Kein „Neujahrsgruß“: Verkaufsoffener Sonntag in Nordhorn untersagt
Die Innenstadt von Nordhorn. Foto: flickr

Kein „Neujahrsgruß“: Verkaufsoffener Sonntag in Nordhorn untersagt

4. Januar 2017 0 Von Redaktion Ems-Vechte-News

VVV hatte vielfältiges Begleitprogramm vorbereitet – Verwaltungsgericht Osnabrück untersagt Öffnung

Von Sascha Vennemann. Nordhorn. Der für den 8. Januar 2017 geplante verkaufsoffene Sonntag in Nordhorn darf nicht stattfinden: Das Verwaltungsgericht Osnabrück hat einem Antrag der Gewerkschaft Ver.di entsprochen und die Durchführung untersagt. Damit sind viele Planungen der Stadt Nordhorn und des VVV Stadt- und Citymarkting Nordhorn e.V. hinfällig geworden. Sie hatten gemeinsam unter dem Motto „Neujahrsgruß“ eine Veranstaltung geplant, die sich über das gesamte Stadtgebiet erstrecken sollte.

„Die Entscheidung kam für uns auch ziemlich überraschend“, sagt Henrik Eickelkamp, Pressesprecher der Stadt Nordhorn. Eigentlich hatte man sich auf der sicheren Seite mit dem verkaufsoffenen Sonntag gewähnt. In den Gesprächen mit dem VVV, dem Einzelhandel und auch mit den Gewerkschaften DGB und Ver.di habe noch im Dezember alles gut ausgesehen. Der Antrag auf eine Untersagung von Ver.di kam dann recht plötzlich. Man sehe aber nun kurzfristig auch keine Möglichkeit mehr, mit Rechtsmitteln gegen die Entscheidung vorzugehen. Der „Neujahrsgruß“ fällt also aus. Unabhängig davon finden sowohl der Neujahrsempfang durch den Bürgermeister um 11.30 Uhr in der Alten Weberei sowie das Neujahrskonzert von „Mind the Gap“ in der Alten Kirche am Markt statt. Das Konzert der beliebten Nordhorner Jazzband „Mind the Gap“ wird hierbei bei kostenlosem Eintritt wie geplant um 18.30 Uhr beginnen.

Die bisher öfter als vier Mal im Jahr stattgefundenen verkaufsoffenen Sonntage, die sich auf verschiedene Nordhorner Stadtgebiete aufteilten, können nach neuer Gesetzeslage nicht aufrecht erhalten werden. „In der Vergangenheit gab es verkaufsoffene Sonntage auch speziell für die Blanke und andere Einzelhandelsschwerpunkte. Nun dürfen wir auf dem gesamten Stadtgebiet nur noch vier mal im Jahr am Sonntag öffnen“, erläutert Eickelkamp. Die drei anderen Termine lägen wie gewohnt z.B. zu den Stadtfesten des Holschenmarkts und des Nordhorner Oktobers. Der „Neujahrsgruß“ hätte eine ähnliche Veranstaltung werden können. Daraus wird jetzt nichts.

Der VVV Nordhorn hatte für den Sonntag bereits ein vielfältiges Begleitprogramm auf die Beine gestellt – Planungen, die nun hinfällig sind. „Zahlreiche Schornsteinfeger hätten die Innenstadt unsicher gemacht, um den Besuchern viel Glück im neuen Jahr zu wünschen“, berichtet Kim Frischknecht, Veranstaltungskoordinatorin des VVV. „Wir hatten bereits Walking Acts, Stelzenläufer und Ballonkünstler gebucht, es hätte Schaufenstermusiker gegeben, ein Karussell und eine Feuerschau.“ Zudem wären Shuttlebusse eingesetzt worden, um auch den Einzelhandel rund um das Möbelhaus XXXLutz mit einzubeziehen. Dort seien auch Programmpunkte geplant gewesen.

Während die Veranstalter nun verständlicherweise enttäuscht sind, freut sich Ver.di über die Entscheidung. „Ver.di begrüßt die Entscheidung, da diese den Schutz des Sonntags stärkt und im Sinne der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichtes ein weiteres deutliches Zeichen gegen die ausufernde Praxis der Genehmigungen von Sonntagsöffnungen setzt“, heißt es in einer Pressemeldung der Gewerkschaft.