Einmal aus Nordhorn herausklettern
In Nordhorn, der Grafschaft und dem Emsland ist mehr los, als man denkt. Foto: wikimedia:Heribert Duling / CC-BY-SA-3.0

Einmal aus Nordhorn herausklettern

4. April 2015 0 Von slindschulte

Bierideen beim Maigang

RR. Es ist ziemlich genau 30 Jahre her, da machten wir einen Maigang.

Der Tanz in den Mai am Vorabend im Roxy, Ochsenstraße war schon recht heftig gewesen und zeigte in den Gesichtern einiger Maigänger noch deutliche Spuren.

In Nordhorn, der Grafschaft und dem Emsland ist mehr los, als man denkt. Foto: wikimedia:Heribert Duling / CC-BY-SA-3.0

In Nordhorn, der Grafschaft und dem Emsland ist mehr los, als man denkt. Foto: wikimedia:Heribert Duling / CC-BY-SA-3.0

Das Wetter war klasse, als wir uns gegen 11 Uhr am Treffpunkt einfanden. Bollerwagen, Bier und alles, was man so brauchen würde, war vorhanden. Eine Gruppe von ca. 20 jungen und hoffnungsvollen Heranwachsenden machte sich auf den Weg zum fernen Rammelkamp. Damals ganz eng vertraute Menschen, die man im Laufe der Jahre aus den Augen verloren hat.

Jochen, Hans-Dieter, Frank, Thorsten, Manfred, Heiner, Andreas, Lars uvm.

Der Weg führte uns den Nordhorn-Almelo-Kanal an Ramaker, Bentheimer Straße entlang. Eine gute Gelegenheit, feste Nahrung auf die Faust zu bekommen und auch noch etwas Nachschub an Bier zu besorgen. Schließlich hatten wir dann Stadtflur hinter uns gebracht und es standen an beiden Seiten der Straße die Ortsausgangsschilder. Was einem wohl nur in dem Alter und schon ein wenig bierselig einfallen konnte, kam mir in den Sinn:

Ich wollte gerne aus Nordhorn herausklettern…

Gedacht, gesagt, los ging`s. Es gestaltete sich etwas schwieriger als angenommen, doch ich wollte mir keine Blöße geben und hatte schließlich den Gipfel des Nordhorner Ortsausgangsschildes erklommen. Nun passierte das Unerwartete, denn das Schild begann sich – zum Glück aus Nordhorn heraus – zu neigen. Erst ganz langsam und kaum wahrnehmbar, dann doch deutlich schneller, bis ich mit samt dem Schild auf den Seitenstreifen mit seitlichem Graben knallte.

Zwar etwas verdreckt, doch bester Gesundheit und Laune raffte ich mich hoch. Die Bodenverankerung war wohl etwas weniger sorgfältig erfolgt gewesen, als man annehmen sollte. Es war nicht etwa irgendwo „gebrochen“, sondern komplett mit dem wohl etwas schwachen Fundament umgefallen. Mit mehreren Jungs haben wir das Schild dann wieder in Position gebracht. Es stand besser als vorher, fanden wir.

Ich bin sicher, dass es Manfred war, der einen Fotoapparat dabei hatte – er trank eh nie, war aber stets dabei, wenn was anlag. Vielleicht liest er das ja, hat das Foto noch und könnte es digitalisiert der Redaktion zukommen lassen. Nicht nur wegen dieses Missgeschickes, war es ein denkwürdiger Maigang – Temperaturen bis 25 Grad, Mega-Menschenauflauf bei Rammelkamp am Zelt.

Unbeschwerte Jugendtage auf der Schwelle zum Erwachsenwerden…