Jan un allemann: Erinnerungslücken
Mit Worten wird oft scharf geschossen - doch wer erinnert sich nach der Wahl noch an Versprochenes? (Symbolbild, Quelle: pixabay.com)

Jan un allemann: Erinnerungslücken

22. November 2016 0 Von Redaktion Ems-Vechte-News

Versprechen kann man (sich) viel – Aber was wird von den Politikern nach den Wahlen auch eingehalten?

Von Jan Padberg. PACs sind politische Aktionskomitees in den USA. Die Bayer AG hat für den Wahlkampf von Herrn Trump 433.000 US-Dollar gespendet, über PACs. Ebenso die BASF, eine Summe von 399.000 Dollar, 72 Prozent davon für Herrn Trump. Das findet man in einer kleinen Zeitschrift, dem „Ossietzky“. In der „Welt“ vom 18. Juli findet man weitere Spender: die Deutsche Bank, Siemens, Fresenius und die Telekom, die vermutlich ihren amerikanischen Tochtergesellschaften zu Spenden geraten haben. Die Vorstände haben sich früh auf einen Sieg Trumps eingerichtet – obwohl das deutsche Trara in Wirtschaft und Politik sich angewidert von ihm abgewandt hatte. Allen voran Frau von der Leyen (die Oliver Welke im ZDF nur noch „Flinten-Uschi“ nennt): Sie meldet sich regelmäßig zu Wort, mit mahnender Stimme, gefurchter Stirn und besorgtem Augenaufschlag. Meistens dann, wenn woanders gerade darüber gesprochen wird, wie eigenartig die Finanzplanung im Verteidigungsministerium abläuft.

Nun ist Herr Trump bald Chef im Weißen Haus. Wir können darauf warten, wie überaus freundlich Frau von der Leyen mit ihm spricht, über die nächsten Ziele der NATO. Dass sie das tut, ist sicher – das Hemd ist ihr näher als der Rock. Und niemand wird wollen, dass sich Herr Trump an ihr Getöse erinnert.

Damit in die Grafschaft, wo mancher nach von der Leyens Vorbild handelt: viele Ankündigungen, wenige Konsequenzen. Herr Lambertus W. aus Uelsen hat alle Absprachen über eine Bürgermeisterin vergessen. Frau Elke V. ist deshalb jetzt doch nicht im Hauptausschuss und auch nicht Bürgermeisterin. Die „falsche Seite“ bei der Beschlussvorlage soll daran schuld gewesen sein. Zumal aus Uelsen wissen wir: Alles, was schieflaufen kann, läuft tatsächlich schief: Nutzungspläne im Feriengebiet, Bewerbungsverfahren, Postenbesetzungen, jetzt die Veldhuis-Panne.

Weiter nach Neuenhaus, wo man von Absprachen auch nicht viel hält. Eigentlich gilt, dass die jeweils unterlegene Fraktion von CDU und SPD in der Kommune einen Stellvertreter-Posten für das Bürgermeisteramt erhält, weil sich das so gehört und man fünf Jahre gemeinsam arbeiten will. Die Wahlbeteiligung ist niedrig wie nie, die SPD musste einstecken, die CDU triumphiert. Spielregeln, zumal demokratische, spielen keine Rolle mehr. Und Grundsätze auch nicht. Es gibt also keinen SPD-Stellvertreter, wohl auch wegen der Ferienhaus-Affäre des Gemeindechefs. Rache ist ein Getränk, das man am besten kalt genießt.

Zum Schluss nach Emlichheim: Frau Daniela K. war gegen die Müllverbrennungsanlage. Dann war sie dafür – und macht jetzt Engtanz mit der Emlichheimer CDU. Dann schlägt das Schicksal zu, eine Erkrankung raubt ihr das Augenlicht, wenigstens teilweise: Ascheberge (vor der Haustür!) kann sie nicht mehr sehen. Vielleicht hilft ihr dabei jemand: Ihr Amtsbruder Thomas O., einst Mitstreiter, jetzt Lieblingsfeind, hat nicht – wie sie – die Seiten gewechselt. Und an Versprechen und Absprachen erinnert er sich. Mal sehen, wie genau…

Ett Beste wünscht Jan