Jan un allemann: Mein, dein, sein, unser, euer, ihr
Angela Merkel (Symbolbild, Quelle: pixabay.com)

Jan un allemann: Mein, dein, sein, unser, euer, ihr

29. November 2016 0 Von Redaktion Ems-Vechte-News

Unsere Kanzlerin und unser Klimaschutz – Nichts davon gehört wirklich uns, weiß Jan Padberg

Von Jan Padberg. Manchmal berichten unsere Tageszeitungen über Frau Merkel. Das ist – wer’s nicht weiß – unsere Bundeskanzlerin. Sie will das noch ein bisschen länger bleiben. „Unsere“ ist etwas ungenau; das Wörtchen bezeichnet Zugehörigkeit und Besitz: „Mein Haus“ ist das Haus, das mir gehört, „mein Auto“ ebenso. Nicht immer sieht die Bank das auch so, aber das ist ein anderes Thema. Wenn „meine Frau“ einen Besitz anzeigen würde, liefe in der Ehe etwas gründlich schief. Wenn die Bundesbürger in Gänze Eigentümer unserer Kanzlerin – oder unserer Zeitungen – wären, sähe vielleicht das Land anders aus. Stefan Raab, früher einmal ein Moderator, hatte aber einen Standardsatz: „Man weiß es nicht genau…“. Erinnert man sich der AfD-Berichterstattung und der Schreierei, die die Vereinigung – mit viel öffentlicher Aufmerksamkeit – veranstaltet hat, kommt man ins Grübeln. Nicht alle, die vorgeben, für „unsere Interessen“ einzutreten, haben die wirklich im Sinn.

Die Bundesrepublik war auf der Klimakonferenz in Marrakesch vertreten. Die wurde abwechselnd als „Meilenstein“ oder als „historisch“ gefeiert, ändert aber wenig am CO2-Ausstoß, weil die Regelungen unverbindlich bleiben und Verstöße nicht bestraft werden. Herr Trump hat schon angekündigt, dass er die Pariser US-Unterschrift unter das Abkommen zurücknehmen wird. Die Bundesregierung – Herr Gabriel und unsere Kanzlerin – haben die Klimaziele verwässert, mit schönen Worten und der Hilfe von RWE, EON, Vattenfall. Und mit Frau Kraft, die Kohleförderung mag.

Bleibt nur noch der Klimaschutz an Ort und Stelle. „Vor Ort“ passt nicht, weil der Ausdruck die Stelle im Berg – im Stollen – bezeichnet, an der Kohle abgebaut wird. Für Klimaschutz an Ort und Stelle braucht man Klimaschutzmanager und -innen, Geschäftsführer und Bundesfreiwillige. Das sind Wortungetüme, die über die Arbeit der so betitelten Menschen nichts aussagen, auch nicht über ihre Erfolge beim Klimaschutz. Verzeihung, beim „lokalen“ Klimaschutz. Über den lacht mancher; Rad fahren und Bäume pflanzen, das allein hilft dem Klima nicht, „Klima-Netzwerke“ auch nicht. Stadt und Kreis meinen es vielleicht gut mit dem Klimabündnis, bewegen werden sie wenig. Und: Auf derselben Seite berichtet unsere Zeitung über die Styropor-Schwemme bei den Dachdeckern. Mit dem Sondermüll werden seit vielen Jahren Häuser eingepackt, als ökologische Nische für Schimmelpilz und Grünalgen. Und wegen der Energieeinsparung. Dem Klima hilft’s nicht, 2015 war – nicht nur für unser Land – das Jahr mit dem höchsten CO2-Austoß.

Die Bergleute sprechen deutlich: Wer sich vor einem nassen Gesäß schützen will, hilft sich mit einem besonderen Kleidungsstück, dem Arschleder. Martin Luther, unser Reformator, kommt aus einer Bergbau-Gegend. Von ihm stammt der Satz: „Es ist die größte Torheit, mit vielen Worten nichts zu sagen.“ Von Klimaschutz hat er noch nichts gewusst; von den vielen Worten, die darüber gemacht werden, auch nicht…

Ett Beste wünscht Jan