Jan un allemann: Empörungs-Schnipsel im Wahlkampfjahr
Bei so viel heißer Luft kann man schon mal einen Fön kriegen... (Symbolbild, Quelle: pixabay.com)

Jan un allemann: Empörungs-Schnipsel im Wahlkampfjahr

19. Januar 2016 0 Von Redaktion Ems-Vechte-News

Trotz frostigem Klima kommt derzeit mal wieder viel heiße Luft aus der Politik, findet Jan Padberg

Von Jan Padberg. Gut stinken lässt sich nur mit vollen Hosen. Mancher, der in der Zeitung steht, macht nämlich nur den Mund auf, damit sich an den Unfug von neulich niemand erinnert. Herr Laschet aus Nordrhein-Westfalen war in Nordhorn und hat mächtig ins Horn gestoßen. Im Düsseldorfer Landtag auch; dabei hat er soeben ein paar Geschichten überstehen müssen: verschluderte Klausuren, Phantasienoten, gespendete und doch nicht gespendete Honorare – für ein Buch von 2009, das sein Ministerium mitgeschrieben hatte. Ein Ehrenmann also, der neue Schlagzeilen macht, damit die alten verschwinden. Schön, dass Herr H. aus Lohne gerade ihn eingeladen hat.

Bei so viel heißer Luft kann man schon mal einen Fön kriegen... (Symbolbild, Quelle: pixabay.com)

Bei so viel heißer Luft kann man schon mal einen Fön kriegen…
(Symbolbild, Quelle: pixabay.com)

Oder Minister Schäuble: Der provoziert, weil es ihm Spaß macht – und seit er in der Politik ist. Solche Menschen gibt es; bei Asterix soll Destructivus die Gallier gegeneinander aufbringen; der sorgt an allen Ecken und Enden für Streit. Wie der Minister: soeben mit der Spritsteuer (für Flüchtlingsunterbringung), davor mit der Bundeswehr (gegen Streiks und gegen Terroristen), davor mit Herrn Varoufakis (gegen Griechenland). Mit Herrn Dijsselbloem zankt er sich nicht; der ist Finanzminister in einer Steueroase und auch ein Ehrenmann. Große Unternehmen haben es gut bei ihm. So gut wie bei Frau K. aus Emlichheim, die ein „White Dinner“ plant; das lenkt ab von unangenehmen Fragen. Und Asche macht sich nicht gut auf weißen Kleidern. Oder – Verzeihung, wenn Wiederholungen auftreten – bei Herrn St. aus Ringe, der gerade in Berlin die Renten kürzt. Oder bei Herrn K. aus Uelsen, der in der Neujahrsrede „Rechtsstaatlichkeit“ anmahnt, selbst aber erst durch Gerichte gestoppt werden konnte, weil er gegen Vorschriften verstoßen hatte. Man fragt sich, was die Leute reden. Am Ende sehen wir lauter ehrenhafte Menschen – Mitglieder der „Grafschaft-Partei“ –, denen ihre Sprüche um die Ohren fliegen, hier und in Berlin. Also, im Ernst: Fallt nicht auf Schäuble herein. Übrigens: In einem Punkt stimmt, was er sagt. Deutschland ist kein rechtsfreier Raum. Emlichheim, Lohne und Uelsen sind es aber auch nicht…

Ett Beste wünscht Jan



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