Der Alltagsheld: Aber bitte mit Karte!
Der "Alltagsheld" Marcel Dieks - Mit seinen Kolumnen ab sofort bei den EVN! (Foto: privat)

Der Alltagsheld: Aber bitte mit Karte!

26. Februar 2016 0 Von Redaktion Ems-Vechte-News

Die Kolumne bei den EMS-VECHTE-NEWS: Der “Alltagsheld” – Jede Woche neu!

„Aber bitte mit Karte!“ – von Marcel Dieks

Es ist eine immer intensiver werdende Diskussion, die einigen Menschen wohl zu Recht Angst und Schrecken bereitet. Experten sind sich einig, dass die Abschaffung des Bargeldes früher oder später kommen wird. Aber was genau bedeutet das für uns? Realitätsverlust im Umgang mit Geld? Mal ehrlich, wie oft hast du dich dabei erwischt, als du aus Bequemlichkeit einfach mit Karte gezahlt hast? Spricht nichts dagegen, aber ich stelle komischerweise fest, dass am Ende eines Monats, in dem ich viel mit Karte bezahlt habe, irgendwie nicht mehr wirklich weiß, wofür und warum ich das Geld ausgegeben habe. Es wirkt so, als wäre es leichter die Übersicht zu verlieren, was wahrscheinlich daran liegt, dass der Umgang mit Bargeld bei Vielen die wesentlich vertrautere Zahlungsvariante ist. Außerdem ist Bargeld haptisch, ich habe etwas in der Hand und kann es sehen. Ich kann etwas davon zuhause aufbewahren, bin also selbst in solch einem Fall, wie er kürzlich in Griechenland geschah, „flüssig“. Wenn es kein Bargeld mehr gibt, müssten Banken theoretisch über ein größeres Finanzvolumen verfügen, dementsprechend auch höhere Gewinne erwirtschaften können. Gibt es auf dem Girokonto dann auch Zinsen? Als ich zum ersten Mal davon in den Nachrichten hörte musste ich sofort an die armen Handwerker denken, die beim Lesen der Meldung sicher kurz vorm Herzinfarkt standen. Keine Schwattmaloche mehr, jeder hart nach Feierabend verdiente Euro geht aufs Konto und ist sichtbar, natürlich auch für das Finanzamt. Und die ganzen kleinen Kinder, die bei Oma und Opa zu Besuch sind. Dann gibt’s nicht mal eben „zehn Mark“ zugesteckt, so wie es schon immer gerne mal vorkommen konnte. Gibt es dann alternativ eine Prepaid-Kreditkarte, einen Scheck oder eine Lastschrift, die Oma dem oder der Kleinen in die Hand drückt? Oder vielleicht ein Stück Gold? Ja, warum auch nicht? Gold gibt es in Stückelungen ab 0,1 Gramm. Es ist nun mal auch Fakt, dass der Mensch von Natur aus großes Interesse an materiellen Werten und Besitztümern hat, also wird Gold stetig wertvoller. Damit haben wir ein haptisches Zahlungsmittel, womit wir weiterhin aus der Hand bezahlen können, es lässt sich bei Banken zu „Digitalgeld“ umwandeln, dabei wird es im Laufe der Zeit auch noch wertvoller, ohne den Mehrwert versteuern zu müssen und es ist im EIGENEN Besitz, nicht bei einer Bank. Das ist doch perfekt. Na gut, es mag vielleicht ein wenig schwer und unhandlich sein, aber irgendetwas ist ja immer. Als ich anfing darüber nachzudenken und merkte, wie kompliziert dieses Thema doch eigentlich sein kann, fielen mir irgendwie die Worte von Jack White, Sänger und Gitarrist der „White Stripes“, ein: „Vielleicht sollten wir einfach unsere Jobs kündigen und den ganzen Tag Musik hören!“ Kannste natürlich auch nicht bringen, sehr schade! Aber Schluss mit dem Rumspinnen, denn ich habe eh keine Ahnung. Ich bin Musiker und wir leben anscheinend von Luft, Liebe und dem Catering auf einem Konzert.

Vielen Dank für deine Aufmerksamkeit, und bis zum nächsten Mal!

Dein Alltagsheld, Marcel Dieks

 

Der "Alltagsheld" Marcel Dieks - Mit seinen Kolumnen ab sofort bei den EVN! (Foto: privat)

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