+++ Nach Badeunfall: Stadt Nordhorn will neue Badeverbotsschilder mit Piktogrammen am Vechtesee aufstellen +++
Piktogramme auf den neuen Verbotsschildern sollen eine internationale Verständlichkeit gewährleisten. (Symbolbild, Quelle: pixabay.com)

+++ Nach Badeunfall: Stadt Nordhorn will neue Badeverbotsschilder mit Piktogrammen am Vechtesee aufstellen +++

6. Juni 2017 0 Von Redaktion Ems-Vechte-News

Die EMS-VECHTE-NEWS mit Pressesprecher Jens Sarnow

Nordhorn. Nach dem tragischen Badeunfall am Vechtesee am Pfingstwochenende ist eine Diskussion darüber entbrannt, dass es am Vechtesee keine Badeverbotsschilder gebe, das Baden jedoch verboten sei. Dies wurde auch mehrmals von den Rettungskräften, die am Wochenende aktiv waren, betont. Bürger bemängeln in den sozialen Medien, dass für Ortsunkundige ein Badeverbot nicht zu erkennen sei, zudem lade ein angelegter Strand am Ufer geradezu dazu ein, dort ins Wasser zu steigen.

Die EMS-VECHTE-NEWS haben dazu eine Stellungnahme seitens der Stadt erbeten und mit Jens Sarnow, einem Pressesprecher der Stadt Nordhorn, gesprochen.

EVN:
Herr Sarnow, handelt es sich beim Vechtesee um ein öffentliches Gewässer?

Jens Sarnow:
Der Vechtesee ist ein öffentliches Gewässer, wobei die Besitzverhältnisse etwas schwierig sind. Die Vechte als Fließgewässer, das durch den See führt, liegt in der Verantwortung des NLWKN, also des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz. Die ruhende Fläche im See und die Randbereiche liegen im Verantwortungsbereich der Stadt Nordhorn. Es gibt da also eine geteilte Eigentümerschaft.

EVN:
Ist das Baden im Vechtesee verboten? Warum gibt es dort keine Hinweisschilder?

Jens Sarnow:
Das Baden im Vechtesee ist in der Tat verboten. Derzeit gibt es am Vechtesee keine Verbotsschilder. Wir hatten dort allerdings in der Vergangenheit Verbotsschilder angebracht. Wir vermuten, dass diese durch Randalierer oder Vandalismus entwendet oder zerstört wurden. Auf dem Grund des Sees wurden von der DRLG auch schon solche Schilder wieder aufgefunden.

EVN:
Sollen in Zukunft wieder Schilder aufgestellt werden, da die Strandfläche ja quasi zum Baden einlädt?

Jens Sarnow:
Wir haben heute morgen mit dem NLWKN und der DLRG gesprochen, um uns kurzfristig darüber Gedanken zu machen, an welchen Stellen wir sinnvoll neue Schilder aufstellen können. Es wird sowohl Hinweisschilder mit Warnhinweisen in deutscher Schrift geben, als voraussichtlich auch Schilder mit entsprechenden Piktogrammen, die international verständlich sind. Dabei setzen wir auf die Profis von der DLRG, die dabei Unterstützung vom Bundesverband bekommen.

EVN:
Wozu ist die Strandfläche geschaffen worden, und wird an der entsprechenden Sandfläche noch etwas gemacht?

Jens Sarnow:
Die Strandfläche wurde ursprünglich für den Nordhorner Triathlon geschaffen, als Ausgleichsfläche, da durch den Hotelbau am gegenüberliegenden Ufer diese ursprüngliche Einsteigsstelle nicht mehr zur Verfügung stand. Das muss vor etwa zehn Jahren gewesen sein. An der Fläche soll soweit nichts geändert werden, aber ich denke, es ist sinnvoll, dort eines der Verbotsschilder aufzustellen.

EVN:
Wie lautet Ihre persönliche Einschätzung zu den Ereignissen?

Jens Sarnow:
Abgesehen von aller Tragik würde ich mir wünschen, dass man seine körperliche Leistungsfähigkeit realistisch einschätzen kann und im Zweifelsfalle ein Gewässer gar nicht erst betritt. Dazu sollte man natürlich nach Warn- und Verbotsschildern Ausschau halten und diese nicht einfach ignorieren. Gewässer wie der Vechtesee haben Untiefen und Abbruchkanten, die für ungeübte Schwimmer oder Nichtschwimmer sehr gefährlich werden können.