Eissporthalle vor dem Aus
Wie geht es weiter mit dem Eishockey in Nordhorn? Foto: GEC Ritter

Eissporthalle vor dem Aus

8. Mai 2015 1 Von slindschulte

Eissporthalle Nordhorn: Saison 2015/2016 fällt aus

 Seit vielen Jahren drehen in der Eissporthalle an der Wehrmaate Nordhorn Eisläufer ihre Runden, werden spannende Eishockeyspiele ausgetragen. Die Halle ist mittlerweile in die Jahre gekommen und muss dringend saniert werden. Ein Gutachten hat nun ergeben, dass auch die Kälteanlage nicht mehr rechtlichen Standards entspricht.

DSC_0970Keine guten Nachrichten hatten demzufolge Kreisrat Uwe Fietzek und Gunda Gülker-Alsmeier, Leiterin des Fachbereiches Gesundheit, Familie und Soziales beim Landkreis Grafschaft Bentheim zu verkünden Gepäck. „Die Eissporthalle steht für den Saisonbetrieb 2015/2016 nicht zur Verfügung.“

 Der ordnungsgemäße Betrieb einer Eissporthalle – insbesondere mit seinen technischen Anlagen – obliegt einer turnusgemäßen Prüfung verschiedener Prüfstellen. Für die Kältetechnik sind das Gewerbeaufsichtsamt und zugelassene Sachverständige die jeweils zuständige Prüfungsinstitution.

Bei der Überprüfung 2015 durch das Gewerbeaufsichtsamtes und des Sachverständigen wurde die vorhandene Technik zur Eisaufbereitung beanstandet und die Betriebserlaubnis verweigert.

 Hintergrund ist, dass sich seit der letzten Sachverständigenprüfung vor einigen Jahren die sicherheitstechnischen Anforderungen an Ammoniak-Kälteanlagen (TRAS 110), die auch in der Eissporthalle Nordhorn genutzt wird, verändert haben. Bestandsschutz für bestehende Einrichtungen gibt es nicht.

 Die Eisaufbereitung in der Eissporthalle Grafschaft Bentheim erfolgt durch ein sog. direktes Kühlsystem. Das bedeutet, dass das Ammoniak (=wassergefährdender Stoff) unmittelbar in das bestehende Rohrsystem eingelassen wird. Dieses direkte Kühlsystem erfordert einen Nachweis eines intakten Rohrleitungssystems sowie eines Nachweises eines absolut undurchlässigen Stahlbetonuntergrundes. Für die Praxis bedeutet das, dass der komplette Hallenbetonboden freizulegen wäre. Die Alternative wäre die Installation eines völlig neuen Kühlsystems.

 Ausschlaggebend für die Entscheidung, dass für die Saison 2015/2016 die Halle nicht geöffnet werden kann, ist – dass, unabhängig von den Kosten – die Umsetzung beider genannten Varianten in technischer Hinsicht in 2015 zeitlich nicht umsetzbar sind.

 Die gesamten Sanierungskosten werden sich –grob geschätzt- auf rd. 2,5 Mio. Euro belaufen. Davon entfallen auf:

 –           1.500.000,00 € Sanierung der Kältetechnik

–           1.000.000,00 € Sanierung von z. B. Brandschutzkonzept, Sicherheitsbeleuchtung, Elektroanlage, Heizung, Sanitär etc.

 „In den kommenden Monaten werden alle Verantwortlichen einen umfassenden politischen Prozess anstrengen müssen, der über das weitere Schicksal der Eissporthalle entscheidet“, so Uwe Fietzek. Der Kreisverwaltung als dem Träger der Halle sei ihre Bedeutung für die Menschen hier in Nordhorn und der Region sehr bewusst. Mit den Worten „Es ist ein Schlag für uns alle“, fasst der Kreisrat zusammen, was Betreiber, Sportfans und Gäste bewegen dürfte.

Hier gibt es eine Online-Petition für den Erhalt der Eissporthalle