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Das große EVN-Interview mit Finanzminister Reinhold Hilbers – Teil 1

„Mein politischer Auftrag. die Gesellschaft und meine Umwelt zum Wohle der Allgemeinheit mit gestalten.“

Von Sascha Vennemann. Es kommt nicht alle Tage vor, dass ein Politiker aus der Niedergrafschaft den Weg geht, auch in der Landesregierung von Niedersachsen einen Posten zu übernehmen. Reinhold Hilbers, Jahrgang 1964 und seit jeher wohnhaft in Lohne, ist aber auch kein Alltagspolitiker. Seit November letzten Jahres geht das CDU-Mitglied seiner neuen Aufgabe als niedersächsischer Finanzminister nach. Die EMS-VECHTE-NEWS haben mit ihm über seinen Werdegang gesprochen – und über das, was ihn bis heute mit der Gemeinde Wietmarschen-Lohne verbindet.

Herr Hilbers, vielen Dank, dass Sie trotz Ihrer neuen und verantwortungsvollen Aufgabe als niedersächsischer Finanzminister die Zeit gefunden haben, mit uns zu sprechen. Trotz Ihres neuen Hauptwirkungsortes Hannover wohnen Sie weiterhin in Lohne in der Grafschaft Bentheim. War das schon immer so?

Hilbers:
Ja, ich bin quasi Lohner von Geburt an. Nur zum Studium war ich kurzzeitig in Osnabrück.

Von der Kindheit in Lohne bis zum niedersächsischen Finanzminister ist ja eine ganz schöne Zeitspanne vergangen. Können Sie für uns einmal Ihre wichtigsten Stationen nachzeichnen?

Hilbers:
1964 wurde ich in Lingen geboren. 1971 wurde ich in der Grundschule in Lohne eingeschult und besuchte anschließend die Kleist-Realschule in Lingen. Danach habe ich eine Lehre zum Groß- und Außenhandelskaufmann gemacht, war zum Grundwehrdienst beim Panzerbataillon 524 in Lingen und erwarb anschließend meine Fachhochschulreife. Zum Studium der Betriebswirtschaftslehre ging ich nach Osnabrück an die Fachhochschule und schloss als Diplom-Kaufmann (FH) ab. Es folgen zwei Jahre, in der ich in der Industrie gearbeitet habe, danach war ich sieben Jahre in einer Genossenschaftsbank tätig und anschließend lange Zeit Verwaltungsleiter bei der Lebenshilfe gGmbH in Nordhorn. 2003 bin ich dann Mitglied des niedersächsischen Landtages geworden.

Das war dann für Sie auch die Entscheidung, Vollzeitpolitiker zu werden…

Hilbers:
Sozusagen. Ich war ja vorher schon Lokalpolitiker gewesen, bin mit 21 Jahren bei der Gemeinderatswahl angetreten und gewählt worden, 1991 dann auch in den Kreistag gewählt worden und habe mich kommunalpolitisch engagiert. Im Kreistag sitze ich auch immer noch, jetzt als Fraktionsvorsitzender. Als 2003 dann die niedersächsische Landtagswahl anstand und der Wahlkreis für einen Kandidaten frei war, habe ich mich aufstellen lassen, nachdem ich gefragt worden war. Mit der Wahl in den Landtag war dann auch die Aufgabe des Berufs verbunden, denn die Aufgaben als Landtagsmitglied und im Wahlkreis sind so zeitintensiv, dass sich dies schwer mit einer beruflichen Tätigkeit in Verbindung bringen ließe.

1988 – im Alter von 24 Jahren – sind Sie CDU eingetreten.

Hilbers:
Das ist richtig. Ich war aber vorher schon politisch aktiv, habe mich schon als Schüler für solche Dinge interessiert und habe dann auch mit 16 Jahren in der Jungen Union mitgemacht. Ob Klassensprecher in der 4. Klasse, Vertrauensmann der Mannschaften bei der Bundeswehr oder als Aktiver in der kirchlichen Jugendarbeit – das habe ich schon immer gern getan: mich eingesetzt und engagiert.

Gab es einen besonderen Auslöser dafür, sich dann für das Parteibuch der Christdemokraten zu entscheiden?

Hilbers:
Beim Eintritt in die Partei war das vor allem die Zeit des NATO-Doppelbeschlusses und die Haltung von Heiner Geißler als Christsozialer in der CDU. Das hat mich schon beeindruckt, und da wusste ich, dass ich mit meiner Haltung in dieser politischen Gruppierung mitmachen möchte. Eine meiner präsentesten Erinnerungen an die Anfänge inklusive lebhafter Diskussionen ist für mich eine Veranstaltung mit dem damaligen niedersächsischen Umweltminister Werner Remmers in der Gastwirtschaft Schnieders in Lohne, die ich mit organisiert hatte.

Überhaupt sind Sie bei all Ihren politischen Tätigkeiten schnell in Führungspositionen zu finden gewesen – an Stellen, an denen Sie aktiv mitbestimmen und entscheiden konnten.

Hilbers:
Das sehe ich als meinen politischen Auftrag an – die Gesellschaft und meine Umwelt zum Wohle der Allgemeinheit mit zu gestalten.

Hatten Sie in Ihren näheren Bekanntenkreis politische Vorbilder oder steckte dieser Antrieb schon immer irgendwie in Ihnen?

Hilbers:
Das kommt wohl eher aus mir selbst. Mein Vater war zwar ein durchaus politischer Mensch, aber nicht in einer Partei aktiv, meine Mutter auch nicht. Es wurde mir also nicht in die Wiege gelegt. Die Erfahrung in solchen Dingen kam dann nach und nach, auch mit der Jugendarbeit in der Kirche.

Lesen Sie morgen bei den EMS-VECHTE-NEWS: Teil 2 des großen Interviews mit Finanzminister Reinhold Hilbers!

(Dieser Artikel erschien zuerst im Magazin DORFKRANT Februar/März 2018)

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Redaktion Ems-Vechte-News

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