Jan un allemann: Am besten gleich erschießen
(Symbolbild, Quelle: pixabay.com)

Jan un allemann: Am besten gleich erschießen

26. April 2016 0 Von Redaktion Ems-Vechte-News

Warum Hähnchen Waffen – demnächst “Made in Klausheide” – sind, weiß Jan Padberg

Von Jan Padberg. Nordhorn hat ein großes Gewerbegebiet erschlossen, in Klausheide, direkt vor den Toren der Stadt, nicht weit von der Autobahn, viel Platz, gute Preise. So recht will aber die Vermarktung nicht anlaufen. Die Wietmarscher werfen ihren Investoren die Grundstücke hinterher, Nordhorn hat das Nachsehen. Die Politik hatte gehofft, dass der neue Bürgermeister Wellen, vormals Nordhorner Verwaltungsmann, mit der Stadt ein bisschen partnerschaftlicher umgeht als sein Vorgänger. Zubeißen mochte der gern, Zusammenarbeit war ihm ein Fremdwort. Vermutlich stirbt er in den Stiefeln, irgendwann, wenn der Herr ihn zu sich ruft. Herr Eling weiß aber sicher, dass er (nach zähen Verhandlungen) den Zeitpunkt selbst bestimmt –  auch wenn er für die Leute ein frommer Mann ist. Herr Wellen tut es ihm jetzt gleich, wenigstens, was die Wirtschaftsförderung angeht.

Fluffig und tödlich - "Hähnchen des Todes" aus der Grafschaft und dem Emsland killen Märkte und Konsumenten in Afrika. (Symbolbild, Quelle: pixabay.com)

Fluffig und tödlich – “Hähnchen des Todes” aus der Grafschaft und dem Emsland killen Märkte und Konsumenten in Afrika.
(Symbolbild, Quelle: pixabay.com)

Gewiss: Das Klausheide-Geschäft muss belebt werden. Den Nordhorner Sozial- und Christdemokraten ist dafür soeben ein Husarenstückchen gelungen. Husaren sind Reitersoldaten, schnell, beweglich,  zupackend. Das Wort hängt mit dem italienischen „Korsar“ zusammen und heißt dann Straßen- und Seeräuber. So haben sich jüngst die beiden Ratsparteien aufgeführt: Geheimsache „Hähnchenbrüterei“ heißt die Parole. Für fünfzehn Arbeitsplätze werden 26 Hektar erschlossenes Gewerbeland an einen niederländischen Kükenzüchter verscherbelt. Ähnlich viele Arbeitsplätze mag es in einem – auch dort ansässigen – Amüsierbetrieb geben. Von großen Steuergewinnen aus dieser Einrichtung hat man noch nicht gehört.

Und dann noch das: Die Zucht- und Brütedichte in der Grafschaft und dem Emsland ist immens; ein einziger Verarbeiter und Monopolist hat das Geschäft bis weit nach Ostdeutschland in der Hand. Allein in Nordhorn sollen jährlich 42 Millionen Küken produziert werden. Bäuerliche Landwirtschaft, von der hier viele reden, sieht anders aus. Für ganz Europa gibt es Hähnchenfleisch und Eier aus dem Emsland und der Grafschaft. Sogar für Afrika – Karkassen, Schlachtabfälle und minderwertige Teile gehen auf den Schwarzen Kontinent, auf die lokalen Märkte. Kleine Bauern, die dort verkauft haben, verlieren ihr Einkommen. Am Ende heißt das Armut und Hunger, gemacht auch in Nordhorn. Viele Menschen überleben diese Not nicht. In Togo heißen die europäischen Tiere deshalb – und wegen der schlechten Qualität – „Hähnchen des Todes“. Deshalb ein Vorschlag: Warum nicht eine Zweigstelle von Heckler & Koch in Klausheide ansiedeln? Die Waffenfabrik liefert Gewehre, Pistolen und Munition in alle Welt, auch nach Afrika. Wenn schon, auch von Nordhorn aus, dort die Geflügelmärkte zerschlagen werden sollen, kann man den Weg doch abkürzen. Die Zauberformel: Waffen statt Hunger. Das gibt zwar böse Bilder und schlechte Presse, beschleunigt aber den Prozess. Und mehr Gewerbesteuer, mehr Arbeitsplätze bringt eine Waffenschmiede auch…

Ett Beste wünscht Jan