Gleichstellungsbüro des Landkreises Grafschaft Bentheim feierte 25-jähriges Bestehen
v.l.n.r.: Landrat Friedrich Kethorn, Gleichstellungsbeauftragte Julia Stegt sowie die ehemaligen Frauen- bzw. Gleichstellungsbeauftragten Beate Lunk und Hedwig Lammers. (Quelle: Landkreis Grafschaft Bentheim)

Gleichstellungsbüro des Landkreises Grafschaft Bentheim feierte 25-jähriges Bestehen

14. Dezember 2017 0 Von Redaktion Ems-Vechte-News

„Der wichtigste Schritt ist hierbei das Verinnerlichen. Es muss in allen Köpfen ankommen.“

Nordhorn. „Ein Vierteljahrhundert Gleichstellungsarbeit bedeutet auch ein Vierteljahrhundert Bewusstseinsarbeit und Sensibilisierung. Das war gerade in den Anfangsjahren mit vielen Vorbehalten und viel Skepsis, vor allem auch bei so manchen Männern, keine leichte Aufgabe“, resümierte Landrat Friedrich Kethorn am Mittwochabend vor rund 100 Gästen im Nordhorner NINO-Hochbau. Auf dem Programm der kleinen Feier zum 25-jährigen Bestehen des Gleichstellungsbüros beim Landkreis Grafschaft Bentheim standen aber nicht nur Reden und Grußworte. Mit einem Auftritt des Gender-Kabaretts „Was Sie schon immer über Gender wussten, aber nie zu denken wagten“ wurden schließlich noch kräftig die Lachmuskeln angeregt.

Landrat Kethorn erinnerte in seiner Rede auch an die Anfänge des Gleichstellungsbüros als „Amt 16“ und mit der Bezeichnung „Frauenbeauftragte“. Ein gutes Jahr, bevor es durch Gesetz verpflichtend war, trat bereits am 1. März 1992 mit Iris Blume die erste Frauenbeauftragte ihren Dienst beim Landkreis an. Acht weitere Frauen folgten. Seit Dezember 2014 ist Julia Stegt für die Umsetzung des gesetzlichen Auftrags der Gleichstellung von Frauen und Männern tätig. „Wir haben in den 25 Jahren vieles erreicht“, betonte Kethorn. „In den 1990er Jahren galt es noch als Besonderheit, wenn Frauen Führungspositionen inne hatten oder diese gar in modernen Formen wie Jobsharing ausübten.“ Er erinnerte dabei an das Jahr 1992, als sich erstmals für Niedersachsen zwei Frauen eine Leitungsfunktion teilten: in der Nordhorner Euregio-Bücherei. Heute gebe es flexible Arbeitszeitmodelle mit dem Ziel der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Der Landkreis sei da seit 2006 mit dem Zertifikat audit berufundfamilie in einer Vorreiterrolle: „Wir haben flexible Arbeitszeiten für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eingeführt und verschiedene Teilzeitmodelle ermöglicht.“

Dennoch, so stellte Kethorn fest, gebe es in verschiedenen Feldern noch Handlungsbedarf. Der Frauenanteil in der Kreispolitik, der derzeit bei 26 Prozent liege, oder auch eine Unterrepräsentanz in Führungspositionen seien noch „Baustellen“. Aber er sei optimistisch, dass auch künftig über weitere Fortschritte in der Umsetzung der Gleichstellung von Frauen und Männern berichtet werde. Die Gleichstellungsbeauftragte Julia Stegt versprach weiter „hartnäckig“ dafür zu arbeiten. Gesetze, Dienstanweisungen und Vorschriften reichten erfahrungsgemäß allein nicht aus: „Der wichtigste Schritt ist hierbei das Verinnerlichen. Es muss in allen Köpfen ankommen.“