Klaus und die Eissporthalle

Klaus und die Eissporthalle

11. Mai 2015 0 Von Rainer Kwant

“Moin.”

Ich war zu jung um zu begreifen, welch Schmach weiße Schlittschuhe an werdenden Männer Füßen bedeuten, als mich mein großer Bruder das erste Mal mit in die Eissporthalle nahm. Die Eisluft riechen, Schlittschuhe leihen und mit den Dingern über den Noppenboden in der Halle wandern.

Doch bevor es die Eissporthalle gab, rumpelte man übers Buckeleis der 7-Seen, oder auf überschwemmten Wiesen, wenn einem der Grafschafter Schmuddelwinter genügend Frost gönnte.

Zum Eislaufen getrieben wurde man als Nordhörnchen auch durch die Eislaufkultur unserer Holländischen Nachbarn. Die waren irgendwie überall wo´s glatt war und das, wie deren Ölschinken belegen, seit Rembrands Zeiten. Gerüchte besagen,  die Holländer hätten nur deswegen einen so langen dürren Hals um beim Schlittschuhlaufen besser geradeaus blicken zu können. Wenn unsere Nachbarn anrückten, dann mit Hightech und dem unmöglichsten Nostalgischem Zeuchs. Da gabs die Dinger aus Großvadders Zeiten, die man sich unter die Schuhe tüdeln konnte. Halb Holz und Leder, der Rest rostiges Eisen. Und Gleitschuhe! Für die Dinger reichte ein glibberiger Untergrund. Was auch immer die sich unter die Füße schnallten, man wunderte sich, die fuhren mit auf den Rücken verschränkten Armen locker davon.

Und dann wars soweit. Nordhorn hatte eine Eissporthalle! Egal wie der Winter auch war, wir konnten auf Eis! So viele Städte haben nich son Ding! Wir waren stolz und Nordhorn eine vorzeige Stadt. Parkplätze füllten sich mit gelben Nummernschildern und Mamas verschenkten zu Weihnachten Schlittschuhe. Vereine wurden gebastelt. Und unser verschlafenes Städtchen peilte die Bundesliga an.

Was folgte war eine Jo-Jo-Zeit aus Erfolgen und Pleiten in der Halle.  Schwarzmantel möchte gerns die mit sportlicher Weisheit bepudert, die Anknüpfung an frühere Erfolge verkündeten. Sponsoren die kein Geld zahlten. Nebenbei gab es da den von mir geliebten, für seine treue und die friedfertige Lust zu feiern, bekannten Fankreis.

Hier geht es nicht um den Erhalt von Luxus, oder Unterstützung einer Hartgummi Sportgruppe. Unsere Eissporthalle ist Grafschafter Geschichte und Eissport Bestandteil unserer Kultur. Und was passt besser in unser neues Sportzentrum?

Deswegen rufe ich zum Appell auf. Ein Appell an alle Grafschafter Bürgerinnen und Bürger sich für den Erhalt der Eissporthalle einzusetzen.