Erinnerung an die Widerstandsgruppe „De Zwarte Hand“ in Schepsdorf
Rund 40 Personen nahmen an der Gedenkfeier für die Widerstandskämpfer der "Zwarten Hand" in Schepsdorf teil. (Foto: Stadt Lingen)

Erinnerung an die Widerstandsgruppe „De Zwarte Hand“ in Schepsdorf

9. August 2018 0 Von Redaktion Ems-Vechte-News

Gedenkfeier: „Das Erinnern darf nicht aussterben.“

Lingen. „Das Erinnern darf nicht aussterben. Wir müssen die Erinnerung lebendig halten an den Mut der Helfer und die Tatenlosigkeit so vieler.“ Mit diesen Worten mahnte Oberbürgermeister Dieter Krone am Dienstagabend anlässlich einer Gedenkfeier in Erinnerung an die belgischen Widerstandskämpfer der „Schwarzen Hand“ – „De Zwarte Hand“. Rund 40 Personen waren der Einladung der Stadt Lingen zum Gedenkstein in Schepsdorf gefolgt. Oberbürgermeister Dieter Krone legte dort zusammen mit Ortsbürgermeister Hermann Krone einen Kranz der Stadt Lingen nieder. Die Gemeinde Puurs aus der fünf der hingerichteten Männer stammen sowie für den Freundeskreis „Zwarte Hand“ in Belgien hatten ebenfalls Kränze sowie ein Blumenarrangement geschickt, das die Vorsitzenden des Kulturausschusses Irene Vehring und Edeltraud Graeßner sowie Dezernentin Monika Schwegmann und Stadtarchivar Dr. Mirko Crabus vor dem Gedenkstein niederlegten. Für den passenden musikalischen Rahmen sorgte Felix Hammer, der Erste Konzertmeister des Lingener Kammerorchesters.

De Zwarte Hand“ ist der Name für eine belgische Widerstandsgruppe, die sich 1940 in dem belgischen Dorf Puurs nach dem Überfall der Deutschen gebildet hatte. Die Gruppe leistete gewaltlose Rebellion, stellte antideutsche Flugblätter her und versuchte Kontakt zu England herzustellen. 1941 flog die Gruppe auf. Die 112 Mitglieder wurden verhaftet. 1943 kamen zwölf von ihnen nach Lingen und wurden auf dem Wehrmachtsschießplatz in Schepsdorf erschossen. 1991 stellte die Stadt Lingen auf dem Gelände des ehemaligen Wehrmachtschießstandes einen Gedenkstein auf, der die Namen der Hingerichteten nennt. Darunter auch die der sieben Luxemburger, die ebenfalls 1944 dort erschossen worden sind.

Die Gedenkkultur kann uns helfen, bei Ausgrenzung Antisemitismus und Ausländerfeindlichkeit sensibel zu bleiben. Nur dann hat unsere Erinnerungskultur einen tieferen Sinn“, sagte Oberbürgermeister Dieter Krone abschließend. „Ich danke ihnen allen, dass sie mit uns zusammen, die Erinnerung lebendig halten.“