+++ Marktcheck der Verbraucherzentrale: Privates Girokonto wird schnell zur Kostenfalle +++
(Symbolbild, Quelle: pixabay.com)

+++ Marktcheck der Verbraucherzentrale: Privates Girokonto wird schnell zur Kostenfalle +++

24. Mai 2017 0 Von Redaktion Ems-Vechte-News

Mangelnde Transparenz erschwert Produktvergleich

Niedersachsen. Der aktuelle Marktcheck der Verbraucherzentrale Niedersachsen erfasst die Konditionen von 51 Kreditinstituten: Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken in elf niedersächsischen Städten sowie überregionale Filial- und Direktbanken. Er zeigt: Neue Kontomodelle und Gebühren erschweren den Produktvergleich. Kostenlose Girokonten gibt es meist nur noch für bestimmte Zielgruppen und bei Direktbanken. Alle anderen Kunden müssen bis zu 22,50 Euro für die monatliche Kontoführung zahlen. Bei vermeintlich günstigen Kontomodellen wird oft eine zusätzliche Gebühr für den Bargeldservice berechnet.

Fast alle Banken und Sparkassen bieten nur für Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene in der Ausbildungszeit oder bis zu einem bestimmten Alter noch ein kostenloses Girokonto an. Für alle anderen Zielgruppen sind die als „kostenlos“ beworbenen Girokonten oft an Bedingungen geknüpft wie etwa ein regelmäßiger Geld-, Gehalts- oder Renteneingang in bestimmter Höhe. „Einkommensschwache Personen werden hier mit höheren Kontoführungsgebühren bestraft, während Gutverdiener von kostenlosen Kontomodellen profitieren“, erklärt Andreas Gernt, Finanzexperte der Verbraucherzentrale Niedersachsen. So haben beispielsweise die Oldenburgische Landesbank (OLB) und Commerzbank ein Konto im Angebot, das kostenlos ist, sofern monatlich mindestens 1.000 bzw. 1.200 Euro eingehen. Ist dies nicht der Fall, werden 5,90 bzw. 9,90 Euro fällig. Die Postbank bietet ein kostenloses Kontomodell ab einem monatlichen Geldeingang von 3.000 Euro, andernfalls kostet es 9,90 Euro. Auch die beleglose Kontoführung ist oft eine Bedingung für ein kostenloses Kontomodell. Für beleghaft, also per Formular, erteilte Zahlungsaufträge wird dann eine zusätzliche Gebühr fällig – die im Einzelfall bis zu 3,50 Euro je Auftrag betragen kann (Online-Konto der TARGOBANK).

Auch wird zunehmend ein Entgelt von bis zu 12 Euro pro Jahr für die Bank- oder Sparkassenkarte gefordert – auch für kostenpflichtige Kontomodelle. Einzelne Sparkassen und Genossenschaftsbanken erheben zudem Gebühren für jeden einzelnen Buchungsvorgang, teilweise mit Freiposten oder Freibeträgen für den Bargeldservice am Geldautomaten oder am Schalter. Das heißt: Je nach Kontomodell wird ein „Transaktionspreis“ sofort oder ab einer bestimmen Anzahl von Buchungsvorgängen fällig. „Die vielen unterschiedlichen Modelle machen es den Verbrauchern fast unmöglich, Konditionen zu vergleichen. Was auf den ersten Blick preisgünstig erscheint, entpuppt sich schnell als Kostenfalle“, so Gernt.

Die gute Nachricht: Noch gibt es Kontomodelle, bei denen keine Gebühren für den Bargeldservice am eigenen Geldautomaten oder am Bankschalter verlangt werden. „Unser Marktcheck sowie die Verbraucherinformation ‘Neue Gebühren fürs Geldabheben’ bieten Orientierung und geben Verbrauchern praktische Tipps, worauf sie bei der Wahl eines Girokontos achten sollten“, so Gernt.

Alle Informationen zum Marktcheck finden Sie unter https://www.verbraucherzentrale-niedersachsen.de/marktcheck-girokonto-2017.