Coffee-to-go im Mehrwegbecher noch nicht die Regel
"Coffee-to-go" wird oft noch in Einwegbechern verkauft. (Symbolbild, Quelle: pixabay.com)

Coffee-to-go im Mehrwegbecher noch nicht die Regel

2. Juni 2017 0 Von Redaktion Ems-Vechte-News

Marktcheck der Verbraucherzentrale – Viele Shops bieten keine Anreize Mehewegbecher zu benutzen

Hannover. Coffee-to-go ist aus deutschen Städten nicht mehr wegzudenken. Die Kehrseite: Rund drei Milliarden Kaffeebecher landen pro Jahr im Müll. Zum Tag der Umwelt hat die Verbraucherzentrale Niedersachsen nachgefragt, welche Coffee-Shops und Bäckereien ihren Kaffee auch in mitgebrachte Becher füllen. Das Ergebnis des Marktchecks: Nur jeder zweite befragte Shop machte mit, jeder dritte belohnte umweltbewusste Kunden mit einem Rabatt.

Immer mehr Deutsche kaufen ihren Kaffee zum Mitnehmen. Doch so praktisch das ist, so schädlich ist es für die Umwelt. Zahlreiche Initiativen fordern, Pappbecher zu verbieten und auf Mehrwegbecher umzusteigen. „Kaffee in mitgebrachte Becher zu füllen, ist bisher völlig freiwillig, da der Verkäufer das Haftungsrisiko trägt“, erklärt Anneke von Reeken, Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale Niedersachsen. Zum Tag der Umwelt wollte die Verbraucherzentrale wissen, wie verbreitet Mehrweg- und Pfandbecher in Niedersachsen sind. Der durchgeführte Marktcheck umfasst 21 Bäckereien und Coffee-Shops in Celle, Göttingen, Hannover, Oldenburg und Stade. Erhoben wurde, ob die Geschäfte Kaffee in einen mitgebrachten Becher füllen, einen Preisnachlass gewähren und Mehrwegbecher im Verkauf oder Pfandsystem anbieten.

Das Ergebnis: Gut die Hälfte der Geschäfte (12 von 21) füllte den Kaffee in den mitgebrachten Becher, Rabatt (10 bis 30 Cent) gab es jedoch nur in sieben Shops. Einen eigenen Mehrwegbecher hatte im Test nicht einmal jedes dritte Geschäft im Angebot. An einem Pfandsystem nahm lediglich eine Bäckerei teil (Pfand 1 Euro), sechs weitere Shops gaben aber an, Interesse an einem Pfandsystem zu haben. Enttäuschend: McDonald‘s (McCafé) hat den Kaffee nicht in den Kundenbecher gefüllt – obwohl dies seit vergangenem Jahr beworben und ein Rabatt von 10 Cent versprochen wird. Bei Tchibo wurde der mitgebrachte Becher zwar gefüllt, aber kein Preisnachlass gewährt.

Um die Akzeptanz der wiederverwendbaren Becher zu erhöhen, hat das niedersächsische Verbraucherschutzministerium im April eine Handlungsempfehlung für Geschäfte herausgegeben. Sie erklärt, was Verkäufer beachten sollten, wenn sie mitgebrachte Kunden­becher annehmen. „Wichtig ist, dass er nach jedem Gebrauch sorgfältig gereinigt wird und beim Abfüllen nicht die Kaffeemaschine oder den Zapfhahn berührt“, sagt von Reeken. Bei richtiger Handhabung und langfristigem Gebrauch kann ein Mehrwegbecher eine gute Möglichkeit sein, Müll zu vermeiden und die Umwelt zu schonen.

Weitere Informationen unter www.verbraucherzentrale-niedersachsen.de/coffee-to-go