Abgefahren – Wie krass ist das denn

Abgefahren – Wie krass ist das denn

12. Februar 2014 0 Von Redaktion EVN

Generalprobe geglückt – Präventionsprojekt geht an den Start

An etwa 25 % der Autounfälle in der Grafschaft Betheim und im Emsland sind Fahranfänger beteiligt, ein Wert der gesenkt werden sollte, da sind sich die Behörden rund um die Polizei, die Feuerwehr und dem Rettungsdienst einig. Um dieses zu schaffen startete am Montag, den 10. Februar, das Präventivprojekt “Abgefahren – Wie Krass ist das denn”  mit der Generalprobe im Konzert und Theatersaal der Stadt Nordhorn. Das Projekt war bereits am 23. Januar in Werlte (Emsland) durch die Polizeiinspektion Emsland/Grafschaft Bentheim vorgestellt worden. Bei dieser Veranstaltung im Januar hob Polizeichef Brüggemann mit aktuellen Zahlen, wonach bei etwa 10.000 Verkehrsunfällen es zu 29 Toten und 515 Schwerverletzten gekommen sei, die Wichtigkeit des Konzepts hervor und freute sich darüber neben Unfallopfern und deren Angehörigen auch Einsatzkräfte gefunden zu haben, welche über Ihre Erfahrungen referieren möchten.
k-DSC_1328Dies taten die Referenten, darunter auch Frank van de Kerkhof, seines Zeichens stellvertretender Zugführer in der Feuerwehr Nordhorn in sehr beeindruckender jedoch nicht weniger Gänsehautprovozierender Weise. Geladene Gäste lauschten den Erzählungen der Angehörigen, Unfallopfern und Einsatzkräften über die gesamten 90 Minuten.
Thema des erfahrenen Feuerwehrmannes ist ein Verkehrsunfall, welchen er auf der Wietmarscher Straße vor einigen Jahre erlebte. Emotional schildert er, wie er von dem Kindergeburtstag seiner gerade 12 Jahre alt gewordenen Tochter Julia zu dem Einsatz auf der Wietmarscher Straße aufbricht und was er hier erlebt und was ihm in Erinnerung geblieben ist: Die Schreie eines Kindes welches für ihn aus dem Chaos heraussticht, welches immer und immer wieder nach seiner Mutter ruft. -Für diese kommt jedoch jede Hilfe zu spät. Sie hat den Unfall leider nicht überlebt, befindet sich jedoch noch immer in dem demolierten Fahrzeug. Eine Erinnerung die laut van de Kerkhof noch stark in seinem Gedächtnis ist.
Auch die Situation nach dem Einsatz, wieder zu Hause bei der Familie angekommen, schildert der Feuerwehrmann genau. Neben van de Kerkhof schildern auch die Unfallverursacherin und ein Seelsorger ihre Sicht auf den Einsatz.
Dies ist nur ein Einsatz, welcher in dem Projekt vorgestellt wird.k-DSC_1333
Ansprechen soll das Projekt die Elftklässler der Gymnasien und den Berufbildenden Schulen in der Region. Hierzu werden etwa 1.600 Schüler aus der Grafschaft Bentheim an dem Projekt teilnehmen, so Edgar Eden vom Präventionsteam der Polizei. Er erklärte aber auch, dass das gesamte Thema im Unterricht vor- und nachbehandelt werden sollte, dies sei sehr wichtig bei einem solch Emotionalen Inhalt.
Neben den Zuhörern waren auch die Referenten selber zufrieden mit der Veranstaltung und hoffen mit Ihren Worten eventuell etwas in der Region bewegen zu können. Falls das Pilotprojekt in der Grafschaft und im Emsland gut angenommen wird, ist die Chance groß, dass dieses auf ganz Niedersachsen ausgedehnt wird.