Abenteuer beim Wagenrennen – “Asterix in Italien” erschienen
"Asterix in Italien" - Der 37. Asterix-Band ist jetzt erhältlich. (Quelle: obs/Egmont Ehapa Media GmbH)

Abenteuer beim Wagenrennen – “Asterix in Italien” erschienen

8. November 2017 0 Von Redaktion Ems-Vechte-News

37. Band um den schlagkräftigen Gallier – Dritter Band des neuen Duos Ferri & Conrad

Von Sascha Vennemann. Sie haben wieder in die Spur gefunden – und das diesmal im wahrsten Sinne des Wortes. Denn damit ist nicht nur gemeint, dass Texter Jean-Yves Ferri und Zeichner Didier Conrad Asterix, Obelix und Idefix in ihrem neuesten Abenteuer auf ein munteres Wagenrennen quer durch Italien schicken, sondern auch, dass das Duo nach ihren Arbeiten “Der Papyrus des Cäsar” und “Asterix bei den Pikten” bei ihrer dritten Zusammenarbeit endgültig bewiesen haben, dass sie die Richtigen sind, eine neue Generation von Asterix-Leser zu begeistern und gleichzeitig die älteren Fans nicht völlig abzuhängen.

Um davon abzulenken, dass der römische Senator Lactus Bifidus, der für das Straßenwesen zuständig ist, sämtliche Gelder für Orgien veruntreut hat, schlägt dieser vor, ein großes Wagenrennen quer durch Italien zu veranstalten, bei dem sich alle Völker des Imperiums von der hervorragenden Qualität der Wege überzeugen können. Der zunächst überrumpelte Cäsar findet die Idee nicht schlecht – und schickt seinen eigenen Favoriten ins Rennen. Caligarius mit der Goldenen Maske tritt für die Römer an, aber auch Barbaren und Italiker sind zugelassen. Goten, Briten, Lusitaner, Sarmaten und zwei dunkelhäutige Schönheiten aus Kusch versammeln sich am Startpunkt. Natürlich sind Asterix, Obelix und Idefix für die Gallier mit dabei und haben auch für alle Fälle wieder etwas Zaubertrank im Gepäck. Den brauchen sie auch, weil natürlich nicht alle Aurigen – so werden die Wagenlenker genannt – fair bei den einzelnen Etappen zuwerke gehen. Immer wieder scheiden Wagen und Lenker auf dubiose Weise aus. Dabei passieren die Helden viele bekannte italienische Städte – neben Rom zum Beispiel auch Venedig und Pompeji.

“Asterix in Italien” ist sicherlich nicht der im Bezug auf die zugrunde liegende Geschichte kompakteste Comic-Band um den kleinen Gallier. Eher episodenhaft werden einzelne Stationen abgeklappert, verbunden durch das große Wagenrennen. Dennoch gelingt es Ferri und Conrad, die leicht satirische Grundstimmung der älteren Bände der Meister Goscinny und Uderzo einzufangen und fortzuführen. Große Überraschungen bleiben dabei aus, und auch der Wortwitz, der wohl nur im französischen Original richtig gut zündet, geht in der Übersetzung an der ein oder anderen Stelle verloren oder wird – das zumindest kreativ – so hingebogen, dass es passt. Highlights sind wieder einmal die sehr detaillierten Zeichnungen von Didier Conrad. Manchmal gelingen ihm wahre Wimmelbilder, in denen man als Betrachter minutenlang versinken kann und tolle Figuren und nette kleine Spielereien entdeckt. Da bewundern schon einmal drei Hennen den Hahnenschrei eines Gastwirts, oder es spielen sich andere Geschichten zwischen Charakteren ab, die man auf den ersten Blick gar nicht gesehen hatte.

Beim Humor wird mal subtil vorgegangen, mal eher brachial. Dass Venedig in einem von Mücken überlaufenen Sumpf steht, ist Klischee und bekannt. Auch dass Rennen gerne gesponsert werden, gerne von Gesöffen wie Energydrinks oder zuckerhaltigen Limonaden, kommt einem irgendwie bekannt vor, wenn es hier auch die Firma eines Würzmittels aus fermentierten Fischinnereien ist. Veruntreuung öffentlicher Gelder gehört in Italien, will man es böse ausdrücken, fast schon zum guten Ton. Zumal, wenn es für Orgien draufgeht – die Bunga-Bunga-Partys des römischen Reichs. Und auch wenn man schon ahnt, wie das Rennen ausgeht, ist das Ende doch auch – im Sinne des europäischen Gedanken – ein Plädoyer für ein Miteinander der Völker. Keine schlechte Botschaft für einen Comic.

“Asterix in Italien” ist im Egomt Ehapa Verlag erschienen. Die Hardcover-Version kostet 12 Euro, die günstigere Softcover-Variante am Kiosk 6,90 Euro.