Dörpen freut sich über neuen Bahnhof

1. Juni 2015 0 Von Redaktion Ems-Vechte-News

Kommune investierte 790.000 Euro – Sicherheitskonzept in Zusammenarbeit mit Polizei

DÖRPEN. Rund 790.000 Euro wurden unter der Federführung der Gemeinde Dörpen in das Umfeld des neuen Bahnhofes investiert. Aus gutem Grund: Denn einerseits steigt mit einem modernen Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) die Lebensqualität in und um Dörpen. Andererseits wird auch die Attraktivität des wichtigen Wirtschaftsstandortes Dörpen erhöht. Der kommunale Anteil des neuen Bahnhofes an der Neudörpener Straße lag nach Worten von Gemeindedirektor Hermann Wocken in der Erstellung des Bahnhofumfeldes mit einer modernen Park & Ride-Anlage. Konkret wurden 46 PKW-Stellplätze, eine Buswendeanlage und zwei Bushaltestellen sowie zwei Taxistände errichtet. Das beinhaltete auch den Bau von zwei Behindertenstellplätzen, zwei Eltern-/Kindparkplätzen sowie drei sogenannten „Kiss & Ride-Plätzen“ (Verabschieden, Küssen und Fahren) in unmittelbarer Nähe des Bahnsteiges. Für Radfahrer stehen rund 50 vandalismussichere Abstellmöglichkeiten zur Verfügung, die zum Teil sogar abschließbar sind. An den Kosten beteiligten sich die Niedersächsische Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG) mit 410.000 Euro und der Landkreis Emsland mit 72.000 Euro. Die Landesstraßenbaubehörde Oldenburg hat sich mit rund 71.000 Euro ebenfalls finanziell beteiligt (Verbreiterung des Radweges). In Zusammenarbeit mit der Polizei wurde zudem ein Sicherheitskonzept ausgearbeitet. „Unsere Bevölkerung und unsere Wirtschaft profitieren gleichermaßen vom neuen Bahnhof“, sagt Bürgermeister Manfred Gerdes. Dörpen erhalte einerseits eine neue Visitenkarte, andererseits konnte der Wirtschaftsstandort Dörpen noch attraktiver gestaltet werden. Denn nach seinen Worten ist die Fertigstellung des neuen Bahnhofs an der Neudörpener Straße nur ein Mosaiksteinchen für ein Bündel von Maßnahmen rund um das gut frequentierte Güterverkehrszentrum (GVZ). Das langfristige Ziel ist nach seinen Worten die Gleisverlängerung im Bereich des alten Bahnhofs. Hintergrund sind Prozessoptimierungen für die sogenannte Ganzzugzusammenstellung. Denn täglich rollen vom GVZ Dörpen Züge nach Süddeutschland. Der Bürgermeister betonte aber auch, dass Dörpen nun noch interessanter für Investoren sei. So steht ein zusammenhängendes Gebiet mit einer Größe von rund 350 Hektar zur Verfügung, das bereits im Flächennutzungsplan ausgewiesen ist. Außerdem befindet sich die Fläche in unmittelbarer Nähe des GVZ mit Anbindung an die Eisenbahn, den Küstenkanal, den Dortmund-Ems-Kanal und die Autobahn sowie Bundesstraßen zur Verfügung.
Der inzwischen geschlossene, alte Dörpener Bahnhof wurde im Jahr 1902 errichtet. Es gab jedoch offenbar noch ein älteres Gebäude an einem anderen Standort, das in früheren Zeiten Fahrgästen in Dörpen als Haltepunkt an der Eisenbahnstrecke Emden-Münster diente. Nach Worten von Hermann Wacker, Vorsitzender des Heimatvereins Dörpen, wurde die erste Dörpener Haltestation im Jahr 1856 im Bereich der Neudörpener Straße errichtet. Diese Erkenntnis führt er auf ein Bürgermeistertreffen im Jahr 2006 zurück, zu dem damals der Staatskonzern Deutsche Bahn anlässlich des 150. Geburtstages der Eisenbahn eingeladen hatte. In unmittelbarer Nachbarschaft des Dörpener Bahnhofs befand sich demnach die Gaststätte Mörker, wo die Fahrgäste bis zur Ankunft und Abfahrt der Züge verweilen konnten. Die Hintergründe für einen Umzug an die heutige Bahnhofstraße im Jahr 1902 sind allerdings unklar. Fest steht nur, dass auch die Gaststätte Mörker mit der damaligen Eröffnung des neuen Bahnhofsgebäudes vor mehr als 110 Jahren seinen Standort zur Bahnhofstraße verlagert. „Es gibt keine Fotos und keine Aufzeichnungen“, sagte Wacker. Lediglich ein historisches Liegenschaftskataster aus jener Zeit bestätigt diese Informationen. Die Errichtung eines neuen Haltepunktes an historischer Stelle ist im Wesentlichen auf zwei Dinge zurückzuführen: Die Gemeinde möchte ihren Bürgern und Gästen einen modernen, zeitgemäßen Zughaltepunkt anbieten können. „Das war nur mit einem Neubau möglich“, sagt Bürgermeister Manfred Gerdes. Der Gemeindedirektor Hermann Wocken machte aber auch deutlich, dass die Expansionsbestrebungen des ausgezeichnet etablierten Güterverkehrszentrums (GVZ) zu den Neubauplänen beitrugen.
In die Planungen für den neuen Dörpener Bahnhof war auch die Polizei frühzeitig eingebunden. So flossen wertvolle Tipps und Anregungen von Dieter Rothlübbers (Präventionsteam Polizeiinspektion Emsland) und dem ortskundigen Beamten Wilfried Bohse (Polizeidienststelle Dörpen) in die Umsetzung ein. „Die Stärkung des subjektiven Sicherheitsgefühls der Bevölkerung und Gäste am neuen Dörpener Bahnhof war bei allen Überlegungen unser Ziel“, sagt Bürgermeister Manfred Gerdes. Er ist sich sicher, dass mit dem Bündel von Maßnahmen die Akzeptanz am neuen Bahnhofsstandort deutlich höher liegen wird als am bisherigen Ort. In diesem Zusammenhang dankte Gerdes den beiden Polizeibeamten, die aufgrund ihrer langjährigen Erfahrungen viele Lösungsansätze einbringen konnten. Durch das Anlegen von zwei Sichtdreiecken sind die Bereiche der Wartehäuschen und Parkplätze von der Straße künftig gut einsehbar. Das wurde möglich, indem Bäume entfernt und somit Sichtachsen entstehen konnten. Moderne, durchgängige LED-Straßenlaternen von der B70 bis zum Haltepunkt sowie im Bereich des Haltepunktes tragen künftig ebenfalls zur Stärkung des Sicherheitsgefühls bei. Zusätzliche soziale Kontrolle wird durch die Einrichtung der Taxistände in unmittelbarer Nähe der Bahnsteige gewährleistet. Zudem wird das Bahnhofsgelände videoüberwacht.