Nitrat im Grafschafter Grundwasser: „Lösung kann nur gemeinsam erfolgen“
(Symbolbild, Foto: Pixabay)

Nitrat im Grafschafter Grundwasser: „Lösung kann nur gemeinsam erfolgen“

26. Juli 2017 0 Von Redaktion Ems-Vechte-News

JU Niedergrafschaft informiert sich bei Wasserversorger WAZ

Getelo. Die vermehrte Berichterstattung über das Reizthema der Nitratwerte im Grundwasser veranlasste die Junge Union (JU) Niedergrafschaft dazu, sich vom örtlichen Versorger WAZ in das Thema einführen zu lassen und das Wasserwerk in Getelo zu besichtigen.

Geschäftsführer Johannes Schnieders erklärte detailliert den Aufbau der Anlage; angefangen bei der Förderung durch die zwölf Brunnen, über die Filtertechnik und Aufbereitung, bis hin zu den Speicherreservoirs und die Abgabe an den Verbraucher. „Unsere Aufgabe ist es, auch langfristig einwandfreies Wasser liefern zu können, wir sprechen da eher von 100 als von 20 Jahren“, so Schnieders. Auf die Frage, ob eine Sabotage durch Hacker möglich wäre, konnte er direkt Entwarnung geben. So verfügt das Werk über eigene Datenleitungen und ein digitales Funknetz, um schlechter Netzabdeckung vorzubeugen, sowie ein raumfüllendes Notstromaggregat.

In der anschließenden Diskussion über die Belastungen durch Nitrat wurde eines schnell klar: Eine Lösung kann nur gemeinsam erfolgen. „Es nützt uns nichts irgendjemanden an den Pranger zu stellen“, verdeutlicht Schnieders. Vielmehr gäbe es bereits einen ‚Runden Tisch’ zusammen mit Vertretern des Landvolks, der Landwirtschaftskammer, des Beratungsrings, der Wasserversorger und des Landkreises. Dort werden Maßnahmen zur Verminderung des Nitratgehalts im Grundwasser besprochen und koordiniert. Die Landwirte seien sehr an einer Zusammenarbeit interessiert und stets bemüht die Düngung zu optimieren.

Ein Bonussystem für Besitzer von Ackerflächen im Umfeld der Brunnen, schafft bereits jetzt Anreize, um bei der Aufbringung von Düngemitteln effizient zu arbeiten. Die teilnehmenden Landwirte erhalten dabei eine Prämie, wenn die Proben einen gewissen Wert nicht überschreiten. Die JU sieht dabei die Möglichkeit dieses Bonussystem auf das gesamte Versorger-Gebiet der WAZ auszuweiten, um so alle Landwirte, die eine nachhaltige und ausgewogene Ackerwirtschaft betreiben, zu belohnen. „Wir möchten alle, dass die Landwirtschaft nachhaltig und ökologisch erfolgt, doch sie muss sich dabei auch ökonomisch rechnen“, meint dazu Vorstandsmitglied Matthias Bielefeld.

Zu den aktuellen Berichterstattungen bestätigte Schnieders, dass es in drei Brunnen zu Nitratwerten jenseits des Grenzwerts kommt. Durch Mischen mit weniger belastetem Wasser kann dem allerdings entgegnet werden. Panik sei daher nicht angebracht, aber langfristig gesehen muss die Zusammenarbeit mit den Landwirten weiter intensiviert werden, um unbelastetes Wasser garantieren zu können. „Der Großteil der Landwirte zieht an einem Strang, doch wie überall gibt es vereinzelte ‚schwarze Schafe’, denen ihr Fehlverhalten aufgezeigt werden muss“, sagt Vorsitzender Andreas Zafri. „Wir sehen da die Landwirte untereinander sowie die zuständige Landwirtschaftskammer in der Pflicht“, so Zafri weiter.