+++ Neujahresempfang der Stadt Nordhorn: Ambitionierte Pläne für 2018 +++
Joachim Berends (Bentheimer Eisenbahn AG), Thomas Berling (Bürgermeister Nordhorn), Reinhold Hilbers (Finanzminister/ Landtag Niedersachsen) und Gerd Will (ehem. Landtagsabgeordneter) (v.l.n.r.) (Foto: Marion Bußler-Schüler)

+++ Neujahresempfang der Stadt Nordhorn: Ambitionierte Pläne für 2018 +++

8. Januar 2018 0 Von Redaktion Ems-Vechte-News

Bahnanschluss, Kino, Seepark und Schulmodernisierung

Von Adrian Lübke. Am Sonntag, den 7. Januar 2018, fand um 11:30 Uhr im Kultur- und Tourismuszentrum „Alte Weberei“ der traditionelle Neujahrsempfang der Stadt Nordhorn statt. Bürgermeister Thomas Berling und seine Ehefrau begrüßten die Gäste persönlich per Handschlag und wünschten ein frohes neues Jahr. Nach der offiziellen Begrüßung sangen die Sternsinger der Gemeinde St. Josef das Lied „Wir sind die drei Könige“. Im Anschluss zeigten Joris Hupe und Fabian Schlie von der Musikschule Nordhorn ihr Können am Marimbaphon und spielten „Wooden Music“ von Rich O‘Meara.

Die Sternsinger von der St. Josef Gemeinde sangen und sammelten später für Kinder in Not.
(Foto: Marion Bußler-Schüler)

Wie in jedem Jahr wurde auch 2018 wieder ein Unternehmen aus der Region vorgestellt. Passend zum kommenden Bahnanschluss war es dieses mal die Bentheimer Eisenbahn. Geschäftsführer Joachim Berends erzählte den Gästen ein wenig von der fast 125-jährigen Historie des Unternehmens, um anschließend den Blick auf die Zukunft, das Projekt REGIOPA, zu richten. Hierbei handelt es sich unter anderem um den kommenden Bahnanschluss für Nordhorn und Neuenhaus. Voraussichtlich am 9. Dezember 2018 soll nach 44 Jahren der erste reguläre Zug im Personennahverkehr rollen. Nordhorn wird damit als letzte Kreisstadt endlich wieder an den Bahnverkehr angeschlossen. Geplant ist, die Strecke zusammen mit den niederländischen Nachbarn bis nach Emmen zu erweitern. Fünf hochmoderne Züge mit jeweils 118 Sitzplätzen (8 in der 1. Klasse), kostenloses W-LAN, Steckdosen an den Sitzplätzen und 12 Fahrradplätzen (geplant ist, dass die Fahrradmitnahme ab 9 Uhr kostenlos sein soll) verbinden Bad Bentheim, Nordhorn und Neuenhaus dann im Stundentakt. An den Bahnhöfen wird es neue Fahrradstationen geben. Dort kann man sein Rad kostenlos einschließen (ein Pfandsystem ist geplant) und die Akkus seines E-Bikes aufladen. Ebenfalls denkt man in Nordhorn über ein Carsharingmodell nach.

Joachim Berends, Geschäftsführer der Bentheimer Eisenbahn AG, stellte das Projekt Regiopa vor.
(Foto: Marion Bußler-Schüler)

Studenten können sich ebenfalls freuen, da das Studententicket sie bis nach Münster bringen soll. Die drei Bahnhofsgebäude werden saniert, wobei das markante Design erhalten bleibt. Die Bahnhöfe sollen barrierefrei werden, sagte Joachim Berends, worauf die Gäste im Saal in Gelächter ausbrachen – ein Seitenhieb auf die bestehenden Probleme am Bahnhof in Bad Bentheim. Es werde keine störenden Treppen oder gar Fenster geben, sagte Berends anschließend und konnte sich selbst ein Lachen nicht verkneifen. Jeder Bahnhof wird ein Reisebüro erhalten und auch für das leibliche Wohl der Reisenden wird in Form von Bäckern, Bistros oder Kiosken gesorgt. Für Freunde von Modelleisenbahnen gibt es demnächst eine Besonderheit. Die Firma Märklin wird ab 2019 ein Modell des „Regiopa-Express“ anbieten.

Joris Hupe und Fabian Schlie von der Musikschule Nordhorn am Marimbaphon.
(Foto: Marion Bußler-Schüler)

Nach dem Vortrag trat Bürgermeister Berling wieder ans Rednerpult: „Eigentlich waren für den Vortrag 10 Minuten angedacht aber wir wollten Herrn Berends auch nicht ausbremsen“, sagte er. Nach dem Titel „Danse Macabre“, welcher von Sophie Emmler und Constanzia Schumacher grandios auf den Klavieren gespielt wurde, begann Nordhorns Bürgermeister Thomas Berling mit dem Rückblick auf das vergangene Jahr und dem Ausblick auf 2018. Er bedankte sich bei den Bürgerinnen und Bürgern für ihren Einsatz für die Stadt. Ehrenamtliche Mitarbeiter, Polizei, Feuerwehr, Lehrkräfte, Pflegepersonal, Wahlhelfer, Stadtrat und Verwaltung… Sie alle haben geholfen Nordhorn auch 2017 voranzubringen.

Einige Highlights 2017 waren:

  • Der Tierpark hat mit fast 440.000 Besuchern erneut einen Rekord aufgestellt.

  • Das Delfinoh hat im ersten Jahr 285.000 Besucher angelockt. 60.000 mehr als man erwartet hatte.

  • Der historische Feldtag war wieder ein voller Erfolg. 30.000 Besucher und über 2.500 Aussteller kamen zu dieser Veranstaltung.

  • Die Vechteboote haben ebenfalls einen Besucherrekord aufgestellt.

Besonders hervor hob Thomas Berling folgende Tatsache: Nordhorn hat es geschafft, seine Schulden seit 2010 um 20 Millionen Euro, also um 1/3, zu reduzieren. Dies sei kaum einer anderen Stadt in dem Maße gelungen.

Bürgermeister Thomas Berling ließ das alte Jahr Revue passieren und präsentierte Pläne für 2018.
(Foto: Marion Bußler-Schüler)

Auch für 2018 gibt es viele ambitionierte Ziele: Mehrere neue Wohngebiete sind oder werden erschlossen, um den Wohnungsbau voranzubringen. Die Kita-Gebühren werden gesenkt und sollen bald ganz abgeschafft werden. Neue Kitas werden gebaut. Mit staatlichen Fördermitteln soll der Breitbandausbau in der Grafschaft weitergehen. Die Radfahrerquote in Nordhorn liegt bei ca. 40%. Projekte wie das „Stadtradeln“ haben dazu beigetragen. In diesem Jahr möchte man die Quote gerne erhöhen. Im März soll, nach einigen Verzögerungen, endlich das neue Kino in Nordhorn eröffnen. Der Eissport gehöre zu Nordhorn, und das soll auch in den kommenden Jahren so bleiben. Man sieht sich hier auf einem guten Weg. Auch das Thema Bildung hat in Nordhorn einen hohen Stellenwert. Deshalb wird in die Modernisierung mehrerer Schulen investiert. Der Begriff „Wasserstadt“ soll das Alleinstellungsmerkmal für Nordhorn werden. So erhält der Seepark mit seinen 21 Ferienhäusern eine Anbindung an den Vechtesee. Die Vechteinsel soll noch attraktiver gestaltet werden und der Nordhorn-Almelo-Kanal wird gesäubert, um den Bootsverkehr zu unseren niederländischen Nachbarn zu ermöglichen. Nordhorn hat sich also für die Zukunft viel vorgenommen.

Bürgermeister Thomas Berling und seine Ehefrau begrüßen die Gäste des Neujahrsempfangs.
(Foto: Marion Bußler-Schüler)