+++ Emlichheim bekommt „Offene Bühne“ am Haus Ringerbrüggen +++
(von links) Rita Köster, Daniela Kösters und Eileen Knief mit dem Entwurf der offenen Bühne. (Foto: Dieter Lindschulte)

+++ Emlichheim bekommt „Offene Bühne“ am Haus Ringerbrüggen +++

16. März 2018 0 Von Redaktion Ems-Vechte-News

Entwurf von Emlichheimer Architekturstudentin überzeugt

Emlichheim. Seit geraumer Zeit besteht in der Samtgemeinde Emlichheim der Wunsch nach einer Bühne als Rahmen für kleinere und größere Veranstaltungen unterm freien Himmel. „Bereits heute gibt es hier eine Reihe von regelmäßigen Events und Veranstaltungen, die von einer vorhandenen Bühne sehr profitieren würden“, teilt Rita Köster mit, bei der Samtgemeinde für Tourismus und Ortsmarketing zuständig. Erste Ideen für eine Bühne gab es schon vor einigen Jahren über den VVV, wo man sich eine Art Konzertmuschel im Bereich des Hauses Ringerbrüggen vorstellte. Im Ortskernentwicklungskonzept der Gemeinde Emlichheim war dieses Areal als besonders attraktiv für öffentliche Veranstaltungen herausgearbeitet worden. Auch der Samtgemeinderat formulierte in einem Ziele-Workshop für den Bereich Kultur den Wunsch nach einer mobilen Bühne im Außenbreich. In einer Projektgruppe wurde die Idee dann von Heinz Rohlfs für den VVV, Heinrich Lindemann für Konzept Kultur und Rita Köster weiter vertieft. „Eine herkömmliche Konzertmuschel wollten wir dann doch nicht. Schnell kristallisierte sich in unserer Gruppe heraus, dass eine multifunktional einsetzbare, zu beiden Seiten offene Bühne eine größere Flexibilität besitzt“, berichtet Köster.

Ein Problem stellte die gewünschte Mobilität dar, da für ein mobiles Konzept hohe Folgekosten für Transport und Aufbaupersonal entstehen würden. Schließlich verständigte man sich auf einen festen Standort im zentralen Ort der Samtgemeinde. Für das Design und die technische Ausführung gab es zunächst keine klaren Vorstellungen. Es war ein Glücksfall, dass man die Emlichheimer Architekturstudentin Eileen Knief für das Projekt gewinnen konnte. Sie erarbeitete mit hohem persönlichem Engagement in ihrer Freizeit einen eindrucksvollen Gestaltungsvorschlag, der sich perfekt in das vorhandene Umfeld einfügte. Ihr Entwurf stieß bei allen Beteiligten auf Begeisterung.

„Je nach Wunsch und Anforderung kann die Bühne in offener Bauweise in Richtung Rasen oder in Richtung des Parkplatzes genutzt werden. Dadurch wirkt die Bühne als Bauwerk nicht so dominant und hat den Charakter eines geöffneten Fensters“, erläutert Studentin Knief ihr Planungskonzept. Bei der Formgebung des Baukörpers hat sie Form und Winkel der gemauerten Fensterstürze des Hauses Ringerbrüggen aufgenommen und die Seitenwände der Bühne nach außen neigen lassen. Die Bauelemente oberhalb der Bühnenebene werden mit anthrazit eingefärbtem Beton gegossen und der Sockel sandsteinfarben. Diese beiden Farben korrespondieren nach ihren Erläuterungen mit Farben und Elementen des Gebäudeensembles Ringerbrüggen und des Hofes Veldink sowie seinem modernen Anbau. „So wird mit der Bühne eine Verbindung geschaffen zwischen alter und moderner Architektur“, erklärt Knief.

Die Entwürfe der Emlichheimer Architekturstudentin Knief hatten auch Samtgemeindebürgermeisterin Daniela Kösters und die Samtgemeindegremien überzeugt. Kösters ist sich sicher, dass die offene Bühne Strahlkraft für das kulturelle Leben in der Samtgemeinde Emlichheim haben wird. Erfeut zeigt sie sich auch über die zugesagten Fördermittel. Dem Vorhaben kam zu Gute, dass in der LEADER-Region der Grafschaft Bentheim das Verbundprojekt „Gemeinschaft (er)leben“ geschaffen wurde. Wie die Samtgemeindebürgermeisterin hierzu weiter ausführt, sollen im Rahmen dieses Verbundprojektes in Kommunen Plätze und Räume als generationsübergreifende Begegnungsstätten realisiert werden, die dem Gemeinschaftserlebnis dienen und möglichst innovativ gestaltet sind. Mit dem Projekt der offenen Bühne werden diese Kriterien erfüllt und ein Großteil der Projektkos ten kann aus dem LEADER-Fördertopf finanziert werden. „Der Förderbescheid ist in diesen Tagen bei der Samtgemeinde eingetroffen“, berichtet Daniela Kösters. Darüber hinaus konnte die Samtgemeinde die Grafschafter Sparkassenstiftung als Förderer gewinnen. Die Sparkassenstiftung trägt die Kosten für die technische Ausstattung der Bühne.

Bereits Ende letzten Jahres sind die Bauarbeiten ausgeschrieben worden. Den Auftrag erhielt das Bauunternehmen Büter aus Ringe. Zunächst werden die Betonfertigteile gegossen. Danach werden die Aufbau- und Montagearbeiten vor Ort ausgeführt, welche etwa vier Wochen in Anspruch nehmen werden. Im Rathaus zeigt man sich zuversichtlich, dass die offene Bühne im Spätsommer mit einem musikalischen Rahmenprogramm eröffnet werden kann.