mitglieder halten wollen, kann es zu einer höheren Inflation kommen. So sieht etwa die EZB das Inflationsziel immerhin bei 1%. Investoren verlangen bei Anleihen daher nun einen höheren Inflationszuschlag. Bei Schwellenländern wirken sich Zinserhöhungen seitens der Fed stärker aus. Mittelfristig ist hier aber mit wenig Turbulenzen zu rechnen. Andere Faktoren spielen eine wichtigere Rolle.

Diesen Quartalsbericht inklusive vieler illustrierender Grafiken finden Sie hier auch zum Download in unserer PDF-Datei:

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