+++ Heute vor 10 Jahren: Transrapid-Unglück im Emsland – Zukunft ist Vergangenheit +++
Heute vor zehn Jahren ereignete sich das Transrapid-Unglück bei Lathen im Emsland. (Foto: Marion Bußler-Schüler)

+++ Heute vor 10 Jahren: Transrapid-Unglück im Emsland – Zukunft ist Vergangenheit +++

22. September 2016 0 Von Redaktion Ems-Vechte-News

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Von Adrian Lübke. Zukunft ist Vergangenheit: Dies ist nicht nur der Titel eines Filmes aus dem Jahr 2014. Es trifft leider auch auf eine der größten technologischen Innovationen Deutschlands, den Transrapid, zu.

Heute vor zehn Jahren ereignete sich das Transrapid-Unglück bei Lathen im Emsland. (Foto: Marion Bußler-Schüler)

Heute vor zehn Jahren ereignete sich das Transrapid-Unglück bei Lathen im Emsland.
(Foto: Marion Bußler-Schüler)

Der Transrapid. Der Zug dessen futuristisches Design an “Star Trek” erinnert. Der Zug, der aus Zukunftsvisionen wie “Blade Runner” oder “Zurück in die Zukunft” stammen könnte. Zwei Ereignisse in der Vergangenheit brachten das einstige Prestigeprojekt Deutschlands zu Fall und veränderten somit die Zukunft, wie sie hätte sein können.

Stützpfeiler 135 - Hier endete die Ära des Transrapids. (Foto: Marion Bußler-Schüler)

Stützpfeiler 135 – Hier endete die Ära des Transrapids.
(Foto: Marion Bußler-Schüler)

Da war zuerst die Kostenexplosion der geplanten Strecke zwischen Hamburg und Berlin. Ursprünglich wurden die Kosten im Jahr 1993 mit 4,5 Milliarden Euro veranschlagt. Bis zum Ende des Jahrtausends stiegen diese auf 7,5 Milliarden Euro, unabhängige Gutachter hielten sogar zehn Milliarden für möglich. Als die 1998 gewählte Bundesregierung beschloss, die öffentlichen Mittel für Streckenbau und Technologie-Entwicklung bei etwa 2,5 Milliarden Euro zu deckeln, stiegen die Herstellerfirmen Thyssen und Siemens aus dem Projekt aus, da es ohne staatliche Subventionen nicht zu finanzieren war. Nachdem im Jahr 2000 das Projekt Hamburg-Berlin aufgegeben wurde, folgte 2008 die Verbindung vom Münchner Hauptbahnhof mit dem Flughafen, welche ebenfalls an den Kosten scheiterte.

Der Transrapid steht still. (Foto: Marion Bußler-Schüler)

Der Transrapid steht still.
(Foto: Marion Bußler-Schüler)

Der zweite Grund für das Scheitern des Transrapid ist in den Augen Vieler der Hauptgrund. Am 22. September 2006 kam es auf der Transrapid-Teststrecke im emsländischen Lathen zu einem schweren Unfall, bei dem 23 Menschen starben und 11 weitere zum Teil schwer verletzt wurden. Gegen 09:55 Uhr prallt der TR 08 mit Tempo 170 auf einen Werkstattwagen, der bei Stützpfeiler 120 parkte und auf Anweisungen zur Weiterfahrt in die Abstellanlage wartete. Beide Fahrzeuge wurden durch die Geschwindigkeit und die Wucht des Aufpralls mehrere hundert Meter weit bis zum Stützpfeiler 135 katapultiert.

Die einstmals zukünftige Technologie gehört jetzt der Vergangenheit an. (Foto: Marion Bußler-Schüler)

Die einstmals zukünftige Technologie gehört jetzt der Vergangenheit an.
(Foto: Marion Bußler-Schüler)

Am Besucherzentrum ist nicht mehr viel los. (Foto: Marion Bußler-Schüler)

Am Besucherzentrum ist nicht mehr viel los.
(Foto: Marion Bußler-Schüler)

Heute erinnern ein Gedenkstein, 23 Hainbuchen sowie ein Holzkreuz, welches die Angehörigen der Opfer errichtet haben, an das Unglück. 10 Jahre sind seitdem vergangen. Die Transrapid-Teststrecke wurde 2011 stillgelegt. Der einzige sich in Betrieb befindende Transrapid fährt in Shanghai. Im Oktober versteigert der Bund den letzten TR 09.

Die Teststrecke im Emsland wurde nicht abgebaut. (Foto: Marion Bußler-Schüler)

Die Teststrecke im Emsland wurde nicht abgebaut.
(Foto: Marion Bußler-Schüler)

Der Transrapid in Deutschland ist Geschichte. Zukunft ist Vergangenheit.

Zum Gedenken an die Opfer. (Foto: Marion Bußler-Schüler)

Zum Gedenken an die Opfer.
(Foto: Marion Bußler-Schüler)

Weitere interessante Informationen zum Transrapid, dem Unglück vor 10 Jahren und noch mehr Bilder gibt es in der entsprechenden Ausgabe des Podcasts “Schöne Ecken” – Die Folge kann hier angehört und heruntergeladen werden.