Erster Emlichheimer Unternehmerabend gut besucht
Reges Interesse zeigten die Gäste des ersten Unternehmerabends in Emlichheim. (Foto: Samtgemeinde Emlichheim)

Erster Emlichheimer Unternehmerabend gut besucht

29. August 2017 2 Von Redaktion Ems-Vechte-News

Infos über Breitband, Straßenprojekte und SPNV

Emlichheim. Gut besucht war der erste Unternehmerabend der Gemeinde Emlichheim in der vergangenen Woche. Bürgermeister Heinrich Strenge zeigte sich ein seiner Begrüßung sehr erfreut über den regen Zuspruch aus der Unternehmerschaft. Über 80 Unternehmerinnen und Unternehmen informierten sich im ersten Teil der Veranstaltung über Straßenbauprojekte, Datenautobahn und Schienenverkehr. Auch der Gemeinderat war fast vollständig vertreten.

Warum eine Straßenplanung nicht von heute auf morgen abzuschließen ist, erläuterte der stellvertretende Gemeindedirektor Ansgar Duling anhand der Projekte „Verlängerung Obenholt“ und der Ortsumgehung Emlichheim. Das Planfeststellungsverfahren „Obenholt“, welches zunächst von der Gemeinde Emlichheim eingeleitet wurde, wird nach einer privaten Einwendung zwischenzeitlich in Zuständigkeit der Samtgemeinde Emlichheim geführt. Unter der Voraussetzung, dass keine Klagen gegen die neue Planung eingehen, könne mit dem Bau 2019 begonnen werden.

Auch für die Ortsumgehung der B 403 im Süden von Emlichheim laufen bereits konkrete Planungen. Mit diesem Straßenprojekt soll eine bessere Anbindung an die Autobahn erreicht und der Durchgangs- und Schwerverkehr um den Ort herumgelenkt werden. Anhand der Ortsumgehung machte Duling deutlich, wie langwierig Planungsverfahren bei Infrastrukturplanungen heutzutage sind. Bereits seit 2010 laufen die ersten Planungen. Nach heutigem Kenntnisstand sei davon auszugehen, dass die Umgehungsstraße frühestens ab dem Jahr 2025 gebaut werden könnte. „Aber nur, wenn alles glatt läuft“, merkt Duling an.

Schneller wird es mit dem Projekt einer Datenautobahn für die Niedergrafschaft gehen. Duling ist einer von zwei Geschäftsführern der Breitband Grafschaft Bentheim GmbH & Co. KG. Ziel der Breitbandgesellschaft ist es, ca. 95 % der sogenannten weißen Flecken mit schnellem Internet zu versorgen. Rund 162 km Leerrohre inklusive Glasfaser sollen allein in der Samtgemeinde Emlichheim als passives Netz verlegt werden und über 1.600 Anschlüsse bereitstellen. Einem Pächter, der das System als offenes Netz übernimmt, hat die Gesellschaft nach einem europaweiten Ausschreibungsverfahren bereits den Zuschlag erteilt. Zurzeit laufen die Vergabeverfahren für die Planungsleistungen und Tiefbauarbeiten.

Gemeindedirektorin Daniela Kösters, die den Abend moderierte, leitete vom Datennetz über zum Grafschafter Schienennetz und begrüßte Vorstand der Bentheimer Eisenbahn AG (BE) Joachim Berends. Berends gab in seinem Vortrag einen Rückblick in die Geschichte der Personenbeförderung in der Grafschaft, die 1974 endgültig eingestellt wurde. Seit Mitte der 1990er Jahre bemühe man sich um eine Reaktivierung. Diese Bemühungen seien nun von Erfolg gekrönt. Die Verbindung von Bad Bentheim bis Neuenhaus werde Ende 2018 in Betrieb gehen. Für die Region bietet die Reaktivierung nach Auffassung von Berends ein attraktives Mobilitätsangebot. Gerade für die Gewinnung von Fachkräften sei das ein nicht zu unterschätzender Standortvorteil. Berends sieht gute Chancen, die Strecke über Coevorden bis nach Emmen fortzuführen. Mit der Provinz Drenthe habe es bereits positive Gespräche gegeben.

Jan Zwiers, Wethouder der niederländischen Nachbargemeinde Coevorden, erläutert in einem Interview mit Kösters, dass seine Vorgänger schon vor Jahren die Idee einer Schienenverbindung

zwischen Coevorden und Rheine verfolgt hätten. In einem gemeinsamen Europa sei es ihm wichtig, den Blick nicht vor der Grenze enden zu lassen, sondern darüber hinaus zu gehen. Mit einer grenzüberschreitenden Schienenverbindung sieht er Potentiale nicht nur für den Tourismus und im Bereich der Tagesausflüge. Attraktive Schienenverbindungen bieten auch Bleibeperspektiven für Berufspendler. Niederländer fahren nach Erfahrungen von Zwiers gerne mit dem Zug. Das Verkehrsmittel gilt aus verlässlich und preiswert. Zwiers ist überzeugt davon, dass der Zug künftig bis nach Emmen fahren wird und die Provinz Drenthe das Projekt finanziell unterstützen wird.

Aber zunächst gilt es die Strecke bis Neuenhaus technisch so herzurichten, dass dort mit einer Streckengeschwindigkeit von 80 km/h gefahren werden darf. Nils Brinkman vom Ingenieurbüro Lindschulte aus Nordhorn informierte in einem Überblick über die verschiedenen Planungsschritte, Genehmigungsverfahren und Bauaktivitäten. Die heutige Dynamik und den Schwung, den das Projekt aufgenommen hat, gilt es nach Worten von Brinkmann umzusetzen und mit dem Ziel, die Schienenverbindung über den Bahnhof Neuenhaus hinaus bis in die Niederlande fortzusetzen.

Zum Abschluss des informativen Teils ermunterte Gemeindedirektorin Daniela Kösters die Emlichheimer Unternehmer, ihre Kräfte ebenfalls für die bessere Erreichbarkeit des Standortes zu bündeln und ein Feedback zu den derzeitigen Aktivitäten zu geben. Im Anschluss nutzten die Emlichheimer Unternehmerinnen und Unternehmer die Gelegenheit, mit Politik und Verwaltung ins Gespräch zu kommen, und geschäftliche Kontakte zu knüpfen bzw. zu pflegen.