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„Jesus Christ“ als Kabarettist – Christliches Kabarett provozierte in Lingen

Amüsante „Redaktionsarbeit“ am Neuen Testament

Lingen. Das Thema Glauben ist viel zu wichtig, als es dem atheistischen Kabarett zu überlassen, findet Markus von Hagen. Dass Kabarett aus der christlichen Innenperspektive nicht weniger kritisch mit Glauben und Kirche umgeht, auf christliche Zuhörer vielleicht sogar noch spitzer und provokanter wirkt, hat der Münsteraner Kabarettist am 14. November im Ludwig-Windthorst-Haus gezeigt. In seinem Programm „Jesus Christ – Kabarettist“ zeichnete von Hagen das Bild Jesu Christi als Kabarettisten. So deutete er die Brotvermehrung als Improvisation nach einer Panne beim Catering. Den Teufel, der Jesus in Versuchung führt, bezeichnete er als einflussreichen Event-Manager („der Dieter Bohlen Palästinas“), der ihn groß herausbringen will.

Die Vergleiche zog der gebürtige Mittelfranke aber nicht um der billigen Gags willen, sondern um sich der Person Jesu Christi, wie sie im Neuen Testament beschrieben ist, zu nähern – als humorvollen, für menschliche Genüsse aufgeschlossenen jungen Mann („Man kann ja nicht bei einer Hochzeit auftauchen und immer nur ‚Wahrlich, ich sage euch‘ rufen.“). Das anderslautende Bild von Jesus sei vor allem der „Redaktionsarbeit“ an seinem „Textbuch“, dem Neuen Testament, zuzuschreiben.

Im zweiten Teil des Abends zeigte Markus von Hagen den 65 Gästen die Differenz zwischen dem biblischen Fundament und der Lehre und den Handlungen der Kirche an mehreren Beispielen auf. So sei die Umwandlung des Christentums in ein politisches Programm mit einem Fanatismus vorangetrieben worden, der mit dem religiösen Fanatismus dieser Tage vergleichbar sei. Jesus habe seine Lehre jedoch nicht als politisches Programm verstanden, so von Hagen, „sondern als ein kritisches, übergreifendes Plädoyer für Humanität – eben Kabarett.“

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Redaktion Ems-Vechte-News

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