Das Ei des Kolumbus
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Das Ei des Kolumbus

17. September 2015 1 Von slindschulte

Was war zuerst da: Das weiche oder das harte Ei?

Sebastian Lindschulte. Wisst ihr eigentlich, wie schwierig es ist, ein perfektes Frühstücksei zu kochen? Meine bessere Hälfte und ich haben beschlossen, dass zum Frühstück am Wochenende einfach gekochte Eier dazu gehören. Und die haben dann möglichst nicht hart gekocht zu sein. Das Eigelb muss von der Konsistenz her warm und flüssig sein, das Eiweiß darf bloß nicht schleimig herum wabbeln und darf dabei auch nicht zu hart sein. Im Grunde muss das Ei im Mund schmelzen. Und obwohl Christopher Kolumbus bis auf die eine Geschichte nicht viel mit Eiern am Hut hatte, sage ich es so: Das Ei des Kolumbus eben.

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Mehr Texte von Sebastian gibt es auf seinem Blog unter www.sebastian-lindschulte.de – lest mal rein!

Hier liegt allerdings der Hase im Pfeffer (oder das Ei in der Schräglage): Es herrscht eine ewig alte Debatte über die korrekte Zubereitung eines perfekten Frühstückeis. Verrückt! Eines wissen wir mit ziemlicher Sicherheit: Wir Deutschen würden das Patent auf Frühstückeier halten, wenn es so etwas geben würde. Alle anderen Völker verzehren zwar seit der Antike ebenfalls Eier von Hühnern und Vögeln, allerdings jedoch nicht zwingend zum Frühstück.

Das ganze Thema ist anscheinend so wild, dass sogar die Kollegen von der Süddeutschen, der FAZ und n24 darüber berichten. Und man merkt schnell: Es gibt unnormal viele verschiedene Arten, ein Ei korrekt zuzubereiten: Eier in sprudelndes, in siedendes oder in kaltes Wasser gelegt. Den Herd nach drei, nach vier oder nach fünf Minuten abgedreht. Das Ei lange, kurz oder gar nicht abgeschreckt. Es mit “Kochen nach Gefühl” versucht. Schließlich die Herausforderung an den elektrischen Eierkocher delegiert – der jedoch bereits nach einigen fehlgeschlagenen Versuchen im Regal, noch hinter der Orangenpresse und der Nudelmaschine, landete. Danke an dieser Stelle an Christina Metallinos von der Süddeutschen Zeitung. Hat mir Zeit bei der Recherche erspart.

Wir haben inzwischen wirklich viel ausprobiert. Und seien wir einmal ganz ehrlich: Es ist nur ein Ei. Mehr nicht.

Allerdings schmeckt es tierisch gut und deshalb werden wir beim nächsten Mal wohl doch die Methode von Heston Blumenthal testen: Der britische Koch hat eine Methode erdacht, die ein perfektes Ei garantiert. Todsicher. Und die klingt gleichzeitig simpel und abenteuerlich.

In drei Schritten führt Blumenthal uns zum perfekten Frühstücksei:

  1. Man nehme einen kleinen Topf mit kaltem Wasser, das Ei sollte nur gerade eben bedeckt sein. Bloß nicht zu viel Wasser! Deckel drauf und nächster Schritt.
  2. Herdplatte auf die maximale Stufe.
  3. Sobald das Wasser beginnt zu kochen, sofort den Topf vom Herd nehmen und die Uhr auf genau sechs Minuten stellen. Fertig!

Am Wochenende wird diese Methode auf den Prüfstand gestellt.

Wehe, das klappt nicht, Mister Blumenthal!

In diesem Sinne,

Sebastian