Gedanken zur Jahreslosung 2018: „Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.“ (Off. 21,6)
Die Vechte-Quelle. (Foto: Bearbeitung - privat)

Gedanken zur Jahreslosung 2018: „Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.“ (Off. 21,6)

14. Januar 2018 0 Von Redaktion Ems-Vechte-News

Ein Beitrag der EVN-Kirchenredaktion

Die Jahreslosung der evangelischen Kirchen für das Jahr 2018 stammt aus dem Buch der Offenbarung. Aber schauen wir es und mal ein wenig genauer an. Was ist eigentlich eine Quelle? Das Lexikon sagt folgendes: „Eine Quelle ist ein Ort, an dem ,dauerhaft oder zeitweise, Grundwasser auf natürliche Weise an der Geländeoberfläche austritt. (lt. wikipedia) – nicht zu verwechseln mit dem 1923 gegründetem bayrischen Versandhaus.

Lassen sie uns in eine Szene wechseln: Entbindungsstation, Notaufnahme. Eine hochschwangere Frau wird in den Kreißsaal geschoben. Das Team im OP setzt alles daran, Mutter und Kind am Leben zu halten. Für den Vater quälende Minuten, doch schlussendlich kann der Arzt sagen: Mutter und Kind sind wohlauf. Eine Geburt ist Geschenk und Gabe. Alles, was wir sind, und alles, was wir haben, strömt aus Gottes Hand. In solchen Momenten einer neuen Familie, kann uns bewusst werden, dass wir uns unser Leben nicht uns selbst verdanken. Es ist eben ein unverdientes Geschenk. Gratis. Umsonst.

Im Alltag sieht es meist so aus: Wir meinen, wir hätten alles im Griff und könnten das Leben nach unseren Wünschen gestalten. Solche und ähnliche Erlebnisse, aber auch Texte der Bibel können uns ins Nachdenken bringen, mehr noch, uns zeigen: Mein Leben wird von Gottes Gnade durchströmt, er ist mir gnädig vom Anfang bis zum Ende. In Psalm 139 wird dies sehr bewusst umschrieben:

„Denn du hast mein Inneres geschaffen, mich gewoben im Schoß meiner Mutter. Ich danke dir, dass du mich so wunderbar gestaltet hast. Ich weiß: Wunderbar sind deine Werke. Als ich geformt wurde im Dunkeln, kunstvoll gewirkt in den Tiefen der Erde, waren meine Glieder dir nicht verborgen. Deine Augen sahen, wie ich entstand, in deinem Buch war schon alles verzeichnet, meine Tage waren schon gebildet, als noch keiner ihnen da war.“ (Verse 13-16)

Doch wie gestalte ich mein Leben nun? Das Titelbild einer Wasserquelle kann da viel bildhaft erklären. Das Wasser sucht sich seine eigenen Wege, sagt man. Wie wird es sich seinen Weg bahnen? Kommt ihm etwas in die Quere? Spätestens dann, wenn es nicht so läuft, wie man vermutet. Spätestens dann wird man feststellen, dass man das Leben nicht einfach so beeinflussen kann. Ein Unfall, eine unerwartete Krankheit, dauerhafte Einschränkungen jeglicher Art, bringen einen durcheinander. Was nun? Hilft da nur klagen, wie es z.B. im Psalm 13, Verse 1-3 geschrieben ist :

„Wie lange noch, Herr, vergisst du mich gar ganz? Wie lange noch verbirgst du dich vor mir? Wie lange noch muss ich Schmerz und Kummer Tag für Tag tragen? Wie lange triumphieren andere über mich?“

Auf allen unseren Wegen suchen wir Gott, und wir wissen er ist da. So wie der Fluss, der völlig fremd sich ins Unbekannte fortbewegt. Durch malerische Natur, aber auch durch steinige Tiefen. Er fließt dennoch unaufhaltsam weiter.

Wasser ist eben ein wunderbares Bild. Daher ist es auch nicht ungewöhnlich, dass die Erkenntnis über eine lebendige Quelle unseres Lebens, just im letzten Buch der Bibel steht. Quasi am Ende eines neuen Anfangs. So heißt es zu Beginn des Kapitels 21 im Buch der Offenbarung:

„Dann sah ich einen neuen Himmel und eine neue Erde; dann das Alte ist vergangen. Gott wird mitten unter ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein. Denn was früher war, ist vergangen. Denn siehe, ich mache alles neu, spricht der Herr!“

Wir können also immer hoffen. Ist unser Schmerz und unser Leid erst besiegt, dann wohnen wir mit Gott Tür an Tür. Klar ist natürlich: Bis es soweit ist, gibt es noch so manche Herausforderung zu bestehen. Doch es gilt hier jenes Versprechen, das Jesus seinen Jüngern einst gegeben hat „Ich bin bei euch alle Tage bis an das Ende Welt“.

In der Grafschaft Bentheim gibt es eine eher umgangssprachliche Floskel, bezogen auf das maritime Umfeld: “Bis dahin läuft noch viel Wasser durch die Vechte…“ Vielleicht denken wir an den Jahresspruch zurück, wenn wir das einmal sagen, oder von anderen hören.

Das evangelische Jugendwerk in Württemberg, hat in seiner musikalischen Arbeit zusammen mit kirchenmusikalischen Größen, ein Lied zur Jahreslosung entworfen. Hier ist in dem Refrain all das Denken in genau zwei Sätzen zusammengeführt :

„Ewiger Gott, Quelle des Lebens, auf meinen Wegen suche ich dich. Liebender Gott, Anfang und Ende, in meinem Suchen findest du mich.“

Die EVN Kirchenredaktion wünscht allen Leserinnen und Lesern in diesem Sinne ein spannendes, lebendiges und von Gott begleitetes Jahr 2018!