Nachgebölkt!: Silvester-Terror – Akustisches Aleppo mit China-Böller-Sprenggürtel
Nachgebölkt! - Die EVN-Kurzkolumne zum aktuellen Tagesgeschehen. (Bildgrundlage: pixabay.com)

Nachgebölkt!: Silvester-Terror – Akustisches Aleppo mit China-Böller-Sprenggürtel

4. Januar 2017 0 Von Redaktion Ems-Vechte-News

Die EVN-Kurzkolumne zum Tagesgeschehen

Von Volker Kikkert. Hey, war das wieder ein Spaß! Drei Tage lang böllerte sich die Region in den Orbit. Mit Karacho wurde 2016 in den Hintern getreten, das uns so viele Persönlichkeiten und gefühlte Star-Freunde nahm, wie kaum ein Jahr zuvor. 133 Millionen Euro prognostizierte der Verband der pyrotechnischen Industrie an Umsatz für den Jahreswechsel 2016 – genauso viel wie im Jahr 2015. Wenn man beobachtet hat, was die Nachbarn aus den Niederlanden wieder an Sprengstoff aus den Supermärkten geschleppt haben, glaubt man diesen Zahlen gerne.

Gefühlt ging es dabei aber etwas gemäßigter zu als im Vorjahr. Vielleicht liegt es auch daran, dass „Was-Wegsprengen“ sich im Terror-Zeitalter nicht mehr so politisch korrekt anfühlt. Andererseits: Mit der aufgedröselten China-Böller-D-Matte am Gürtel kann man ganz wunderbar mal Selbstmordattentäter nachspielen. Zwei junge Männer aus Nordhorn störte des wenig: Für insgesamt über 1000 Euro kauften sie Feuerwerk ein, was sogar der BILD-Zeitung eine Notiz wert war. Die Sprengkraft das Krams dürfte durchaus ausgereicht haben, den ein oder anderen Menschen über den Jordan zu pusten. Wäre interessant zu wissen, ob da der Verfassungsschutz mal ein Auge riskiert hat.

Stichwort „Auge riskieren“: Wie geht es eigentlich dem 11-Jährigen, dem man in Dörpen einen Böller ins Gesicht geworfen hat und der dabei an den Sehorganen verletzt wurde? Der dürfte für sein Leben lang genug von lauten Explosionen haben. Übrigens ebenso wie viele Haustiere. Und Flüchtlinge aus Krisengebieten. Die hatten sicher besonders viel Spaß beim akustischen Aleppo in ihrer neuen Heimat. Oder ist Spaß beim Böllern notwendiger Bestandteil der Integration…?