Kinofilmkritik: Deadpool
Jetzt im Kino: Deadpool

Kinofilmkritik: Deadpool

13. Februar 2016 0 Von Redaktion Ems-Vechte-News

„KULTYS SAGT WAS KULT IST.“

Deadpool
Genre: Action/Abenteuer/Sci-Fi
Laufzeit: 108 Min.
FSK: Ab 16

Jetzt im Kino: Deadpool

Jetzt im Kino: Deadpool

Regisseur: Tim Miller
Autoren: Rhett Reese, Paul Wernick
Besetzung: Ryan Reynolds, Ed Skrein, Morena Baccarin, T.J. Miller

Als Deadpool im Jahr 2009 das erste Mal auf der Kinoleinwand zu sehen war, waren die Fans alles andere als begeistert von seinem Auftritt. Regisseur Gavin Hood führte die Figur in „X-Men Origins: Wolverine“ ein und machte sich damit viele Feinde in der großen Comic-Fangemeinde. Auch damals wurde der Antiheld von Schauspieler Ryan Reynolds verkörpert. Doch man nahm der Figur alle Attribute, die sie ausmachen. Kein rot-schwarzer Anzug, keine Waffen und kein loses Mundwerk. Ryan Reynolds (Green Lantern, Buried – Lebend begraben), der ein großer Fan der Comicfigur ist, wollte das nicht auf sich sitzen lassen. Jahrelang versuchte er Produzenten von einem Deadpool-Solo-Film zu überzeugen. Mit Erfolg. Sechs Jahre nach seinem letzten Auftritt ist er nun in seinem eigenen Abenteuer zu bestaunen. Mit Anzug, Waffen und einem Mundwerk, das loser nicht sein könnte.

Nachdem bei dem Ex-Soldaten Wade Wilson Krebs diagnostiziert wird, begibt er sich in die Hände einer obskuren Organisation, die behauptet, sie könne aus ihm einen Superhelden machen und ihn somit von seinem Krebs heilen. Doch der skrupellose Chef der Organisation, Ajax, möchte an Wade an Exempel statuieren. Zwar erhält Wade Selbstheilungskräfte, wird dadurch aber am ganzen Körper entstellt. Wade schlüpft von da an in ein Kostüm und nennt sich Deadpool, um Ajax ausfindig zu machen, damit dieser seine Entstellung wieder rückgängig macht.

Deadpool ist in mancher Hinsicht für Marvel etwas ganz Neues. Angefangen mit der Erzählstruktur des Films bis hin zur Figur von Deadpool selbst. Der Film beginnt mit dem zweiten Akt und springt dann zurück zum Anfang, dieses Herumspringen in der Geschichte macht er mehrmals bis der Film letztendlich zum dritten Akt kommt. Dabei führt Deadpool selbst die ganze Zeit über Regie, er durchbricht die vierte Wand und spricht zu den Zuschauern, nimmt Szenen vorweg oder macht sich über seinen eigenen Schauspieler lustig (Ryan Reynolds). Deadpool ist eine Marvel Figur, die weiß, dass sie in einem Film ist. Was am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig ist, doch mit der Zeit für den einen oder anderen Lacher sorgt, wenn Deadpool z.B. fragt, um welchen Charles X. Xavier es sich handelt, McAvoy oder Stewart. In der Inszenierung bietet Deadpool aber leider keine Neuheiten. Es gibt keine Szene, die wirklich heraussticht oder einen Moment, den man so noch nicht gesehen hat. Auch ist das Finale im Gegensatz zu anderen Marvel Filmen etwas kurz und nicht so bombastisch oder emotional wie z.B. bei „X-Men: Zukunft ist Vergangenheit“.

Es muss für Ryan Reynolds ein großer Spaß gewesen sein, in die Rolle von Wade Wilson/Deadpool zu schlüpfen. Ähnlich wie sein Kollege Hugh Jackman als Wolverine ist Ryan Reynolds mit seiner Figur fest verschmolzen. Die beiden Drehbuchautoren Rhett Reese und Paul Wernick haben mit dieser Figur einen Kult-Charakter geschaffen, mit dem Comicfans noch lange ihren Spaß haben werden. Ed Skrein (The Transporter Refueled) wiederum ist als austauschbarer Bösewicht etwas blass und wird mit seiner Figur des bösen Doktors Ajax, einfach nicht warm. Mit T.J. Miller (Cloverfield, Silicon Valley) als Wade Wilsons besten Freund Weasel hat man einen Schauspieler gecastet, der sich im Komödien-Genre bestens auskennt. Die beiden harmonieren auf der Leinwand sehr gut und sorgen ebenfalls für mehrere witzige Momente.

Mein Fazit: Deadpool ist sehr witzig, sehr brutal und etwas ganz anderes was man sonst von Marvel kennt. Doch fehlen dem Film die gewissen Highlights, um aus ihn einen Meilenstein seines Genres zu machen.

8 von 10 Kult-Punkten

Martin Kultys

Herzlichen Dank an den Filmpalast Cine-World in Lingen.