Bruder-Hahn-Initiativen: Männliche Küken leben lassen
(Symbolbild, Quelle: pixabay.com)

Bruder-Hahn-Initiativen: Männliche Küken leben lassen

10. April 2017 0 Von Redaktion Ems-Vechte-News

Verbraucherzentrale Niedersachsen fordert gesetzliches Verbot des sinnlosen Tötens

Hannover. Nicht nur zu Ostern sind Hühnereier beliebt. Durchschnittlich 231 Eier isst jeder Deutsche pro Jahr. Was viele nicht wissen: Circa 50 Millionen männliche Küken werden jährlich nach dem Schlüpfen getötet, weil sie für die Lebensmittelindustrie nutzlos sind. Bruder-Hahn-Initiativen wollen mit dieser Praxis brechen. Sie setzen auf eine Form der Geflügelhaltung, die auch männlichen Küken ein artgerechtes Leben ermöglicht. Mit dem Kauf von Bruder-Hahn-Eiern können Verbraucher die Initiativen unterstützen. Die Eier werden je nach Haltungsform vier bis elf Cent teurer verkauft und finanzieren so die Aufzucht der Bruderhähne mit. Die Verbraucherzentrale fordert ein gesetzliches Verbot des sinnlosen Tötens.

Männliche Küken von Legehennen sind für die Fleisch- und Eierindustrie wertlos, da sie kaum Fleisch ansetzen und Hähne keine Eier legen. Eine Aufzucht würde zu lange dauern, das Fleisch wäre zu teuer. Sie werden deshalb kurz nach der Geburt getötet – ausnahmslos, auch Brüder von Bio-Hennen. Um das millionenfache Töten zu verhindern, haben sich verschiedene Handelsketten und Geflügelbetriebe zu Bruder-Hahn-Initiativen zusammengeschlossen. „So können sich Verbraucher bewusst gegen die Kükentötung entscheiden“, erklärt Britta Schautz, Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale Niedersachsen. „Für wenige Cent mehr pro Ei bleiben auch die männlichen Küken am Leben und werden gemästet.“ Die Eier sind auf der Verpackung entsprechend gekennzeichnet und in Niedersachsen bereits im Discounter, Supermarkt sowie Bio-Laden aus unterschiedlichen Haltungsformen erhältlich.

Ein landesweiter Marktcheck der Verbraucherzentrale bestätigt, dass Bruder-Hahn-Eier von Bio-Anbauverbänden und in EU-Bio-Qualität sowie aus Bodenhaltung mit durchschnittlich vier bis elf Cent mehr nur wenig teurer sind als herkömmliche Eier. In einem Fall wurden diese Eier sogar günstiger angeboten als ein Vergleichsprodukt. Das Fleisch der gemästeten „Brüder“ war ebenfalls in einigen Verkaufsstätten erhältlich.

Die Verbraucherzentrale Niedersachsen fordert, das sinnlose Töten männlicher Eintagsküken zu verbieten oder ein Verfahren zur frühen Geschlechtsbestimmung im Ei einzuführen. So könnten männliche Eier vor der Brut für den Verkauf aussortiert werden. Eine Übersicht der angebotenen Produkte mit Preisen sowie weitere Informationen findet man unter: www.verbraucherzentrale-niedersachsen.de/eintagskueken.