Filmkritik: „Ant-Man and the Wasp“ – Marvels leichtfüßiger Familienfilm
"Ant-Man and the Wasp" - Jetzt im Kino. (c) Disney/Marvel

Filmkritik: „Ant-Man and the Wasp“ – Marvels leichtfüßiger Familienfilm

29. Juli 2018 0 Von Redaktion Ems-Vechte-News

Action, Humor für und mit Groß und Klein

Von Sascha Vennemann. Was haben nicht alle gelacht: Wie soll man aus dem seltsamen Ameisenmann der Marvel Comics einen Film machen, der gegen seine Überväter Captain America und Iron Man in Marvel Cinematic Universe bestehen kann? Doch dann gelangen Regisseur Peyton Reed und Hauptdarsteller Paul Rudd im Jahr 2015 ein Überraschungserfolg, mit einem vor allem in Sachen Humor und Figuren hervorragend ausbalancierten Film, der trotz Hauptfigur aus der zweiten Reihe der Comic-Helden sehr unterhaltsam ist, aus der Dynamik, mit den verschiedenen Körpergrößen des Helden zu spielen, ein Maximum an Ideen herausholte und sie in 3D-Effekten ansprechend visualisierte. Zudem durfte Ant-Man im dritten Captain America-Film Civil War eine nicht zu unterschätzende Rolle einnehmen und wurde prominent gefeatured.

Wer auf die Vorgeschichte verzichten will, kann dies beim nun erschienenen zweiten Ant-Man-Abenteuer Ant-Man and the Wasp getrost tun: Was man wissen muss, erklärt der Film im Vorbeigehen, die Hauptfiguren werden nicht mehr vorgestellt und man konzentriert sich zwei Stunden lang darauf, ein leichtfüßiges Abenteuer mit tollen Effekten und Szenen fürs Herz zu zeigen – nach der Gravitas des letzten Marvel-Films Avengers: Infinity War eine willkommene Atempause, in der es mal nicht um das Schicksal des Universums geht, sondern um die Dinge, die einem Einzelnen eine ganze Welt bedeuten können: Freunde und Familie nämlich.

Scott Lang (Paul Rudd) hat den Ameisenmann-Anzug seit den Ereignissen aus Civil War an den Nagel gehängt. Ihm blieb auch gar nichts anderes übrig: Weil er gegen bestehendes Recht verstoßen hat und als einziger Superheld der Truppe geschnappt wurde, muss er nun zwei Jahre mit Fußfessel im Hausarrest verbringen. Die Zwngspause nutzt er nicht nur, um Zaubertricks zu lernen, sondern auch, um viel Zeit mit seiner Tochter zu verbringen, die er nur am Wochenende zu Gesicht bekommt. Die Zeit des Arrests ist nun fast vorbei, als er während eines Bades eine seltsame Vision bekommt: Er erinnert sich daran, als er auf subatomare Größe verkleinerte. In diesem Traum spürt er eine Verbindung mit Janet Pym (Michelle Pfeiffer), der Frau des ursprünglichen Ant-Mans und Wissenschaftlers Hank Pym (Michael Douglas), die in eben jenem subatomaren Raum verschwand und nie wieder auftauchte. Ein seltsamer Zufall, denn Hank Pym und seine Tochter Hope van Dyne (Evangeline Lilly) basteln gerade im Verborgenen – da auch sie gesucht werden – an einer Lösung, um die verschollene Frau und Mutter aus der Quantenebene zu befreien.

Wider Willen holen die beiden Scott aus seinem Hausarrest und simulieren den Beamten, dass er noch dort ist – was im Folgenden oft für amüsante Probleme sorgt. Natürlich bleiben die Experimente nicht unbemerkt. Der Hightech-Dealer Sonny Birch (Walton Goggins), von dem Pym und van Dyne einige seltene Teile beziehen, will an ihr Labor und den Zugang zur subatomaren Ebene gelangen, ebenso eine mysteriöse Frau namens Ava (Hannah John-Kamen), die als Ghost in Phasenverschiebungen zwischen den Realitäten wechselt und durch Wände und Gegenstände gehen kann, beziehungsweise ganz verschwindet. Sie erhofft sich durch Pyms Experimente Heilung, denn ihr Zustand basiert auf einem misslungenen Experiment, an dem Hank Pym nicht ganz unschuldig ist. Und da ist ja immer noch das FBI, das Scott im Nacken sitzt…

Ant-Man and the Wasp stellt dem Ameisenmann nun erstmals die Wespenfrau Hope van Dyne an die Seite. Während letztere nicht nur hervorragend kämpfen kann und das Spiel mit dem Schrumpfen und Vergrößern von Gegenständen perfekt beherrscht, kann sie auch noch fliegen, während Ant-Man weiter auf die Hilfe fliegender Ameisen angewiesen ist (die – wer hätte das gedacht – ein gefundenes Fressen für Möwen sind). Sie kämpfen gemeinsam nicht nur gegen Hehler, das FBI und die geheimnisvolle Ghost, sondern auch für ihre Familien. Hope und Hank wollen endlich Frau und Mutter wiedersehen, Scott will die Freiheit zurück, um wieder mehr mit seiner Tochter unternehmen zu können. Die Motivationen sind persönlicher Natur. Nach den umwälzenden Ereignissen von Invinity War ist das eine erfrischende Facette des Klein-Klein im Groß-Groß, das Marvel so gerne beschwört.

Schauspielerisch macht es großen Spaß, Paul Rudd und Evangeline Lilly zuzusehen. Gerade letztere kann durch grandiose Kampfszenen auftrumpfen, die wieder einmal keinen Grund zur Klage bieten. Das Schrumpfen und Vergrößern erlaubt ganz eigene Dynamiken und das Spielen mit der Schwerkraft, hinzu kommen die Fähigkeiten von Ghost, sich einfach durch Verschwinden dem Spiel zu entziehen und plötzlich an ganz anderer Stelle einzugreifen. Michael Douglas und Michelle Pfeiffer sind als Paar ebenfalls mit einer besonderen Chemie auf der Leinwand gesegnet. Michael Peña als Scotts Latino-Kumpel Luis sorgt wieder für zahlreiche Lacher (Stichwort: Wahrheitsserum). Das Tempo ist hoch – schließlich gibt es mit Ghost, dem FBI und dem leider etwas farblos bleibenden Technik-Dealer gleich drei Gegner. Natürlich ist auch der Zeitfaktor bei der Rettung von Janet Pym aus dem subatomaren Raum von Wichtigkeit. Dramatik in all ihren Facetten also.

Die Leichtigkeit kommt durch das engagierte Spiel des Ensembles und durch den Humor zustande, der schon den ersten Ant-Man-Film auszeichnete. Die Kampfszenen sind nie zu brutal oder wirr, Rudds Scott Lang ein liebenswerter Trottel wie eh und je. So kommt es, dass der Film auch schon ab 12 Jahren freigegeben ist und damit auch für Kinder ab 6 Jahren in Begleitung der Eltern angeschaut werden darf. Ant-Man and the Wasp gelingt der Spagat spannend zu sein, ohne dabei allzu brutal zu werden.

Zeitlich spielt der Film kurz vor Invinity War, und bis auf eine der beiden obligatorischen Abspannszenen wird darauf nicht Bezug genommen. Die erste Abspannszene hat es aber dann in sich. Da die Macher verkündet haben, der zweite Teil von Ant-Man spiele bei der Fortführung in Avengers 4 eine wichtige Rolle, dürfte man diese Bonus-Szene als Hinweis möglicher Entwicklungen deuten.

Fazit: Ant-Man and the Wasp führt den gelungenen ersten Teil um den Ameisenmann würdig fort, bietet leicht verträgliche und familientaugliche Superhelden-Kost, tolle Effekte, rasante Action und hat das Zeug zum Sommer-Blockbuster. Wer sich selbst davon überzeugen will, kann dies nun auch im neu eröffneten Multiplex-Kino UCI LUXE in Nordhorn tun. Wann der Film dort läuft und wie Sie online Ihre Karten reservieren können, lesen Sie unter folgendem Link nach:
https://www.uci-kinowelt.de/kinoprogramm/nordhorn/81

Wir danken dem UCI LUXE Nordhorn für die freundliche Unterstützung!