Beatles und McCartney-Songs mit modernem Sound – „ReCartney“ zu Gast beim Konzept Kultur in Emlichheim
"Beatles-Mania" in Emlichheim - "ReCartney" auf der Bühne der Aula. (Foto: Sascha Vennemann / EVN)

Beatles und McCartney-Songs mit modernem Sound – „ReCartney“ zu Gast beim Konzept Kultur in Emlichheim

30. August 2017 0 Von Redaktion Ems-Vechte-News

Tribute-Band begeisterte voll besetzte Aula

Von Sascha Vennemann. Emlichheim. Am vergangenen Freitag ist das „Konzept Kultur“ der Bürgergemeinschaft Emlichheim mit einem fulminanten Konzert der Beatles-Tribute-Band „ReCartney“ in die zweite Hälfte seines Jahresprogramms gestartet. Rund 300 Karten waren bereits im Vorverkauf abgesetzt worden, die restlichen Plätze in der Aula am Schulzentrum füllten sich allerdings dann ebenfalls noch schnell bis zum Konzertbeginn um 20 Uhr. Volles Haus also für die vier Jungs aus den Norden der Republik, die sich in zwei Sets bis etwa 22:30 Uhr in die Herzen ihrer Zuschauer und Zuhörer spielten.

Dabei ist das Spielen von Beatles-Songs eigentlich ein zweischneidiges Schwert: Das Vorbild ist so berühmt und so sehr in den Ohren der alten und neuen Fans, dass ein reines Nachspielen eigentlich nur scheitern kann. Und so musste sich sicher der ein oder andere Zuhörer erst daran gewöhnen, dass „ReCartney“ die Songs nicht einfach nachspielen, sondern sie auf einen moderneren, zeitgenössischeren Sound übertragen. Es ist schwierig, die Instrumente wie auf der Aufnahme des 1967 erschienenen Jahrhundertalbums „Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band“ klingen zu lassen, dessen 50-jähriges Jubiläum auch mit ein Anlass war, die Band nach Emlichheim zu holen. Gleiches gilt für Habitus und Stimmen von Paul McCartney und John Lennon. Das ist aber auch gar nicht Aufgabe einer Tribute-Band – wenn es auch auffällig ist, wenn z.B. der Drummer erkennbar talentierter ist, als es Ringo Starr je war.

Präziser Gesang und Sound – “ReCartney” kommen ihren Vorbildern – wenn auch optisch eher nicht – sehr nahe.
(Foto: Sascha Vennemann / EVN)

Und so ist der Star der folgenden Konzertstunden auch nicht zwangsläufig die Band, die vor allem durch ihr präzises Zusammenspiel äußerst professionell agiert – es sind vor allem die Kompositionen. „ReCartney“ verstehen es, die Beatles- und McCartney-Solostücke so zu präsentieren, dass man staunend bemerkt, wie gut diese Songs funktionieren und wie ausgeklügelt sie in ihrer musikalischen Struktur sind. Vom etwas schwachbrüstigen „Goodbye, Hello“ zu Beginn des ersten Sets, steigern sich „ReCartney“ über „Day Tripper“, „Help“ und „A hard day’s night“ immer weiter und ziehen das Publikum auf ihre Seite. Als einzige Showeinlage konnte man dem mehr schlecht als recht imitierten britischen Akzent des Frontmanns bei den Ansagen lauschen – ein Witz, der leider nicht lange vorhält und zum Schluss eher nervt, wenn auch der letzte Zuschauer schließlich begriffen hat, dass dort eine deutsche Formation auf der Bühne agiert. Unterstützt wurden „ReCartney“ durch die „North-Horns“, einem vierköpfigen Bläserensemble aus Nordhorn, das den Stücken noch einmal einen besonders wuchtigen und ansprechenden Klang verpasste.

Für die Bläserunterstützung sorgten die “North-Horns” aus Nordhorn.
(Foto: Sascha Vennemann / EVN)

In der zweiten Hälfte fanden dann immer mehr Solo-Stücke von Paul McCartney wie das bekannte „Hope of deliverance“ ins Programm. Dieser Block wurde vom Publikum wohlwollend, aber nicht so begeistert wie die Beatles-Songs aufgenommen. Der Stimmung allgemein war es nicht so zuträglich, dass die Aula durchgängig bestuhlt war. Viele Zuhörer fanden es schade, sich nicht entsprechend zur Musik bewegen zu können. Das änderte sich etwa eine halbe Stunde vor Schluss, als sich zu „Hey Jude“ und „Come together“ der gesamte Saal erhob und nach Kräften mitsang. Als Zugabe legten „ReCartney“ dann noch einmal mit „I want to hold your hand“ – inklusive deutscher Strophe – nach, beendet von einer zarten akustischen Version von „Yesterday“.

Mit „ReCartney“ hat das Konzept Kultur mit einem echten Highlight die zweite Hälfte seiner Konzertsaison eröffnet, das vielen Besuchern sicher lange im Gedächtnis bleiben wird. Das nächste Konzert der Bürgergemeinschaft Emlichheim wird am 28. September stattfinden. Dann ist Ausnahmemusiker Brain Auger zu Gast in Emlichheim – wiederum in der Aula des Schulzentrums.