Musik und mehr: “Charming for the Noise” 2017 präsentiert sich als Kleinod in Nordhorn
Die Macht der Instrumente: Einen großartigen Klangteppich rollten "Hart" in ihren Instrumentalstücken aus. (Foto: Mike Röser)

Musik und mehr: “Charming for the Noise” 2017 präsentiert sich als Kleinod in Nordhorn

21. März 2017 0 Von Redaktion Ems-Vechte-News

Lokales Festival gefällt Zuhörern und Bands

Nordhorn. Ein Rock-Festival kann mehr sein, als der Auftritt einiger Bands. Das hat das “Charming for the Noise” 2017 am Freitag und Samstag im Nordhorner Jugendzentrum an der Denekamper Straße gezeigt.

Acht Bands an zwei Abenden, alle mit regionalem Bezug, für zwei Euro pro Abend in einem Jugendzentrum: So weit die Fakten zum “Charming”. Es war keine riesige Veranstaltung, an den beiden Abenden kamen insgesamt rund 300 Besucherinnen und Besucher. Gezeigt wurde nicht immer perfekte, aber handwerklich gute Musik mit starken Momenten. Dargeboten wurde sie am Freitag von “Left Out” aus Gronau, “In Empty Eyes” aus Neuenhaus, “Triton” aus Nordhorn, Neuenhaus und Lohne sowie von “The Nerds” aus Neuenhaus, Veldhausen und Esche. Am zweiten Tag standen dann “Lightpuzzle” (Nordhorn, Rheine), “Cold Desert” (Nordhorn), “Hart” (Köln) und “Empty Veins” (Münster) auf der Bühne.

Die Bands konnten sich bewerben, nachdem Dirk Weustink das Festival ausgeschrieben hatte. Doch diese Ausschreibung sei fast unnötig gewesen, erzählt der Sozialarbeiter des Jugendzentrums: “Viele haben sich von selbst gemeldet, ob sie in diesem Jahr auf dem ,Charming’ spielen dürfen.” Bis 2011 war das Festival ein Contest, in dem die Bands um die Gunst des Publikums stritten. “Das wollten wir aber nicht mehr”, erinnert sich Weustink. “Die haben es schwer genug. Wir wollten ein Happening für die regionalen Bands, ein kleines Festival.”

Eine Veranstaltung also, bei der sich regionale Gruppen zeigen und wohlfühlen dürfen. Dafür sorgen beim “Charming” vor allem die Ehrenamtlichen im Jugendzentrum, die die Musiker im Backstagebereich fast liebevoll und familiär versorgen. Außerdem wird eine Veranstaltungstechnik geboten, die man in einem Jugendzentrum kaum vermuten würde. Da fühlten sich auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Radiosenders Ems-Vechte-Welle wohl, die das Festival live übertrugen.

Nicht zuletzt bietet das “Charming” den jungen Bands etwas Zentrales: ein Publikum. Eines, auf das eine alte Floskel bestens zutrifft: bunt gemischt ist es. Da sind die rockaffine Jugend, graumelierte Junggebliebene oder auch der Steppke, der in Mamas Begleitung und mit großen Augen erstmals den wummernden Bass im Bauch spürt. Und da ist am Samstagabend auch ein besonderer “Fanklub”: junge Menschen mit Behinderung, die von der Nordhorner Lebenshilfe betreut werden und mit “Cold Desert”, in der zwei ihrer Betreuer spielen, eine Riesenparty feiern: mit lauter Musik, einem Bassisten im Publikum und jeder Menge Inbrunst. Charmant, dieses “Charming”.