EVN Provokant

Nachgebölkt!: So kommt’s raus – Die AfD Ems-Vechte wählt Merkel!

Die EVN-Kurzkolumne zum Tagesgeschehen

Von Volker Kikkert. Ich habe Tränen gelacht! Unter der Überschrift „AfD sagt ‘Ja’ zu Merkel“ hat der Kreisverband Ems-Vechte der AfD diese Woche bekannt gegeben, dass sie einen Jung-Juristen namens Christoph Merkel (30) als Direktkandidat für die Bundestagswahl nominiert hat. Was vielleicht als scherzhafte Schlagzeile gedacht war, zieht die Meldung ins Lächerliche. Wer ausgerechnet diesen Nachnamen trägt, lässt sich für die Konservativen Kameraden vor den Karren spannen, während Angela auf Bundesebene noch die Geschicke waltet und durch ihre lasche Flüchtlingspolitik in den Augen der AfD eine starke Rechte erst nötig macht? Da müssten doch selbst andere Kreisverbände der AfD nur ein hämisches Grinsen für übrig haben. Ach, diese Ironie…

Wes Kind man bei der AfD ist, steht auch gleich in der Pressemeldung: „Gefragt, wie er die Partei politisch verorte, antwortete Merkel: ‘Wir sind die Partei der Rechtsstaatlichkeit.'” Man möchte sich schier ausschütten! Rechtsstaatlichkeit? „Rechts“ und „Staat“ in einem Wort? Der kritische Leser liest zutreffend: „Wir sind eine Partei für einen Rechten Staat.“ Hört sich der Mann nicht zu beim Reden? Na ja, wenigstens muss man sich jetzt um das NPD-Verbot jetzt keine Sorgen machen, die sind in Zeiten der „Alternative für Deutschland“ schön im braunen Planschbecken der blauen Partei aufgefangen worden und als eigenständige Partei noch mehr in der Bedeutungslosigkeit versunken als zuvor schon.

Politische Korrektheit will die AfD-Spitze ja nicht mehr. Hat AfD-Spitzenkandidatin Alice Weidel gesagt und darf jetzt deswegen auch nach vorläufigem Gerichtsbeschluss im Rahmen von Satire (*) straffrei „Nazi-Schlampe“ genannt werden. Wer sich jedoch nicht „politisch korrekt“ benimmt, der zweifelt – ganz vielleicht, möglicherweise, Achtung: Spekulation und muss nicht stimmen! – auch das demokratische System an sich an. Was das bedeuten kann, hat man in der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts deutlich gesehen. Richtig, tolle Autobahnen und eine ausgedünnte Demographie, deren Männermangel (Kriegsopfer) durch Gastarbeiter-Mithilfe aufgefüllt und so das tolle neue „DEUTSCHLAND!“ wieder aufgebaut wurde. Heißt das, schlussendlich ist die AfD also doch für Einwanderung? – Na, geht doch! Alles eine Frage der Interpretation.

Wenn alle AfD-Wähler in der Region im Herbst dann ihr Kreuz bei „Merkel“ machen, dann achtet sicher jeder geflissentlich auf den Vornamen… Lieber KV Ems-Vechte – habt ihr da nicht vielleicht ein bisschen zu viel Vertrauen in die Fähigkeiten eurer Wählerschaft?

(*) Aus gegeben Anlass weise ich darauf hin, dass es sich hierbei um einen satirischen Text handelt.

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Redaktion Ems-Vechte-News

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