Perspektiven für Sandlebensräume in der Grafschaft Bentheim
Heidesaum im Naturschutzgebiet Syen-Venn. (Foto: Landkreis Grafschaft Bentheim)

Perspektiven für Sandlebensräume in der Grafschaft Bentheim

9. Februar 2017 0 Von Redaktion Ems-Vechte-News

Leitbild für den Hotspot 22 veröffentlicht

Grafschaft Bentheim. Heideflächen wie in Tillenberge oder der Engdener Wüste, Moore wie im Gildehauser Venn, Wacholderheiden wie in Bardel, dazu die Sandflüsse Ems und Vechte: Diese und andere von Sand geprägten Lebensräume mit ihrer speziellen Pflanzen- und Tierwelt haben ein 1.000 km² großes Gebiet in der nördlichen Westfälischen Bucht und im südlichen Emsland zu einem von 30 „Hotspots der biologischen Vielfalt“ in Deutschland gemacht.

Seit gut drei Jahren setzen sieben Verbundpartner aus NRW und Niedersachsen unter Federführung des Kreises Steinfurt hier das Projekt „Wege zur Vielfalt – Lebensadern auf Sand“ um, das mit Mitteln aus dem Bundesprogramm Biologische Vielfalt gefördert wird. „Ziel ist es, einerseits die vorhandenen wertvollen Lebensräume weiter zu verbessern, andererseits aber auch etwas für die intensiv genutzte Landschaft außerhalb der Schutzgebiete zu tun“, erläutert Projektkoordinatorin Manuela Monzka von der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreis Grafschaft Bentheim.

Dazu gehöre bespielsweise die Anlage von Blühstreifen aus einheimischen Wildkräutern, die vielen Insekten Nahrung bieten und Lebensräume miteinander vernetzen können. „Wichtig ist uns, die Bevölkerung mit einzubeziehen. Wir bieten Führungen und Workshops an, aber auch innovative Aktionen wie einen Poetry Slam zum Thema biologische Vielfalt.“

Zur Halbzeit des bis zum Jahr 2019 laufenden Projekts haben die Verbundpartner ein gemeinsames Leitbild fertiggestellt. „Es beschreibt, welche Vorstellung wir von einer vielfältigen Landschaft im Hotspot 22 haben und wie wir dies zusammen mit den regionalen Partnern vor Ort erreichen können“, sagt Hartmut Storch von der Biologischen Station im Kreis Steinfurt, die ebenfalls am Projekt beteiligt ist. In das Leitbild seien die bislang im Projekt gemachten Erfahrungen  eingeflossen. „Wir blicken aber auch über das Projektende im Jahr 2019 hinaus und zeigen Perspektiven auf, wie es danach weitergehen kann.“

Das knapp 80 Seiten starke Leitbild ist reich bebildert und richtet sich insbesondere an Akteure und Multiplikatoren aus den Reihen der regionalen Partner und der Politik. „Wir planen, bis Ende des Jahres eine gekürzte Fassung als Broschüre für die breite Öffentlichkeit zu entwickeln“, so Manuela Monzka. Das ausführliche Leitbild steht für Interessierte auf der Projektwebseite www.wege-zur-vielfalt.de als Download zur Verfügung und kann in gedruckter Form bei den Verbundpartnern bezogen werden.